Dossier GIS Kantone

Raumdatenpool Luzern: Kanton, Gemeinden, Werke und GIS-Dienstleister arbeiten zusammen (Geomatik Schweiz 5/2007)

GIS Obwalden und LIS Nidwalden – gemeinsam zum Erfolg (Geomatik Schweiz 2/2006)

Geoportal Basel-Stadt (Geomatik Schweiz 8/2004)

Geoportal Berner Oberland be-geo.ch (Geomatik Schweiz 3/2004)

SIG du canton de Neuchâtel (Géomatique Suisse 3/2004)

GIS Wallis (Geomatik Schweiz 3/2004)

GIS Verbund Thurgau (Geomatik Schweiz 11/2003)

LIS/GIS Kanton Obwalden und Geoinformation Zentralschweiz (Geomatik Schweiz 5/2003)

LIS Nidwalden AG: Geo-Informationssystem für Kanton, Gemeinden und Private (Geomatik Schweiz 5/2003)

Impulsprogramm e-geo.ch (VPK 1/2003)

Le programme d'impulsion e-geo.ch relie et encourage les activités (VPK 1/2003)

Online-Dienste für Geodaten im Kanton Basel-Stadt (VPK 9/2001)

GIS in der Raumplanung im Kanton Graubünden (VPK 5/2001)

AV93 und LIS Kanton Nidwalden (VPK 4/2000)

MO et SIT canton de Neuchâtel (MPG 5/99)

RIS Graubünden (VPK 7/98)

GIS Kanton Basel-Landschaft (VPK 2/98)

ASIT Canton de Vaud (MPG 5/97)

GIS Kanton Solothurn (VPK 5/97)

GIS Kanton Zug (VPK5/97)

GIS Kanton Aargau (VPK 1/96)

GIS Kanton Zürich (VPK 1/95)

SIT Canton de Fribourg (MPG 1/95)

SIT Cantone di Ticino (MPG 1/95)

GIS Kanton Bern (VPK 11/94)

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Impulsprogramm e-geo.ch

Dr. Erich Gubler, Präsident Interdepartementale GIS-Koordinationsgruppe GKG-KOGIS

Im Juni 2001 hat der Bundesrat die Geodaten-Strategie genehmigt und ein Konzept zur Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen für die Marktentwicklung der Geodaten in Auftrag gegeben. Der Zugang zu grundlegenden Geoinformationen soll für alle erleichtert und günstiger gestaltet werden. Inzwischen ist das Konzept ausgearbeitet worden. Es sieht ein ganzes Bündel von Massnahmen vor, die unter dem Begriff Nationale Geodaten-Infrastruktur (NGDI) zusammengefasst werden können.

Die Nationale Geodaten-Infrastruktur ist ein komplexes Gebilde, das aus ganz verschiedenen Elementen besteht, die geeignet vernetzt und aufeinander abgestimmt werden müssen. Ähnliche Projekte laufen zur Zeit in verschiedenen Ländern. Die USA, Australien und Kanada sind bedeutend weiter, in der EU läuft ein ähnliches Projekt unter dem Namen INSPIRE.

Ein wesentliches Element und das grösste Kapital dieser Infrastruktur stellen die Geoinformationen selber dar. Im Vordergrund stehen dabei die von öffentlichen Institutionen oder in deren Auftrag erhobenen Informationen. Diese so genannten Geobasisdaten umfassen ein weites Spektrum an Informationen.

Die schönsten Daten nützen nur wenig, wenn sie nicht bekannt und zugänglich sind. Deshalb kommt den Metainformationen eine grosse Bedeutung zu.

Über eine allgemein bekannte Internet-Seite soll ein Kunde sich innert kurzer Zeit eine umfassende Übersicht über die verfügbaren Geoinformationen machen können. Dabei wird nicht unterschieden zwischen Daten des Bundes, der Kantone und Gemeinden. Der Fokus liegt auf der leichten Zugänglichkeit. Idealerweise soll der Besucher der Webseite gleich die gewünschten Informationen auswählen und bestellen oder herunterladen können.

Die NGDI setzt voraus, dass die Informationen problemlos zwischen den verschiedenen Instanzen verschoben und zusammengefügt werden können. Das ist nur möglich, wenn alle Informationen in wohl definierten Strukturen und Formaten verfügbar sind. Da hat die Amtliche Vermessung mit der Amtlichen Vermessungsschnittstelle und mit dem Datenstandard INTERLIS wertvolle Vorarbeit geleistet.

Eine NGDI benötigt auch eine technische Infrastruktur. Auf ihr laufen die Applikationen, mit welchen Metainformationen und Geodaten direkt bezogen werden können.

Tarifierungs- und Vertriebsmodelle

Die NGDI ist darauf auszurichten, die Wirkung der Geodaten zu steigern. Das heisst konkret, eine breitere und intensivere Nutzung der Geoinformationen zu ermöglichen. Dazu tragen ein leichter Zugang und ein optimales Angebot bei. Es bleibt aber auch eine Frage der Preise und der Preistransparenz. KOGIS hat eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit Tarifierungs- und Vertriebsmodellen befasst. Die Tarifierungsvarianten gehen vom heutigen Zustand bis zur kostenlosen Abgabe der Daten. Zum heutigen Zeitpunkt ist die Situation sehr uneinheitlich. swisstopo erreicht bei Karten und bei einigen Datensätzen einen sehr hohen Kostendeckungsgrad, allerdings „nur“ dank grossen Bezügen der Bundesverwaltung, für die diese Daten ja auch hergestellt werden. Für viele „private“, zahlende Kunden sind sie aber zu teuer und werden deshalb für gewisse Anwendungen nicht eingesetzt. Die Amtliche Vermessung hingegen erreicht nur geringe Kostendeckungsgrade, die zudem von Kanton zu Kanton sehr verschieden sind.

Drei Modelle sind ausser dem Status quo denkbar. Beim Modell „Partial Return on Investment“ (PRI) decken die Einnahmen einen bestimmten Prozentsatz, z.B. 30% der Vollkosten. Das würde bei swisstopo eine markante Preissenkung bedingen, ist aber für die Amtliche Vermessung eindeutig zu hoch, viel höher als die gegenwärtigen Tarife. Das Modell Marginal Cost (MC) deckt nur die Grenzkosten, also die zusätzlichen Kosten, die vom betreffenden Kunden ver­ur­sacht werden. Mit Public Domain (PD) wäre ein praktisch kostenloser Bezug, z.B. via Internet verbunden.

Geodatenmarkt

Eine zweite Studie analysiert den Geodatenmarkt in der Schweiz. Die wesentlichsten Aussagen sind: Das aktuelle Marktvolumen beläuft sich auf ca. 200 Mio. Fr. pro Jahr, inkl. Datenveredelung, Software und Dienstleistungen. Wichtigste Anwendungsbereiche sind Planung, Kartografie, Vermessung, Navigation sowie Marketing und Vertrieb. Das Marktpotential wird aus verschiedenen Gründen bei weitem nicht aus­geschöpft. Wesentliche Hindernisse sind: Die Datensätze sind nicht einfach genug verfügbar oder zu teuer, sie sind zum Teil noch nicht flächendeckend vorhanden (z.B. Amtliche Vermessung). Der Markt wächst unter den derzeitigen Verhältnissen jährlich um ca. 10%.

Die Studie wagt auch eine Prognose, wie sich der Geodatenmarkt entwickeln würde, wenn die Daten leicht erhältlich wären und die Preise deutlich gesenkt würden. In der Tabelle wird dargestellt, welche Marktentwicklung für die verschiedenen Anwendungsgebiete zu erwarten ist und zwar in der zweithin­tersten Kolonne bei heutiger Preispolitik und in der hintersten Kolonne mit markant tieferen Preisen (MC).

Ein grosses Wachstumspotential wird in den nächsten Jahren erwartet bei Navigation / Logistik, Marketing / Vertrieb und bei Informationssystemen. Die Studie enthält eine grobe Schätzung. Sie geht bei heutiger, unveränderter Preis- und Abgabepolitik von einem jährlichen Wachstum von 10% oder 20 Mio. Fr./Jahr aus. Beim Vertriebsmodell MC wird mit einem Wachstum von 20-30% oder 40-60 Mio. Fr./Jahr gerechnet. Bei PRI würde das Wachstum irgendwo dazwischen liegen.

Die Studie schätzt auch den mögliche Nutzen einer Low-Cost-Strategie für die Volkswirtschaft und kommt zu positiven Ergebnissen. Mehr Produkte, höherer Bekanntheitsgrad, häufigere Verwendung, erhöhter Nutzen der Geodaten, höhere Unternehmensgewinne, höhere Steuererträge des Bundes und der Kantone von geschätzt je 1.5-3 Mio. Fr./Jahr. Zudem entstände ein nicht quantifizierbarer Nutzen von mehreren Mio. Fr./Jahr. Am stärksten von der neuen Tarifpolitik betroffen wären gewisse Kantone und swisstopo.

Zur Zeit ist noch eine ganze Reihe von Fragen ungeklärt. So ist die Akzeptanz der verschiedenen Modelle noch offen. Welche Haltung werden das federführende Departement VBS einnehmen, welche die Eidg. Finanzverwaltung, welche der Bundesrat und letztlich das Parlament? Was sagen die mitbetroffenen Kantone dazu? Wie reagieren die Kunden, wie potentielle Konkurrenten? Wie wechseln wir allenfalls zur neuen Strategie, auf einen bestimmten Zeitpunkt oder in mehreren Stufen? Welche gesetzlichen Grundlagen müssen noch geschaffen werden?

Dr. Erich Gubler
Präsident Interdepartementale GIS-Koordinationsgruppe GKG-KOGIS
Direktor swisstopo
Seftigenstrasse 264
CH-3084 Wabern

Vollständige Version siehe VPK 1/2003
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


Le programme d'impulsion e-geo.ch relie et encourage les activités

Que ce soit en politique, en économie ou dans la vie privée, une part importante des questions auxquelles nous nous trouvons confrontés quotidiennement font appel ou nécessitent pour leur résolution d’avoir recours à des informations relatives au territoire et aux phénomènes qui y prennent place. L’information géographique, à la fois modèle et mémoire des connaissances que nous avons de notre environnement naturel et construit, contribue à une administration plus soucieuse de développement durable et d'aménagement du territoire et plus respectueuse du citoyen. Elle aide les entreprises à améliorer leur gestion logistique ou leur stratégie marketing. Elle facilite également l'accès des individus à la connaissance et aide à la solution de leurs soucis quotidiens. En raison de son utilité propre, mais aussi par les positions stratégiques qu'elle permet de prendre, l'information géographique constitue un volet à part entière du développement de la Société de l'Information et un élément essentiel de l’infrastructure nationale au même titre que les réseaux de distribution, de transports et de communication. L’information géographique est un des enjeux du développement économique moderne.

