Vermessung und Geomatik

Berufsbroschüre Vermessung und Geomatik (2000/2002)

 
Inhalt:

  • Vermessung und Geomatik: Was ist das?
  • Ein Tag im Leben von… – Ein Vermessungszeichnerlehrling beschreibt einen Arbeitstag
  • Vom Messband zur Satellitenvermessung: Mess- und Arbeitstechniken kurz erklärt
  • Teamarbeit, Arbeitsabläufe, Arbeitseinteilung: Mitarbeiter eines Ingenieur- und Vermessungsbüros stellen sich und ihre Arbeit vor
  • Vermessung und Geomatik – ein weites Feld: sechs Fachleute, sechs Schwerpunkte, sechs Karrieren
  • Ab und zu einen Pickel in die Hand nehmen: Eine Vermessungszeichnerin liebt die abwechslungsreiche Arbeit draussen und drinnen
  • Exakt arbeiten und gleichwohl gestalten: Eine Kartografin erklärt, wie die Karten der Landestopographie nachgeführt werden
  • Alte Tradition und moderne Technik: Ein Vermessungstechniker schildert seine Arbeit mit alten Plänen und moderner Digitaltechnik
  • Geodaten managen: Ein Geomatikingenieur FH beschreibt die neuen Tendenzen im Vermessungswesen
  • In die Breite und in die Tiefe gehen: Ein Geomatikingenieur ETH ist fasziniert von der neuen Wissenschaft und ihren zahlreichen beruflichen Möglichkeiten
  • Mit spannenden Fragestellungen konfrontiert sein: Eine Umweltingenieurin ETH erzählt, wie Massnahmenpläne entwickelt werden
  • Ausbildung, Weiterbildung, Adressen

Als Ersatz der inzwischen zehn Jahre alten Broschüre "Vom Zeichner zum Ingenieur" wurde 1999 eine neue Broschüre über die Vermessungs- und Geomatikberufe in Angriff genommen. Wiederum beteiligen sich die Berufsverbände sowie der Schweizerische Verband für Berufsberatung (SVB). Mittels Porträts werden die Berufe aller Ausbildungsstufen vorgestellt. Die neue Broschüre "Vermessung und Geomatik" soll bei den Berufsberatungen, in den Schulen, in den Büros und über die Berufsverbände zum Einsatz kommen.

Vermessung und Geomatik

Wer kennt ihn nicht: den «Geometer», der mit seinem Stativ und Theodolit (Vermessungsgerät) durch die Strassen und über Felder streift, vermisst und Anweisungen gibt? Welche verschiedenen Berufe und Aufgaben hinter diesem vertrauten Bild stecken, wird in dieser Broschüre vorgestellt.

Vermessung und Geomatik umfasst Berufe in einem breiten Berufsfeld mit vielen Gemeinsamkeiten. Die Berufe unterscheiden sich durch die Voraussetzungen, Ausbildungswege und die Arbeitsschwerpunkte in der Praxis.

Allen Berufen der Vermessung und Geomatik ist gemeinsam, dass sie sich mit Informationen über unsere Umwelt beschäftigen. Informationen, die in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden. Informationen, auf deren Grundlage

Projekte erarbeitet und umgesetzt werden. Hilfsmittel in Vermessung und Geomatik sind High-Tech-Instrumente und modernste Computertechnologie. Die Arbeit findet sowohl draussen als auch im Büro statt. Die Arbeit im Team und die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden sind wichtige Elemente der Vermessungs- und Geomatikberufe.

Die Vielfalt der Arbeitsfelder, Projekte und Methoden umfasst

zum Beispiel:

  • Erfassen und Management von Daten und Informationen (Geo-Informatik)
  • Erarbeitung von Karten, Plänen, Dokumenten, Projekten
  • Amtliche Vermessung (Grundbuchvermessung), Bau- und Ingenieurvermessung
  • Bauwerksüberwachung (z.B. Deformationsmessungen bei Staumauern)
  • Raumplanung, Umweltschutz, Naturschutz, moderne Meliorationen
  • Gemeindeingenieurwesen, Quartierplanungen, Baubewilligungen
  • Planung und Projektierung von über- und unterirdischen Bauwerken.

Vermessung und Geomatik umfasst alle Arbeitsschritte von Konzepten über die Datenerhebung, Datenauswertung, Projektierung bis zur Ausführung.

Mess- und Arbeitstechniken

«Im Feld sein»: So sagen Vermessungsfachleute, wenn sie im Gelände Messdaten erheben. Das wichtigste Vermessungsgerät ist der elektronische Theodolit. Damit lassen sich Richtungen (Winkel) in der Horizontalen und in der Vertikalen und – mittels Infrarotwellen – Distanzen messen. Gelegentlich müssen mit dem Messband kurze Distanzen gemessen und mit dem Senkel die Senkrechte bestimmt werden. Ausgehend von definierten Fixpunkten im Gelände lassen sich mit dem Theodolit beliebige neue Punkte in Lage und Höhe bestimmen, bestehende Objekte einmessen oder geplante Objekte abstecken, wie die Vermessungsfachleute sagen.

Das Gleiche ist mit dem Global Positioning System (GPS) möglich. Dieses funktioniert aber über Funkverbindungen zwischen einer Basis-, einer Mobilstation und Satelliten. Ausgehend von der Basisstation, die auf einen Fixpunkt ausgerichtet ist, wird die genaue Position der mobilen Station im Gelände laufend bestimmt.

Dann folgt die Büroarbeit. Die digital von Theodolit oder GPS erfassten Daten werden im Büro direkt in den Computer eingespeist und weiterverarbeitet. Die mehrfach bestimmten Messwerte werden gemittelt und in Koordinaten der Punkte umgerechnet.

Wird eine hochpräzise Definition von Messpunkten verlangt, muss eine Ausgleichung aufgrund komplexer mathematischer Modelle erfolgen. Die gespeicherten Koordinaten bilden Datenmodelle. Bei Bedarf können Pläne im gewünschten Massstab und mit gewünschten thematischen Informationen erstellt werden.

Oft werden auch Boden-, Flug- oder Satellitenaufnahmen verwendet. Bei der Fotogrammetrie müssen sich die Bilder mindestens 60% überlappen, damit dreidimensionale Ansichten erkennbar werden. Wird die Zentralperspektive der Bilder in eine Parallelperspektive wie in einer Karte umgewandelt, entstehen Orthofotos.

Mit Geo-Informationssystemen (GIS) – computergestützte Informationssysteme bestehend aus Hardware und spezifischer Software – werden sämtliche raumbezogenen Daten nach einheitlichen Datenmodellen gespeichert und verwaltet und nach Bedarf analysiert, weiterbearbeitet und mit anderen Systemen ausgetauscht. Die Resultate können in Form von Plänen, Listen, Tabellen oder Grafiken dargestellt und ausgedruckt werden. Die Daten in einem GIS müssen regelmässig nachgeführt und aktualisiert werden. Bei GIS für Gemeinden spricht man in der Regel von Landinformationssystemen (LIS).

 

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