A. Buogo, COSIG/KOGIS

L'information géographique est la description d'objets, d'événements, de phénomènes localisés par rapport à la surface de la terre. La connaissance de leur position géographique leur donne tout leur sens et autorise à leur appliquer un raisonnement spatial. Cette référence au territoire peut s’exprimer sous diverses formes dont la plus commune reste encore aujourd’hui certainement la carte ou le plan. Images satellites, photographies aériennes, cartes numériques ou objets référencés par des coordonnées, adresses géocodées, répertoires des rues et des noms de lieux sont autant de formes de géodonnées porteuses d’informations géographiques. Aujourd’hui, elles peuvent être dupliquées sans dégradation, circulent et s’échangent à grande vitesse via les réseaux de communication, se combinent avec d’autres informations en vue d’en créer de nouvelles.

Dans le cadre d’une étude, mandatée par la commission européenne, la valeur économique des informations géographiques, c’est-à-dire la part du revenu national attribuable aux industries et aux activités relatives à l’exploitation de ces informations représentait dans l’Union Européenne, en 1999, environ 50 milliards de francs suisses (0.5% PIB). Sur 15 milliards de francs investis annuellement pour les informations du secteur public (production et mise à jour), plus de 7 milliards concernent des informations géographiques. Toutefois, la même étude met également en évidence les barrières qui subsistent encore pour un réel développement du marché intérieur lié aux informations du secteur public et par-là aux informations géographiques également :

·         Recherche des données difficiles

·         Manque de normes appliquées uniformément

·         Barrière des langues

·         Résistance de la part des services publics

·         Prix trop élevés

·         Manque de transparence dans le mode de fixation des prix

·         Fixation des prix inconsistante entre les divers partenaires

·         Contrats d’exclusivité et droits d’auteurs limitant la réutilisation

Autant de points pour chacun desquels une analogie peut être faite avec les problèmes les plus fréquemment mentionnés en Suisse dans le secteur des informations géographiques. Nombre de géodonnées, souvent de grande qualité, sont disponibles mais beaucoup restent difficilement accessibles. La valeur de reconstitution de ce trésor de données résidant pour la plupart au sein des divers services de nos administrations est estimée à plusieurs milliard de francs. Un processus qui, même avec les technologies actuelles, demanderait certainement plusieurs centaines d’années-homme s’il devait être recommencé.

Un élément de réponse, en vue de valoriser au mieux un tel trésor et d’en permettre une réutilisation plus efficace, est la mise en œuvre commune d’une infrastructure nationale de données géographiques. L’objectif recherché, via une telle infrastructure, est d’assurer la disponibilité et l’accès à une information géographique de qualité, contribuant par-là à la croissance économique, à un environnement de qualité, au développement durable et au progrès social. Assurer la préservation des importants investissements consentis pour l’acquisition des données et leur tenue à jour, en faciliter les échanges et l’accès aux utilisateurs et au public, nécessite à la fois:

·         une organisation à même d’assurer une bonne coopération entre tous les acteurs et d’éviter la duplication des efforts;

·         la disponibilité de jeux de données géographiques « fondamentaux » complets respectant des standards et dont la mise à jour est assurée;

·         des services et une infrastructure technique adaptée aux spécificités des données géographiques;

·         une réglementation et des standards communs à même de faciliter la diffusion, les échanges et l’accès à l’information géographique;

·         un soutien de la formation continue et la recherche dans le domaine de la géomatique.

Une infrastructure nationale de données géographiques n’est pas un carcan de procédures rigides à respecter scrupuleusement. Il s’agit bien au contraire d’une structure développée, utilisée et étendue en commun par toutes les parties responsables de la mise à disposition de données de base, intégrant tous les échelons, locaux, régionaux et nationaux.

La Confédération souhaite promouvoir la mise en place d’une infrastructure nationale de données géographiques dans le cadre de la cyberadministration (eGovernment), interconnecter les données les plus diverses, faciliter leur accès et favoriser leur emploi. Le programme d’impulsion e-geo.ch – une initiative de l’organe de coordination interdépartementale pour l’information géographique et les systèmes d’information géographique de la Confédération (COSIG) – a pour objectif d’encourager et de mettre en relation les activités et les mesures requises à cet effet. Tous les services de la Confédération, mais également les cantons et les communes, les acteurs économiques et les unités de recherche saisissant, gérant et utilisant des géodonnées sont conviés à s’engager pour la poursuite d’objectifs qui leur sont communs. Tous peuvent apporter une contribution active et décisive au développement de l’infrastructure nationale de données géographiques par la création des conditions requises pour sa mise en place, par l’extension de la collaboration et l’optimisation des services offerts ainsi qu’une interconnexion de l’ensemble qui soit pleinement orientée vers les utilisateurs.

Notre souhait est que l’ensemble puisse se mettre en place selon un mode participatif libre où la volonté de chaque partenaire est clairement affichée par la signature de la charte e-geo.ch. La charte e-geo.ch s’inscrit dans une perspective à long terme. Ses signataires s’engagent activement à prendre ou à apporter tout leur soutien à des mesures tant internes qu’externes visant à encourager l’utilisation en réseau d’informations géographiques et donc à tirer le meilleur profit de leur énorme potentiel économique.

Vous retrouverez l’essentiel de ces informations en parcourant la brochure qui accompagne notre programme e-geo.ch. Des exemplaires de cette brochure sont mis gracieusement à votre disposition sur simple demande de votre part. Pour en savoir plus et suivre l’évolution du programme e-geo.ch, je vous invite également à visiter régulièrement notre site internet www.e-geo.ch.

Alain Buogo
Responsable du centre de coordination de l'information géographique COSIG
Seftigenstrasse 264
CH-3084 Wabern
<//a><//a><//a><//a>alain.buogo@swisstopo.ch

Texte intégral: MPG 1/2003
Commendez la revue MPG:
verlag@geomatik.ch


Online-Dienste für Geodaten im Kanton Basel-Stadt

Mit einem stufengerechten Angebot von Online-Diensten für Geodaten schafft der Kanton Basel-Stadt die Voraussetzungen, um die in hoher Qualität vorhandenen digitalen Karten und Planwerke einem breiten Benutzerkreis zu erschliessen. Von grosser Bedeutung für die Verknüpfung von Geodaten mit Sachdaten ist die verwaltungsweit koordinierte Bewirtschaftung von zentralen Informationsobjekten wie Personen, Gebäude, Grundstücke etc.

W. Oswald, S. Rolli

Voraussetzungen

Bereits in den späten Sechzigerjahren Jahren hat der Kanton Basel-Stadt ein Konzept für die computergetützte Bewirtschaftung von zentralen Informationsobjekten wie Personen, Gebäude, Grundstücke entwickelt. In einem zentralen Mainframe-Umfeld entstanden umfangreiche Applikationen für die Bereiche Einwohner, Bodendaten und Grundstücksinformationen.

Sehr früh wurde die Bedeutung von strukturierten digitalen Plan- und Kartenwerken erkannt und bereits 1972 beauftragte der Grosse Rat das Grundbuch- und Vermessungsamt mit der Digitalisierung der Grundbuchpläne. Seit 1988 liegen die Daten der Amtlichen Vermessung in homogener digitaler Form über das ganze Kantonsgebiet vor und können über das Verwaltungsnetz online oder als CAD-Daten auf Datenträger bezogen werden.

Mit einem neuen Bau- und Planungsgesetz wurden 1999 die Voraussetzungen geschaffen, um Nutzungs- und Zonenpläne sowie andere auf das Grundeigentum einwirkende Sachverhalte wie Lärmschutzzonen, Grundwasserschutzzonen und weitere öffentlichrechtliche Eigentumsbeschränkungen in die Amtliche Vermessung und damit in die Boden- und Grundstücksinformationssysteme zu integrieren.

Dezentralisierte Informatik und Datenlogistik

Wie in vielen Verwaltungen wurde auch in Basel in den letzten Jahren die Informatik dezentralisiert. Zentrale Hostapplikationen werden zunehmend durch am freien Markt erhältliche Standard-Fachlösungen ersetzt.

Eine besondere Herausforderung stellt in diesem Zusammenhang die Koordination unter den verschiedenen Fachsystemen und der Datenaustausch dar. Die Grundbuchdaten und die Daten der Amtlichen Vermessung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Mit der Datenlogistikstrategie stellt der Kanton eine Koordination der Geschäftsabläufe in verteilten Fachsystemen, sowie eine konsistente Datenhaltung sicher.

Die fachliche und organisatorische Umsetzung wird durch die Kantonale Informatik-Konferenz geführt, welche dazu auf Dienstleistungen der Kommission für Datenlogistik und der Fachstelle für Datenlogistik zurückgreifen kann.

In einem ersten Schritt wurden Datenmodelle für Personen und Gebäude erstellt, welche die Modellierung von dienststellenverbindenden Geschäftsabläufen ermöglichen.

Die Datenflüsse werden über einen operativen Datenmarkt abgewickelt, welcher mit den Funktionen

·         Datenzusammenführung

·        Steuerung des Informationsflusses

·        Datenverteilung an Dienststellen

·        Datenbezug für Applikationen

eine koordinierte und dennoch unabhängige Datenbewirtschaftung in autonomen Fachsystemen ermöglicht.

Fachstelle für Geoinformation

Um den steigenden Bedarf an räumlichen Informationen in Verwaltung und Privatwirtschaft in den Bereichen Planung und Stadtentwicklung, Bauwesen, Kommunikation, Navigation, Marketing, Statistik abzudecken, wurde 1999 beim Grundbuch- und Vermessungsamt eine Fachstelle für Geoinformation geschaffen.

Die Fachstelle ist kantonales Fachzentrum für Bereitstellung, Weitergabe und Analyse von Informationen, welche aus Geodaten und damit verknüpften Sachdaten abgeleitet werden. Sie begleitet, unterstützt und koordiniert die Integration von grafischen Geodaten in Arbeitsabläufe der kantonalen Verwaltung. Dies zielt auf die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und mehr Effizienz und Qualität bei der Verwendung von Geodaten und Geografischen Informationssystemen (GIS). Die Hauptaufgaben der Fachstelle umfassen die Bearbeitung spezieller amtstellenverbindender GIS-Fragestellungen, die Beratung und Ausbildung im GIS-Bereich, die Koordination von Geodaten und GIS-Projekten sowie die hier näher zu erläuternde anwendungsgerechte Verteilung der Geodaten.

Die im Kanton Basel-Stadt realisierten Online-Dienste für Geodaten orientieren sich am bekannten GIS-Anwender Dreieck (Abb. 1). Für die anzahlmässig grösste Gruppe der Betrachter stehen die für Auskunftszwecke optimierte Kartenapplikationen (Geodaten-Viewer) zur Verfügung, für die Gruppe der Nutzer wird auf die Funktionalitäten eines MapServers zurückgegriffen und für die relativ kleine Gruppe der Spezialisten werden die vorhandenen Daten über eine automatisierte Geodatendrehscheibe verteilt.

Geodatendrehscheibe und Datenausgabe mit Geoshop

Für die kantonsweite Datenverteilung sind für die grafischen Daten der GeoShop und für die Sachdaten der Datenmarkt im Einsatz. Die beiden Systeme weisen einen ähnlichen, servicebasierten Aufbau auf und kommunizieren eng miteinander, werden aber von verschiedenen Dienststellen aufgebaut und unterhalten.

Die Verteilung von Geodaten wurde mit dem für Datenzusammenführung und -ausgabe optimierten Standardwerkzeug GeoShop der Firma InfoGrips GmbH realisiert. Die dezentral von verschiedenen Dienststellen bewirtschafteten Geodaten werden nach jeder Nachführung beim GeoShop angeliefert. Dort werden sie aus dem Ursprungsformat in das sytemneutrale Format Interlis umgewandelt und als Kopie in einem Geodatenpool zentral vorgehalten. Für Weiterverarbeitungen werden die vom GeoShop verwalteten Daten wieder in das vom Kunden gewünschte Format umgewandelt und zugestellt.

So liefert beispielsweise die Amtliche Vermessung, deren Datenhaltung entsprechend der ursprünglichen Blatteinteilung fileorientiert ist, nach jedem Nachführungsvorgang automatisch eine Kopie des nachgeführten Blattes an den GeoShop. Dort wird diese unmittelbar in den Geodatenpool integriert und steht sofort allen interessierten Dienststellen zur Verfügung.

Neben der Amtlichen Vermessung ist auch der kantonsweit digitalisierte Leitungskataster, die Zonenpläne, das Höhenmodell und Administrativen Einteilungen zentral im Geodatenpool vorhanden. Berechtigte Personen und Anwendungen haben somit die Möglichkeit auf aktuelle Daten zuzugreifen und diese blattschnittfrei, in der gewünschten Aufbereitungsart und Ausgabeformat zu beziehen.

Damit auch die Verteilung von Bilddaten mit GeoShop erfolgen kann, wurde das auf Rasterdatenhaltung spezialisierte Produkt GRIDS der Firma Genova AG in den GeoShop integriert.

Somit können auch Orthofotos, eingescannte und georeferenzierte Planwerke (z. Bsp. historische Katasterpläne, Matrixhöhenmodelle) in beliebiger Grösse blattschnittfrei abgelegt und wieder in verschiedenen Formaten, Ausschnitten und Auflösungen exportiert werden.

Der Zugriff auf den zentralen Geodatenpool kann auf verschiedene Arten erfolgen:

Der Java-Client zeigt die im Datenpool vorhandenen Daten in einem Kartenfenster an und erlaubt den zu bestellenden Ausschnitt und die gewünschte Aufbereitungsart interaktiv zu wählen. Die Lieferung erfolgt über E-Mail bzw. per FTP-Download.

Der Batch-Client kann in ein bestehendes Programm integriert werden und ermöglicht eine direkte, automatisierte und anwendungsoptimierte Datenlieferung.

Mit dem HTML-Client können Daten aus dem Geodatenpool als Rasterbild visualisiert und direkt in eine Internetseite eingebaut werden.

Der Datenaustausch zwischen Datenmarkt und GeoShop (Abb. 2) wird über spezifische Schlüsselattribute gewährleistet. So werden beispielsweise bei einem neu projektierten Gebäude die dazugehörigen Sachinformationen durch die zuständige Dienststelle erhoben, sowie der Gebäudegrundriss und die Eingangsadresse digitalisiert. Die Gebäudedaten und die neue Eingangsadresse werden automatisch an den Datenmarkt, der Gebäudegrundriss an den GeoShop weitergeleitet. Mit einem Verschnitt der involvierten Geodaten ermittelt der GeoShop die dazugehörige Parzelle, Zonen und administrative Einteilungen. Wird der Zonenplan mutiert, bereinigt der GeoShop automatisch entsrpechende Attribute von betroffenen Gebäuden im Datenmarkt.

Für die Beschreibung der im Datenmarkt, Geodatenpool und weiteren peripheren Fachsystemen vorhandenen Datenbestände wird von der Zentralen Informatik-Dienststelle eine Metadatenbank aufgebaut. Diese basiert auf dem Produkt Catalog of Data Sources (CDS), wird Informationen zu Geodaten und Sachdaten zusammen enthalten und ähnlich aufgebaut sein wie der Umweltdatenkatalog Schweiz (http://www.ch-cds.ch).

Geodaten-Viewer für Auskunftszwecke

Die vorgestellte Geodatendrehscheibe ist vor allem für Spezialisten interessant, die Geodaten in eigene Projekte einbauen müssen. Der grösste Teil der Geodaten-Nutzer benötigt aber nur eine einfache und vor allem rasche Einsicht auf Pläne und Karten. Hierfür wurde vom Grundbuch- und Vermessungsamt in Zusammenarbeit mit einer privaten Internetfirma eine einfache, Internettechnologien anwendende Kartenapplikation entwickelt. Sie basiert auf vordefinierten Rasterkacheln und Zoomstufen und steht seit zwei Jahren im Internet und im Intranet im Einsatz. Die Applikation benötigt auf der Serverseite ausser einem Webserver keine zusätzliche Software und auf dem Client reicht ein normaler Internet-Browser, um auf Karten zuzugreifen. Die Kartenapplikationen sind so aufgebaut, dass sie problemlos in verschiedene Internetseiten eingebaut, mit unterschiedlichen Karteninhalten und Zusatzinformationen aus Datenbanken angereichert werden können.

Beispiele im Internet sind der Offizielle Stadtplan (http://stadtplan.bsonline.ch), der Lärmbelastungskataster (http://stadtplan.bsonline.ch/laermkataster) oder der vom GeoShop HTMLClient erzeugte Parzellenplan (http://www.gva.bs.ch/stadtplan). Eine Übersicht der vorhanden Applikationen im Internet gibt die Seite http://gva.bsonline.ch/geodaten_online.cfm.

Im Intranet stehen den Verwaltungsangehörigen noch weitere Karten (in Verbindung mit Sachdaten) online zur Verfügung. Die dort meistbesuchte Seite ist der Parzellenplan, welcher auf der untersten Zoomstufe die aktuellen Daten der Amtlichen Vermessung zeigt. Wahlweise können Zusatzinformationen, wie Fixpunkte, Höhenpunkte, Hydranten oder Parzellennummern als “intelligente” Symbole eingeblendet werden, welche bei Bedarf zu weiteren Detailinformationen führen.

So erscheint beispielsweise bei einem Klick auf eine Parzellennummer (Abb. 3) ein neues Fenster. Darin wird eine vereinfachte, aus der Datenbank des EDV-Grundbuchs gewonnene Zusammenfassung der wichtigsten Grundstücks- und Eigentumsinformationen angezeigt (Abb. 4).

Umfassende Grundstücksinformationen können, sofern die dazu notwendigen Berechtigungen vorliegen, online mit der Web-Applikation Intercapi ab dem EDV-Grundbuch bezogen werden. Eine Verknüpfung mit der Kartenapplikation “Parzellenplan” ermöglicht jeweils zu den beschreibenden Informationen auch die dazugehörenden Planausschnitte anzuzeigen.

MapServer mit GIS-Basisfunktionalitäten

Die für Auskunftszwecke optimierte Kartenapplikationen stossen für Anwendungen, welche mehr Funktionalitäten benötigen, an ihre Grenzen. Im Intranet werden deshalb für solche Bedürfnisse projektspezifische MapServer-Anwendungen basierend auf der Software GeoMedia WebEnterprise entwickelt.

Die im Gegensatz zu den Kartenapplikationen vorhandene Vektorfunktionalität erlaubt es, dass auch dezentral im Intranet dynamische Kartendarstellungen, einfache Datenerfassungen, räumliche Verschnitte und Selektionen sowie qualitativ hochstehende Ausdrucke durchgeführt werden können. Dies ohne Spezialsoftware auf den Computern der Anwender installieren zu müssen. Durch den Einsatz eines zentralen MapServers mit GIS-Funktionalitäten beschränkt sich die Installation von speziellen GIS- oder CAD-Programmen auf die Arbeitsplätze der Spezialisten.

Aktuelle Projekte, die auf den MapServer zurückgreifen, sind ein kantonales Zonenplanauskunftssystem und Map-Funktionen für die Anwendung “Baubegehren 2000” des Bauinspektorates.

Das Zonenplanauskunftssystem kann die verschiedenen Zonenplanebenen (Bauzonen, spezielle Bestimmungen, Planungszonen, Wohnanteilplan, Lärmempfindlichkeitstufen etc.) in verschiedenen Ausprägungen abrufen und in bekannter CAD-Qualität ausdrucken. Bei der Wahl einer Parzelle wird diese online mit dem Zonenplan verschnitten, die Zonenflächenanteile werden ausgewiesen, deren Inhalte berechnet und zusammen mit den allgemeinen Zoneninformationen angezeigt. Zudem sind alle öffentlich-rechtlichen Einschränkungen auf der Parzelle graphisch ersichtlich und in Kombination mit der Web-Applikation Intercapi (Zugriff für Berechtigte auf das EDV-Grundbuch) auch inhaltlich, in der wörtlichen Fassung einsehbar.

Die Mapfunktion der Applikation “Baubegehren 2000” kann die projektierten Gebäude nach Datum der Baueingabe, Baustatus, Art des Bauprojektes und anderen Merkmalen selektieren und anzeigen. Die dazu notwendigen Sachdaten werden direkt vom Datenmarkt bezogen.

Eine weitere Mapfunktion dient der Erfassung der Eingangsadress-Koordinaten von neuen Bauprojekten und Gebäuden. In einer von der Zentralen Informatik Dienstelle entwickelten Java-Applikation ist ein MapServer-Kartenfenster eingebaut, damit der Sachbearbeiter einfach die Koordinaten per Mausklick bestimmen und in den Datenmarkt übertragen lassen kann.

Fazit

Die vorgestellten Online-Dienste für Geodaten zeigen, dass mit geeigneten Datendrehscheiben eine anwendungsgerechte Versorgung mit Geodaten in einem dezentralisierten Informatik-Umfeld möglich ist. Besonders wichtig ist, dass die Geschäftsabläufe für zentrale Informationsobjekte wie Personen, Gebäude und Grundstücke verwaltungsweit miteinander abgestimmt sind, damit einerseits keine Dateninkonsistenzen entstehen und andererseits die Verbindung zwischen Geodaten und Sachinformationen jederzeit gewährleistet ist.

Es ist vorgesehen, Online-Dienste für Geodaten auch im Internet anzubieten. Ein solches Angebot kann jedoch erst umfassend realisiert werden, wenn Zugriffsregelungen vorliegen, welche einerseits strengen Datenschutzbestimmungen und andererseits dem Öffentlichkeitsprinzip genügen. Ebenso muss die Verbindlichkeit der Internet-Dienste gewährleistet sein.

Walter Oswald
Leiter Geoinformatik
Grundbuch- und Vermessungsamt Basel
CH-4001 Basel
walter.oswald@bs.ch

Simon Rolli
Leiter Fachstelle für Geoinformation
Grundbuch- und Vermessungsamt Basel
CH-4001 Basel
simon.rolli@bs.ch

Vollständige Version siehe VPK 9/2001
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


GIS in der Raumplanung im Kanton Graubünden

Das Amt für Raumplanung des Kantons Graubünden arbeitet zunehmend mit Informatikunterstützung und setzt ein Geo-Informationssystem (GIS) ein. Der Ansatz "Wirtschaftlichkeit durch Standardisierung" ermöglicht es allen an der Raumplanung beteiligten Partnern, von den digitalen Daten zu profitieren. Der Artikel zeigt den GIS-Einsatz im Kanton Graubünden und die Erfahrungen drei Jahre nach dem Start des Projektes des digitalen Zonenplans.

C. Ehrler, F. Lutz, K. Vieli, T. Cadruvi, D. Bezzola, E. Arpagaus, R. Atzmüller, P. Hauenstein, A. Oswald

Die Bündner Lösung
C. Ehrler

In den 90er Jahren ist die Digitalisierung in der Raumplanung stark vorangeschritten. Mehr und mehr Raumplaner ersetzen den Bleistift durch die Computermaus. Die Verwaltungen bewirtschaften Raumplanungsdaten zunehmend mit einem Geographischen Informationssystem. Gemeinden betreiben selber ein GIS oder nutzen das Potential der räumlichen Informationssysteme durch Einkauf von entsprechenden Dienstleistungen. Bereits haben sich Anbieter im Markt etabliert, die einen umfassenden Service inklusive Raumplanung im GIS-Bereich anbieten.

Das Amt für Raumplanung Graubünden (ARP) stand vor der Frage, wie die Digitalisierung der Raumplanungsdaten angepackt werden soll. Wir suchten eine Lösung, bei der alle Beteiligten gerne mitmachen, weil sie allen zu Gute kommt. Dies erreichten wir durch eine systemunabhängige Standardisierung. Sie schaffte die Voraussetzungen, dass möglichst viele beteiligte Akteure die Daten in ihre Geschäftsabläufe integrieren können.

Projekt Zonenplan

Als erstes wurde der Zonenplan angepackt, weil man sich von dessen Digitalisierung den grössten wirtschaftlichen Nutzen versprach. Die direkt beteiligten Partner, die 212 Gemeinden und die im Kanton tätigen Raumplaner, wurden miteinbezogen. Das Zonenplanprojekt beinhaltet folgende Kernpunkte:

  • Der Zonenplan wird vollständig digital erfasst.
  • Mit einem Datenmodell wird die digitale Abbildung exakt definiert.
  • Das Datenmodell ist mit Interlis beschrieben und Interlis dient auch als Schnittstelle für den systemunabhängigen Datenaustausch.
  • Der Kanton bezahlt den Gemeinden die erstmalige Digitalisierung auf der Grundlage eines Zusammenarbeitsvertrags.
  • Der Kanton vergibt seine Digitalisierungsaufträge per Submission. Damit wird eine faire Vergabe und eine marktwirtschaftliche Preisbildung erreicht.
  • Das ARP ist für das Gesamtprojekt und insbesondere für die Qualitätssicherung verantwortlich.
  • Rechtliche Fragen wurden vorerst ausgeklammert, um erst einmal praktische Erfahrungen sammeln zu können.

Die rechtlichen Regelungen werden nun in Zusammenarbeit mit den Beteiligten ausgearbeitet. Das ARP ist entschieden der Meinung, dass es sich bei den Raumplanungsdaten um «öffentliche Daten» handelt, auf deren unentgeltliche Einsicht die Öffentlichkeit ein Recht hat (vgl. Bundesgesetz über die Raumplanung Art. 4 Abs. 3: «Die Pläne nach diesem Gesetz sind öffentlich»). Laut Prof. Rolf H. Weber besteht für Geodaten generell kein Eigentumsschutz. Ein urheberrechtlicher Schutz ist meist ebenfalls nicht gegeben, da keine individuelle geistige Schöpfung vorliegt (Rolf H. Weber: «Rechtlicher Regelungsrahmen von raumbezogenen Daten»).

Die Kosten für die Datenerfassung aller kommunalen Zonenpläne ohne die Arbeitsleistung des ARP werden rund 2.5 Mio. Franken betragen. Dank einem konsequenten Kostenmanagement (Submission, keine Systemabhängigkeit) konnten die Ausgaben im Griff gehalten werden. Die Nachführung wird gemeinsam durch die Gemeinden und das ARP gewährleistet. Das Projekt liegt im Zeitplan, so dass im Jahre 2004 die Ersterfassung der Zonenpläne abgeschlossen werden kann.

Ausblick

Die Vorbereitungsarbeiten für die Digitalisierung der Generellen Erschliessungspläne (GEP) sind bereits weit gediehen. Das Datenmodell GEP befindet sich in der Vernehmlassung und wird demnächst publiziert. Die Digitalisierung nach einem einheitlichen Datenmodell kann also dieses Jahr beginnen. Ebenfalls noch dieses Jahr wird mit der Erarbeitung des Datenmodells für den Generellen Gestaltungsplan begonnen.

Digitalisierung der Zonenpläne aus Sicht des Raumplaners
F. Lutz, K. Vieli

Unsere Arbeiten im Bereich der Raumplanung erfolgen ausschliesslich mit dem Programm ADALIN, Version 3.0LIS.7.5. Nachdem das ARP die Interlis-Schnittstelle beschrieben hat, wurde die ADALIN-Applikation "Raumplanung" so vervollständigt, dass wir die Zonen der Grundnutzung und der überlagerten Nutzung erfassen und über die vorgegebene Interlis-Schnittstelle exportieren können.

Die erwähnte Applikation "Raumplanung" erfüllt für uns zwei wichtige Voraussetzungen:

  • einfacher Export der Daten über die Interlis-Schnittstelle
  • gute Darstellung der geplotteten Zonenpläne.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten erachten wir diese Applikation heute als gute Lösung für unsere Digitalisierungs- und Anwendungsarbeiten.

Ersterfassung

Im Rahmen von Totalrevisionen digitalisieren wir Nutzungspläne der Gemeinden und verschiedentlich auch Zonenpläne im Auftrag des ARP. Es traten keine grösseren Probleme auf und die Vorgaben des Datenmodells werden erfüllt. Es ist sowohl für Planungsbüros als auch für Benutzer von Raumplanungsinformationen wichtig, dass durch ein einheitliches Modell der Datenaustausch in einfacher Weise ermöglicht wird. Mit der finanziellen Unterstützung des Kantons Graubünden wird erreicht, dass in Zukunft alle Gemeinden über digitalisierte Zonenpläne gemäss vorgegebenem und einheitlichem Datenmodell verfügen. Gleichzeitig treten bei Digitalisierungsarbeiten immer wieder verschiedene formelle und materielle Unstimmigkeiten in den Zonenplänen zu Tage, welche von den Gemeinden anlässlich der nächsten Ortsplanungsrevision korrigiert werden können.

Bewirtschaftung und Nachführung der Daten

Die digitale Erfassung der Daten macht nur Sinn, wenn deren Bewirtschaftung und Nachführung gesichert ist. Verantwortlich dafür sind die Gemeinden. Ob dies die optimale Lösung ist, bleibt abzuwarten. Ob, respektive wie weit diese Aufgabe selber oder durch Auftrag an Dritte bewältigt werden kann, ist für die meisten Gemeinden noch ein ungelöstes Problem. Auch bezüglich der rechtlichen Konsequenzen bei fehlerhaften Daten-Übertragungen bestehen noch offene Fragen.

 

Schlussfolgerungen

Als Planer mehrerer Gemeinden des Kantons Graubünden sowie anderer Kantone wünschen wir:

  • ein einheitliches Datenmodell zumindest auf Kantonsebene; es gewährt uns eine zweckmässige Abwicklung von Planungsaufträgen und deren Nachführung (Interlis 2)
  • Datenmodelle für die Digitalisierung der Generellen Erschliessungs- und der Generellen Gestaltungspläne
  • Abgabemöglichkeit der digitalisierten Daten zur Benutzung an Gemeinden, Planer etc.

Nutzung von Raumplanungsdaten im Kommunalen Informationssystem (KIS) Laax
T. Cadruvi

Die Gemeinde Laax besitzt seit 1975 digitale Raumdaten. Seit 1998 werden alle geographischen Daten auf dem KIS Laax, welches von der Gemeinde und dem Elektrizitätswerk Bündner Oberland AG (EWBO) genutzt wird, zur Verfügung gestellt. Aufbau bzw. Erweiterung, Betrieb und Unterhalt sind dem Ingenieurbüro Cavigelli und Partner in Ilanz übertragen worden (Vereinbarung unter den drei Partnern).

Zurzeit präsentiert sich das KIS Laax wie folgt:

  • Basisdaten (amtliche Vermessung inkl. Register, Orthofotos, Höheninformationen, Karten)
  • Werkleitungsinformationen (Wasser, Abwasser, Trassees, Elektrizität, Strassenbeleuchtung)
  • Raumplanungsdaten (vgl. nachstehend)
  • Verschiedenes.

Der ganze Inhalt des KIS Laax wird zentral auf dem GIS-Server des Betreibers verwaltet. Es handelt sich um Standardsoftware mit wenigen Erweiterungen für die spezielle Nutzung beim Bauamt und EWBO (ArcInfo/ArcView). Das Bauamt und das EWBO haben über ein Glasfasernetz Verbindung zum GIS-Server des Betreibers. Sie nutzen alle verfügbaren geographischen Informationen auf einem Desktop-GIS mit Erweiterungssoftware (ArcView, Applikationen des Betreibers). Das beschriebene System ermöglicht im Vergleich z.B. zu Internet/Browser-Lösungen eine viel weitergehende und flexiblere Nutzung der Daten beim dezentralen Benutzer.

Nutzung von Raumplanungsdaten

Das Amt für Raumplanung Graubünden (ARP) besitzt ein Vollzugskonzept für die Digitalisierung in der Raumplanung. Die Gemeinde Laax konnte vom Teilprojekt Digitalisierung der Nutzungsplanung/Zonenpläne des ARP profitieren. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision wurde der Zonenplan (Kostenaufwand Fr. 15'000.-) zu Lasten des Kantons digitalisiert.

Das ARP wendet zwei ganz wesentliche Instrumente auch für die Nutzung von Raumplanungsdaten auf kommunalen Informationssystemen an, nämlich

  • die GIS-Datendokumentation «Nutzungsplanung Zonenplan» und
  • das GIS-Transfermodell in Interlis «Nutzungsplanung Zonenplan».

Dank diesen Vorgaben des ARP konnte die Gemeinde Laax den Zonenplan ohne nennenswerten Aufwand ins KIS übernehmen.

Als begeisterter und engagierter Benutzer des KIS Laax werde ich im Folgenden einige Vor-, aber auch Nachteile zur Anwendung des KIS im Allgemeinen und zur Nutzung der Raumplanungsdaten im Besonderen nennen (Beschränkung auf stichwortartige Darlegungen):

  • Erleichterung und Verbesserung der täglichen Arbeit des Bauamtes und der Werkgruppe (beinahe alle Zuständigkeitsbereiche sind über das ganze Gemeindegebiet vollständig abgedeckt und permanent nutzbar).
  • Verbesserung der Information für die Öffentlichkeit (Auskünfte am Bildschirm, Abgabe von Planausschnitten usw.).
  • Bessere Bedienung unserer Kunden (Abgabe von qualitativ hochstehenden Daten, z.B. umfassend beschrieben beim Zonenplan).
  • Nutzung von Daten verschiedener Datenherren, sofern entsprechende Vereinbarungen vorliegen (Elektrizität, EWBO).
  • Wenig redundante Datenhaltung und Nutzung einer einheitlichen Basis für alle Themen des KIS (z.B. keine Mehrfachnachführungen von Basisplänen).
  • Bei der Anwendung des KIS entfallen ärgerliche Probleme mit Datenformaten und Datenschnittstellen.
  • Die Organisation für Aufbau, Betrieb, Unterhalt und Anwendung eines KIS ist anspruchsvoll.
  • Der Nutzen in der Anwendung ist eher schwer quantifizierbar.

Für die Raumplanungsdaten gelten folgende Hinweise aus meiner Sicht im Besonderen:

  • Unsere Auftragnehmer, Planer, Ingenieure, Architekten usw. erhalten einwandfrei aufbereitete und beschriebene Zonenplandaten.
  • Planungsgrundlagen für gemeindeübergreifende Projekte können in einheitlicher Form abgegeben werden.
  • Zonenpläne können bei Gemeindezusammenschlüssen problemlos integriert werden (in Laax allerdings kein Thema).
  • Unvermeidbare Teilrevisionen des Zonenplanes können einfacher vollzogen werden. Der Zonenplan wird laufend nachgeführt.
  • Zurzeit fehlen noch einheitliche Datenbeschreibungen für weitere Planungsbereiche (z.B. Genereller Erschliessungsplan).

Aus meiner Sicht sind die Massnahmen des ARP bezüglich Datenbeschreibungen, Datenaustausch und auch Aufbereitung begrüssenswert. Voraussetzung ist allerdings, dass sie rechtzeitig und ohne grosse Auflagen bezüglich Nutzung und Weitergabe an Dritte getroffen werden.

Nutzung räumlicher Daten in den Bündner Gemeinden
D. Bezzola

Über alle Gemeinden besteht eine wachsende Fülle von Informationen, die in verschiedenen, inselartig verteilten Datenbeständen verwaltet werden. Raumbezogene Daten werden bisher entweder in Form von Plänen und Karten oder aber in Verzeichnissen erfasst, nachgeführt und verwendet.

Nachdem der Bund und der Kanton ihre Datenbestände weitgehend digitalisiert haben, wächst nun auch in den Gemeinden der Umfang digital aufbereiteter Daten. Auslöser dafür sind gesetzliche Vorgaben (amtliche Vermessung), kantonale Förderung (Zonenpläne) oder unternehmerische Entscheide zur Umstellung auf digitale Systeme (Infrastrukturbauten).

Die Ansprüche der Bevölkerung und der Gemeindebehörden an Informationen steigen. Sie können in Zukunft nur genügend befriedigt werden, wenn die Daten der verschiedenen Sachbereiche verknüpft verwendet werden. Neben der Darstellung und Analyse verschiedener Datenkombinationen werden Rauminformationssysteme auch zur Verwaltung betrieblicher Daten der Gemeinde eingesetzt.

Diese Kombination der Informationen verschiedener Herkunft (Grundbuchwesen, Raumplanung, Ingenieurwesen, Naturschutz u.a.) stellt für die Gemeinden eine Herausforderung dar, deren Bewältigung durch den Kanton nur wenig vorbestimmt ist. Die Gemeinden haben somit selbst die Arbeitsteilung zwischen den Datennutzern, den Datenherstellern und spezialisierten EDV-Dienstleistern festzulegen. Dabei sind technische, organisatorische und rechtliche Vorkehrungen für die Zusammenarbeit zu treffen.

Das gemeinsame Vorgehen benachbarter Gemeinden und die Partnerschaft mit öffentlichen oder privaten Fachstellen sind – mit Ausnahme grosser Gemeinden – wichtige Grundlagen für wirtschaftlich tragbare Lösungen. Der Aufbau fachübergreifender Rauminformationssysteme für die Gemeinden dauert mehrere Jahre. Daher sollen zunächst die vordringlichen Funktionen bestimmt und darauf aufbauend die Ausbauschritte festgelegt werden.

Wirtschaftsstandort Graubünden: Transparenz dank digitaler Raumplanungsdaten
E. Arpagaus

Wichtige Aspekte für ein effizientes Standortmarketing sind die Verfügbarkeit von Baulandreserven sowie ein entsprechendes Potential von gut ausgebildeten Arbeitskräften. Um einem potentiellen Investor Bauland oder allgemeiner formuliert Wirtschaftsflächen (beinhaltet auch bestehende Gebäulichkeiten) anzubieten, haben wir die Absicht, die vorhandenen Daten der Raumplanung mittels Internet den Investoren zugänglich zu machen. Damit hat der Investor anhand spezieller Kriterien die Möglichkeit, sich über das Angebot der vorhandenen Wirtschaftsflächen im Kanton Graubünden zu informieren. Der Investor erhält dadurch nicht nur Informationen über die Eigentumsverhältnisse, den Preis, die Lage etc., sondern auch noch einen Ausschnitt des Zonenplanes auf seinem Bildschirm angezeigt. Somit hat jedermann weltweit die Möglichkeit, sich über die verfügbaren Wirtschaftsflächen des Kantons zu informieren.

Mit dieser Lösung wird es künftig möglich sein, dem Bedürfnis nach einer transparenten, marktgerechten Information nachzukommen und damit die Qualität der Dienstleistung der kantonalen Wirtschaftsförderung zu erhöhen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das Image, das der Kanton Graubünden mit einer solchen Lösung repräsentiert. Wir können in Bezug auf die Nutzung des Geographischen Informationssystems aufzeigen, dass der Kanton Graubünden keine "technologische Provinz" darstellt, sondern im Vergleich mit den grossen Agglomerationen gleichwertig ist oder sogar besser dasteht.

Durch den zunehmenden Digitalisierungsgrad der Zonenpläne wird es innerhalb weniger Jahre möglich sein, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den interessierten Investoren vielfältige Informationen über die in Graubünden verfügbaren Wirtschaftsflächen in digitaler Form zur Verfügung zu stellen.

Richtplan GR 2000 – konsequente Unterstützung durch GIS
R. Atzmüller

Bereits in der Vorbereitungsphase zum Projekt RIP GR 2000 (im Herbst 1998) wurde beschlossen, das Projekt durch moderne EDV zu unterstützen. Beim RIP GR 2000 sollten die Vorteile von Geographischen Informationssystemen (GIS) konsequent genutzt werden, um die Arbeiten bei laufenden Plananpassungen zu erleichtern und rasch durchführen zu können. Zudem tragen moderne Kommunikationsmittel (z.B. Internet) dazu bei, die öffentlichen Pläne der Raumplanung auf zusätzlichen Informationsträgern zu verbreiten und damit die "Marktdurchdringung" zu erhöhen.

Am Anfang der Überlegungen standen fünf relevante Faktoren, die das Arbeiten mit dem GIS beeinflussen:

  • Der RIP GR 2000 wurde in vier Teilbereichen öffentlich ausgeschrieben. Es musste davon ausgegangen werden, mit vier verschiedenen Auftragnehmern mit vier unterschiedlichen GIS-Systemen zu arbeiten. Eine systemunabhängige Lösung, die gleichzeitig den Datenaustausch ermöglichte, musste erarbeitet werden.
  • Das Projekt RIP GR 2000 ist prozessorientiert. Das bedeutet, dass die Partner das Projekt beeinflussen. Dadurch ändern sich Aufbau und Inhalte laufend (z.B. hat der RIP GR 2000 heute nicht mehr vier Teilbereiche, sondern deren fünf). Die Struktur der Datenbank musste offen sein.
  • Der Leitfaden des Bundes für die Richtplanung musste umgesetzt werden.
  • Die GIS-Welt steht in einem Umbruch. Die Verknüpfung von Geometrie-Elementen mit Sachdaten auf einem Geodatenserver bietet neue Möglichkeiten. Die Lösung für den RIP GR 2000 musste zukunftstauglich und auf die neue GIS-Welt übertragbar sein.
  • Die Erfahrungen in anderen Kantonen (LU, AG, SH usw.) waren aufgrund anderer Rahmenbedingungen nur zum Teil übertragbar.

Die EDV-Lösung für den RIP GR 2000 wurde zusammen mit EDV-Spezialisten in mehreren Workshops erarbeitet. Es mussten Programme und Formate gewählt werden, die eine hohe Verbreitung haben und keine besonderen Spezialkenntnisse voraussetzen. Bei der gewählten Lösung handelt es sich um eine Access-Datenbank mit einer Schnittstelle zum GIS. Das bedeutet, dass jeder geometrische Richtplaninhalt durch einen eindeutigen Schlüssel mit der Sachdatenbank verknüpft ist. Es wird möglich sein, durch die Auswahl eines Objektes der digitalen Richtplankarte, in die entsprechende thematische Stelle im Richtplantext einzusteigen, um Sachinformationen einzusehen und weiter über Querbezüge in andere Themen zu gelangen.

Derzeit laufen die Arbeiten am Internet-Auftritt des RIP GR 2000 und an der Bestimmung des endgültigen Zielsystems (z.B. Migration der Access-Datenbank).

GIS-Zentrale der kantonalen Verwaltung Graubünden
P. Hauenstein

Ende der 80er Jahre wurde in der Kantonsverwaltung erkannt, dass die elektronische Datenverarbeitung auch in diesem Bereich eine wertvolle Arbeitshilfe darstellen kann. 1991 hat die Regierung beschlossen, ein für die ganze Kantonsverwaltung koordiniertes geographisches Informationssystem schrittweise einzuführen (GIS-GR).

Die wesentlichen Träger des GIS-GR sind die einzelnen Dienst- und Fachstellen, welche nach wie vor für die Erhebung, Bewirtschaftung und Nutzung der räumlichen Informationen verantwortlich sind. Als operatives Zentrum wurde die GIS-Zentrale aufgebaut. Sie koordiniert, berät und begleitet die Dienststellen bei den GIS-Projekten, stellt die zentrale Infrastruktur bereit und unterstützt als Dienstleistungsbetrieb die Dienststellen und hilft als Supportzentrum den Benutzern bei ihren täglichen Problemen.

Als wesentliches Instrument der Koordination wird in der GIS-Zentrale der Datenkatalog mit einer Beschreibung zu allen Geodatensätzen geführt. Die Beratung und Mitarbeit bei der Entwicklung von Datenmodellen und bei der Planung der Datenverwaltung ist ebenfalls eine wichtige Koordinationsaufgabe. Bei der Projektberatung steht sie nach Bedarf bei allen Projektphasen den Dienststellen beratend und unterstützend zur Seite. Die GIS-Zentrale betreibt die Hard- und Software der zentralen Datenbank- und Applikationsserver. Dazu gehören auch entsprechende Massnahmen zum Schutz vor Datenverlusten und unerlaubtem Zugriff. Die GIS-Zentrale besorgt als zentrale Dienstleistung den Druck der grossformatigen Pläne. Je nach personeller Situation in den Dienststellen übernimmt die GIS-Zentrale Teilarbeiten oder ganze Projekte. Mit den privaten Auftragnehmern der Dienststellen arbeitet die GIS-Zentrale nach Bedarf zusammen. Anfragen und Aufträge Dritter werden entgegengenommen, wenn es die spezielle Situation der GIS-Zentrale prädestiniert und die personellen Kapazitäten erlauben.

Von Beginn an wurden die Daten zentral und relativ einheitlich auf den zentralen Servern in der GIS-Zentrale gehalten. Alle GIS-Arbeitsplätze in der Zentralverwaltung sind vernetzt. So standen von Anfang an bis heute alle bereits aufgearbeiteten Geo-Daten in der neusten Version allen Nutzern direkt zur Verfügung. Eingesetzt werden die Produkte der Firma ESRI (ARC/INFO, ArcView) und das relationale Datenbanksystem Oracle. Der Zugriff auf die Geo-Daten erfolgt möglichst direkt von den individuellen Arbeitsplätzen der einzelnen Informationssuchenden aus.

In neuerer Zeit wurde für einen unkomplizierten Zugriff auf einfache Karten eine Intranet-Lösung aufgebaut. Bei dieser Lösung werden die Geodaten von einem speziellen Server (Internet Map Server) aufbereitet und via Webserver dem Internet-Browser zugeführt. Da heute beinahe jeder Arbeitsplatz über einen Browser verfügt, stehen die Geo-Daten ohne besonderen Installationsaufwand einem wesentlich grösseren Nutzerkreis zur Verfügung. Diese Technologie erlaubt auch die Integration mit anderen Text, Tabellen und Bildinformationen. Die dem Benutzer zur Verfügung stehende Funktionalität ist zwar noch bescheiden, doch stellt diese Lösung einen wesentlichen Integrationsschritt für Daten und Anwendungen dar.

Auch die dezentralen Stellen der Kantonsverwaltung wie Kreisforstämter oder Bezirkstiefbauämter benötigen und verarbeiten räumliche Informationen. Die direkte Anbindung an die zentrale Infrastruktur war bisher infolge der hohen Kosten für die benötigte Netzwerkbandbreite nicht möglich. Einige dieser Stellen arbeiten daher mit lokalen Installationen und sind deswegen auch mit dem entsprechenden Installations- und Administrationsaufwand belastet. Zudem müssen die Daten laufend mit der Zentralverwaltung mittels manuellem Datentransfer abgeglichen werden. Die Vernetzung wird für diese Stellen laufend ausgebaut.

Ausblick

Geographische Informationssysteme haben sich erst in den letzten Jahren stärker und allgemein verbreitet. Das Markt- und Entwicklungspotential ist noch nicht erreicht. Wohin wird sich die Entwicklung bewegen?

Einige wesentliche Entwicklungsschwerpunkte in der Informatik im allgemeinen sind die weitere Zunahme der Leistungsfähigkeit und die Miniaturisierung, die vermehrte Verwendung von Client-Server-Systemen und von Dreischicht-Architekturen (Datenbank, Applikationsserver, Client), stärkere und leistungsfähigere Vernetzung, weitere Entwicklungen und Durchdringung der Internet-Technologien und Objekt orientierte Prozess- und Datenbankarchitekturen.

Den GI-Systemen fehlt heute im wesentlichen noch die Integration mit anderen Informationen, anderen Funktionen (Programmen) und in die gesamthaften Arbeitsprozesse. Werden die allgemeinen Entwicklungen und die Standards in die GI-Systeme übernommen, wird es möglich, dass die räumliche Informationskomponente die Informationssysteme mehr durchdringt und somit den ihr gebührenden Platz einnehmen kann.

Die Entwicklung der Geographischen Informationssysteme wird aber auch erheblich von neuen Möglichkeiten der Datenerhebung beeinflusst werden. Neue Sensoren (Scanner, Laser, Radar) und Messsysteme (GPS) ermöglichen die rasche, genaue und detaillierte Erfassung der Umwelt. Allerdings fallen damit auch enorm grössere Datenmengen an, welche wiederum erhöhte Anforderungen an die GI-Systeme stellen und dadurch auch bedeutende Kosten verursachen.

Auch hier gilt, dass genauer und detaillierter nicht automatisch auch besser bedeutet. Es ist die Qualität der Modelle, die wir von der Umwelt erstellen, der Schlüsse die wir ziehen und der Entscheide die wir treffen, welche zur Verbesserung der Umwelt beitragen und damit letztendlich auch über den Nutzen eines Geographischen Informationssystems den Ausschlag geben.

Kartenzentrale: zentrale Anlaufstelle zum Bezug kantonaler GIS-Daten

Die Kantonale Verwaltung Graubünden respektive deren Dienststellen verfügen über eine Vielzahl von Geodaten und Kartenwerken. Sie stehen allen Personen, Organisationen und Institutionen zur Verfügung.

Betreffend der innerhalb der Kantonalen Verwaltung vorhandenen Geodaten fungiert die Kartenzentrale als zentrale Anlaufs-, Bezugs- und Auskunftsstelle. Spezifische Auskünfte zu den einzelnen Geodaten und Kartenwerken geben die zuständigen Dienststellen. Bestellungen von Geodaten und Kartenwerken sind schriftlich an die Kartenzentrale des Meliorations- und Vermessungsamtes Graubünden zu richten. Die entsprechenden Bestellformulare sind bei der Kartenzentrale erhältlich.

Armin Oswald
Meliorations- und Vermessungsamt Graubünden
Kartenzentrale
CH-7000 Chur
armin.oswald@mva.gr.ch

Zonenpläne/Geodaten von Bündner Gemeinden im Internet

www.malans.ch
Malans: AV93, Ortsplan, Zonenplan, Elektronischer Schalter

www.lisdavos.ch
Davos: AV93, Ortsplan, Zonenplan

www.rhaezuens.ch

www.graubuenden-online.ch (regio Viamala) oder direkt
www.geori.com/my_html/andeer.mwf
Geodaten Andeer AV93, Rasterbilder, ohne Zonenplan

 

Cornel Ehrler
Leiter Informatik/GIS & Technik
Amt für Raumplanung Graubünden
CH-7000 Chur
cornel.ehrler@arp.gr.ch

Flurin Lutz, Kurt Vieli
Ingenieurbüro Lutz, Schmid & Co.
CH-7000 Chur

Toni Cadruvi
Leiter des Bauamtes Laax
CH-7031 Laax

Duri Bezzola
Institut für Tourismus und Landschaft
Academia Engiadina
CH-7503 Samedan

Eugen Arpagaus
Delegierter für Wirtschaftsförderung Kanton Graubünden
CH-7000 Chur

Richard Atzmüller
Leiter Richtplanung und Grundlagen
Amt für Raumplanung Graubünden
CH-7000 Chur
richard.atzmueller@arp.gr.ch

Dr. Pius Hauenstein
Leiter GIS-Zentrale Graubünden
Meliorations- und Vermessungsamt Graubünden
CH-7000 Chur
giszentrale@mva.gr.ch
pius.hauenstein@mva.gr.ch

Armin Oswald
Meliorations- und Vermessungsamt Graubünden
Kartenzentrale
CH-7000 Chur
armin.oswald@mva.gr.ch

Vollständige Version siehe VPK 5/2001
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


Nidwalden AV93 flächendeckend – Ziel erreicht!
NW: Erster Kanton mit flächendeckender AV93-Vermessung und Landinformationssystem

Die amtliche Vermessung (AV) allgemein, im Kanton Nidwalden jedoch in beschleunigtem Masse, hat eine Metamorphose, eine eigentliche Umgestaltung hinter sich. Diese hat nun mit der Anerkennung der flächendeckenden AV93 durch den Bund Ihren Abschluss gefunden. Das Pilotprojekt Nidwalden 1989-92 im Rahmen der RAV – Reform der amtlichen Vermessung – war eine erste und zugleich die wichtigste Etappe zu diesem Ziel. Mit diesem Projekt wurden 2/3 der Erneuerungsarbeiten durchgeführt und gleichzeitig wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse für die AV93 gewonnen. Diese sind zu einem grossen Teil in die VAV (Verordnung über die amtliche Vermessung; SR 211.432.2) sowie die TVAV (Technische Verordnung über die amtliche Vermessung, SR 211.432.21 ) eingeflossen und haben weitere Erlasse mitgeprägt. Mit rund 8.5 Mio. Franken – oder 7.5 Mio., wenn die Arbeiten mit Pilot- oder Testcharakter subtrahiert werden, - liegen die Kosten der Gesamterneuerung wesentlich unter den geschätzten 10.5 Mio. der Arbeitsgruppe Buschor ("Finanzierung RAV"). Aufgrund der umfassend vorliegenden Daten der amtlichen Vermessung wurde am 5. Juni 1996 die LIS Nidwalden AG gegründet. Die Beschaffung, Verwaltung, Sicherung und Abgabe der raumbezogenen Daten in Nidwalden ist seither Aufgabe der LIS Nidwalden AG. Qualität, Aktualität dank Meldewesen und Nachführung sowie Geomarketing sind wichtige Voraussetzungen für die breite Nutzung der Geodaten.

J.-Ph. Amstein, P. Odermatt, F. Studer (2000)

1. Vorgeschichte

Anfang der 80er Jahre wurden die letzten Neuvermessungsoperate im Kanton Nidwalden abgeschlossen. Damit war Nidwalden einer der ersten Kantone mit flächendeckender anerkannter Grundbuchvermessung.

Bereits in den 70er Jahren hatte sich gezeigt, dass bei den älteren Vermessungswerken in den Bauentwicklungsgebieten die Pläne zum Teil zu kleinmassstäblich, also unzweckmässig waren. Aus diesem Bedürfnis heraus entstanden die ersten Umkartierungen und Katastererneuerungen. 1984 begann mit der Anschaffung eines PC und der Software GEOS das Informatik-Zeitalter in der AV Nidwalden. Bald darauf wurde die RAV, die "Reform der amtlichen Vermessung" zum wichtigen Thema der V+D, der kant. Vermessungsämter und der Geometer. Am 9. Juni 1989 wurde vom Eidg. Justiz- und Polzeidepartement nach intensiven Abklärungen und Verhandlungen dem Pilotprojekt RAV Nidwalden – Subito zugestimmt.

2. Reform der amtlichen Vermessung; RAV NW-Subito

2.1 Zielsetzung und Projektorganisation

1989 wurde das Pilotprojekt RAV NW-Subito lanciert. Die Zielsetzung für das Projekt war ehrgeizig: Innerhalb von drei Jahren (1990-1992) wurden über das ganze Kantonsgebiet folgende Bestandteile der amtlichen Vermessung in die neue numerische Form gebracht: Fixpunkte (im Siedlungsgebiet), Grundeigentum (im Siedlungsgebiet), Bodenbedeckung, Einzelobjekte/Linienelemente flächendeckend über den ganzen Kanton, Höhen (über ein begrenztes Gebiet; d. h. ca. 1/3 des Siedlungsgebietes).

Die Projektleitung lag in den Händen von J.-Ph. Amstein und Jürg Kaufmann, beides Vertreter der gesamtschweizerischen Projektleitung RAV und ersterer zugleich in der Funktion des Kantonsgeometers. Als Delegierter des Regierungsrates war Landschreiber Josef Baumgartner dafür besorgt, dass das Projekt auch politisch im und vom Kanton getragen wurde. Zuständige Regierungsstelle war die Justizdirektion unter Regierungsrat Dr. Hugo Waser. Mit der Durchführung dieser Arbeiten wurde federführend das Ingenieur- und Vermessungsbüro Paul Odermatt betraut. Als Subunternehmer arbeiteten für die Photogrammetrie die Geoplana AG in Luzern und das Büro Flotron AG in Meiringen. Weitere Arbeiten wurden vergeben an die Büros MML Vermessungen in Stans sowie Kägi Vermessungen in Luzern.

2.2. Technisches Vorgehen

Die Fixpunkterneuerung wurde nach der damals in der amtlichen Vermessung noch nicht verbreiteten, aber heute allgemein angewandten Methode der Netzausgleichung ausgeführt. Die Ebenen Bodenbedeckung und Einzelobjekte/Linienelemente wurden im Wesentlichen über das ganze Kantonsgebiet photogrammetrisch ausgewertet. Im dicht besiedelten Gebiet waren die Grundbuchpläne, zusammen mit Ergänzungsmessungen, die Grundlage für die Aufarbeitung der Bodenbedeckung und Einzelobjekte/Linienelemente. Ein digitales Höhenmodell mit grosser Dichte und Genauigkeit, erstellt aus grossmassstäblichen Luftbildern und dem neuen Fixpunktnetz, konnte unmittelbar seinen praktischen Nutzen unter Beweis stellen: Es diente als Grundlage – vorerst für das Vorprojekt - und später für das Hochwasserschutzprojekt der Engelbergeraa. Die Grundlage bei der Datenerfassung war das provisorische Datenmodell der Reform der amtlichen Vermessung RAV. Ein wesentlicher Beitrag zur erfolgreichen Aufarbeitung der Daten war das zum Einsatz gelangte EDV-System ADALIN, welches in der Datenerfassung und Datenverwaltung sowie für Auswertungen sehr effizient ist. Am 2.Februar 1993 konnte der damalige Vermessungsdirektor Walter Bregenzer an der Abschluss-Informationsveranstaltung des Pilotprojektes in Stans Justizdirektor Hugo Waser eine CD mit allen Daten von RAV-Subito übergeben.

3. Fertigstellung aller AV-Ebenen

Im Anschluss an das Pilotprojekt, welches termingerecht 1992 abgeschlossen werden konnte, wurden die übrigen Themen vervollständigt und numerisch aufgearbeitet. Dies waren im Wesentlichen

  • Fixpunkterneuerung bzw. Überprüfung im TS4 und TS5 (Landwirtschafts- und Berggebiete)
  • Grenzpunktberechnungen im TS4
  • Nomenklatur
  • Fertigstellung der Ebene Höhen (auch im Hinblick auf die Erstellung der Orthophotos)
  • Erstellung "Plan für das Grundbuch"
  • EDV-Register
  • Informationsebene "administrative und technische Einteilungen"
  • Abschlussarbeiten

Die letzten Arbeiten konnten im Verlaufe des Jahres 1999 abgeschlossen und am 31. Dezember 1999 durch den Bund definitiv anerkannt werden.

4. Erfahrungen und Erkenntnisse

Eine schnelle und effiziente Bearbeitung der Projekte mit optimalem Einsatz der personellen und technischen Ressourcen hat sich gelohnt. Viele Daten konnten damit frühzeitig für weitere Belange im LIS-Bereich zur Verfügung gestellt werden.

So waren die Fixpunkte unter anderem eine gute Grundlage für die Neuerhebung von Leitungskatasterdaten. Die neu berechneten Liegenschaften waren das Grundgerüst für die Erhebung der Zonenpläne über den ganzen Kanton. Die Höhen konnten – wie bereits erwähnt – für das Hochwasserschutzprojekt der Engelbergeraa genutzt werden.

Datenmodell/Datenaustausch
Das zu beginn des RAV-Projektes verwendete Datenmodell (1989/90) bildete für die Datenerhebung in den folgenden Jahren die Grundlage. Mit dem Inkrafttreten der TVAV am 01.07.1994 war dann das offizielle Datenmodell der amtlichen Vermesungsschnittstelle (AVS) verfügbar. Eine entsprechende Konvertierung der "RAV-Daten" musste also in der Folge noch vorgenommen werden. Heute sind wir in der Lage, jederzeit alle Daten der amtlichen Vermessung via INTERLIS in der AVS-CH bzw. AVS-NW abzugeben. Dies ist zugleich die effizienteste und somit auch günstigste und zuverlässigste Art der Datenabgabe; also Datenabgabe ohne Daten- und Qualitätsverlust.

Detaillierungsgrad
Ein viel diskutiertes Problem war - und ist immer wieder - der Detaillierungsgrad. Hier musste ein vernünftiger Weg zwischen Aufwand und Nutzen gefunden werden. Eine Neubeurteilung dieser Frage kann zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll sein; dies im Rahmen der dannzumal geltenden Vorschriften und unter Berücksichtigung der Benutzerwünsche.

Fixpunktnetz/Rutschungen
Da das bestehende alte Polygonar den Anforderungen der TVAV auch im TS4 nicht genügte, wurde ein neues grobmaschiges Netz gemäss den Vorgaben der TVAV für LFP3 angelegt. Da etliche Gebiete im Kanton Nidwalden in Rutschung sind, erhalten wir so zusätzliche Informationen für die Bildung eines Perimeters der Rutschgebiete.

Liegenschaften
Eine provisorische Numerisierung der Liegenschaften im TS 4 hat sich hingegen nicht vollumfänglich ausbezahlt. Der Nutzen war relativ bescheiden. Probleme ergaben sich bei den auf einem provisorischen Liegenschaftsnetz abgestützten Folgearbeiten/-Produkten wie

  • Planungsdaten,
  • Landschaftsschutzzonen,
  • selbständige und dauernde Rechte,
  • administrative und technische Einteilungen
  • Leitungskataster etc.

Deshalb wurde in der Folge entschieden, auch im TS4 (Landwirtschaftsgebiet) eine definitive Aufarbeitung vorzunehmen. So stehen nun auch hier Grunddaten mit zuverlässigem und dauerhaftem Koordinatenbezug für weitere raumbezogene Themen und Aufgaben zur Verfügung.

Höhen/DTM
Eine genaue Auswertung der Ebene Höhen vor allem im Talgebiet konnte schon mehrfach genutzt werden. So wurden diese Informationen bei der Erstellung von Gefahrenkarten und auch beim letztjährigen Hochwasserstand des Vierwaldstättersees umgesetzt. Zudem wurden die ausgewerteten Höhen in Kombination mit dem DHM 25 der Landestopographie als Grundlage für die Erstellung der Orthophotos verwendet.

Übersichtsplan
Dank dem flächendeckenden numerischen Vermessungswerk über den ganzen Kanton konnte der bestehende Übersichtsplanes abgelöst werden. Wir führen also kein eigenes Übersichtsplanwerk mehr. Kunden, welche Daten/Pläne im Massstabsbereich 1:5'000 oder 1:10'000 möchten, erhalten jeweils auf Bestellung ein auf den Bedarf abgestimmtes und aktuelles Produkt, erzeugt aus den AV-Daten. Die graphische Ausgestaltung hat zwar beim Standardprodukt (noch) nicht die Qualität des alten Übersichtsplanes, was aber durch die Aktualität des Inhaltes mehr als wettgemacht wird.

Orthophotopläne
Das vor zwei Jahren fertiggestellte Orthophotoplanwerk konnte bereits auch in der Nachführung der amtlichen Vermessung von Nutzen sein. So konnten einige Kilometer Landwirtschafts- und Forstwege auf der Basis dieser Pläne in den Grunddatensatz der amtlichen Vermessung überführt werden.

Meldewesen
Der Aktualität des Grunddatensatzes kommt, auch im Hinblick auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, entscheidende Bedeutung zu. Voraussetzung dazu ist ein gut funktionierendes Meldewesen. Das "Reglement über das Meldewesen der amtlichen Vermessung", vom Regierungsrat am 25.11.1996 in Kraft gesetzt, bildet die Grundlage dazu.

Begleitende Verifikation
Die Verifikation wurde durch Kantonsgeometer J.-Ph. Amstein und Heinz Luder, Verifikator, Eidgenössische Vermessungsdirektion, wahrgenommen. Je nach Stand der Arbeiten und den offenen Fragen wurden pro Jahr 2-4 Verifikationsrapporte abgehalten. Diese sogenannte begleitende Verifikation hat sich sehr zum Nutzen des ganzen Projektes ausgewirkt.

5. Kosten

Die Gesamtkosten für die AV–Erneuerung über den ganzen Kanton Nidwalden beliefen sich auf rund Fr. 7.5 Mio. exkl. Mehranforderungen/-leistungen infolge Pilotcharakter. Die Zahlen der Arbeitsgruppe Buschor ("Finanzierung RAV"), die für die gesamtschweizerische AV-Erneuerung ein Kosten- und Finanzierungsmodell erarbeitet hatte, ging von einem Kostenaufwand inkl. Teuerungsanteil von Fr. 10.5 Mio. aus.

6. Würdigung der Vermessungsdirektion

Die AV93 sieht vor, die amtliche Vermessung computergerecht zu führen und deren Inhalt auf die Bedürfnisse der Benützer auszurichten. Als Grundlage für das Pilotprojekt RAV-Subito dienten die Entwürfe zu den neuen AV93-Bundesvorschriften. Man setzte sich zum Ziel, durch praktische Erfahrungen im Pilotprojekt RAV-Subito verschiedene Fragen beantworten zu lassen; so z.B.

  • sind die technischen Vorgaben des Bundes praktikabel ?
  • welche technischen, organisatorischen und finanziellen Probleme ergeben sich bei der Durchführung ?
  • welche Probleme ergeben sich bei der Nachführung ?
  • entspricht die AV93 den Bedürfnissen der Kunden?

Erfreulicherweise darf festgestellt werden, dass das Pilotprojekt die Erwartungen erfüllt hat und dass wertvolle praktische Erfahrungen gesammelt werden konnten, die in die definitiven Bundesvorschriften, die 1993 rechtskräftig worden sind, einfliessen konnten.

Neben den rein technischen Erkenntnissen konnten aber noch weitere erfreuliche Erfahrungen gesammelt werden, die für die Realisierung der AV93 in der übrigen Schweiz sehr aufschlussreich sind: Durch den frühzeitigen Einbezug der Gemeinden und weiterer Datenbenutzer konnte die erforderliche politische Zustimmung zu dem gesamten Projekt AV93 eingeholt und gleichzeitig eine breite Trägerschaft für die Finanzierung gefunden werden. Nicht unerwähnt bleiben darf aber auch der Wille und die Anstrengung der Kantonsregierung, der AV93 zur Realisierung zu verhelfen. Von diesem eindeutigen politischen Willen getragen, hat der verantwortliche Geometer Paul Odermatt zusammen mit seinen motivierten Mitarbeitern das Werk, mit dem sehr viel Neuland betreten worden ist, mit Schwung an die Hand genommen und zu einem guten Abschluss gebracht.

Es sei deshalb an dieser Stelle allen Beteiligten sehr herzlich für ihre Innovationsfreude und ihren Einsatz gedankt. Das Resultat beweist, dass alle Erwartungen erfüllt sind. Das Ziel der AV93, die Dienstleistung der amtlichen Vermessung für Verwaltung, Wirtschaft und Private zu verbessern, ist im Kanton Nidwalden erreicht.

7. LIS Nidwalden

7.1 Organisation

Im Kanton Nidwalden verfügte man dank dem RAV-Pilotprojekt schon bald über flächendeckende numerische Grundlagedaten. So war die wichtigste Voraussetzung für den Aufbau eines Landinformationssystems LIS gegeben. Am 5. Juni 1996 wurde die LIS Nidwalden AG gegründet.

Die LIS Nidwalden AG ist eine Aktiengesellschaft, an welcher der Kanton, die Gemeinden, das EWN (Elektrizitätswerk Nidwalden), die Swisscom, die NSV (Nidw. Sachversicherung) und verschiedene Private als Aktionäre beteiligt sind. Mit der Führung der Geschäftsstelle ist das Geometerbüro Paul Odermatt beauftragt worden; F. Studer führt als Geschäftsführer diese Geschäftsstelle.

Die LIS Nidwalden AG ist seit 1. Juli 1996 die Datenabgabestelle für Landinformationsdaten (inkl. der Daten der amtlichen Vermessung). Im weiteren bietet sie Beratung im Bereich Landinformatik an. Sie koordiniert und ist Datenverwaltungs- und Datensicherungsstelle. Sie erstellt Auswertungen (Flächenschnitte, Tabellen, Listen) und organisiert zusammen mit den jeweiligen Dateneigentümern Meldewesen und Nachführung.

Mit der Einführung eines Visualisierungsmoduls (ArcView) bietet das LIS Nidwalden AG für kantonale Amtsstellen, Gemeinden und auch Private ein günstiges Benutzerprogramm auf PC-Basis an, um Daten abzurufen (Daten der amtlichen Vermessung, Zonenplan, Leitungskataster, Zivilschutz, Umwelt, etc.), einfache Plots zu erstellen, Tabellen und Listen zu generieren und diese in die gängigsten Office-Produkte zu integrieren (Access, Excel, Word). Mit diesem Modul können auch eigene Sachdatenbanken mit der Geometrie verknüpft und entsprechende Auswertungen getätigt werden.

7.2 Externe Vernetzung mit Gemeinden und kantonalen Stellen

Die Vernetzung der externen Abfragestationen mit der LIS-Zentrale (Adalin) wurde im Herbst 1999 realisiert. Die Daten werden jeweils von der LIS-Datenbank nach INTERLIS transferiert. Anschliessend erfolgt mittels eines Produktes der Firma infoGrips eine Konvertierung von INTERLIS nach Shape (ArcView). Die Shape-Files werden jeweils über Nacht auf den Server des Amtes für Informatik Nidwalden geladen, so dass den Benutzern am Morgen ein aktueller Datensatz zur Verfügung steht.

7.3 Digitaler Planschrank

Dank der bürointernen Vernetzung und der entsprechenden Software (PCNFS) mit Anschluss an 2 Plotter und Drucker ist es möglich, von jedem Arbeitsplatz aus die AV-Daten in Kombination mit den verschiedensten LIS-Themen zu visualisieren, zu bearbeiten und entsprechende Planprodukte, digitale Daten und Auswertungen (Flächenschnitte, DB-Files, Listen und Tabellen) zu generieren. Somit wird der bisherige Hängeplanschrank durch PC's ersetzt. Der Plan für das Grundbuch wird bei Bedarf und auf Bestellung aus den AV-Daten erzeugt. Eine Planerstellung auf "Vorrat" erübrigt sich also. Die sogenannten Null-Kopien des Plans für das Grundbuch werden im Staatsarchiv archiviert.

AV-Daten im Internet

Neu sind die Daten der amtlichen Vermessung und Teile von LIS-Themen im Internet auf einer Testinstallation mit dem ArcView Internet Map Server (http://bs4.bbi.ch/arcview) abrufbar. Sinn und Zweck dieser Veröffentlichung ist

  • Erfahrungen sammeln mit dem Veröffentlichen von Geodaten im Internet.
  • Ein erweitertes Dienstleistungsangebot für Kunden, welche einfache und schnelle Informationen, statt wie bisher via Telefon, via Internet direkt abfragen können. z.B.
    • Koordinaten von Grenzpunkten
    • Koordinaten von Fixpunkten inkl. Höhen
    • Flächenangaben von Liegenschaften
    • Suchen von Adressen
    • etc.

Eine Verknüpfung zur Homepage der LIS Nidwalden AG ( http://www.lis-nw.ch ) mit einem entsprechenden Bestellmechanismus für Datenbestellungen via Internet rundet das Angebot ab. Die Möglichkeit einer Online-Bestellung mit Herunterladen der entsprechenden Daten (Geoshop-Server) ist vorgesehen; die gegenwärtige Bedarfslage (Bestellhäufigkeit) rechtfertig einen Online-Bestellmechanismus zur Zeit noch nicht. Eine Kosten-Nutzenanalyse wird zeigen, ob wir unsere Absicht möglicherweise schon im Sommer 2000 in die Tat umsetzen lassen.

Geomarketing – erweiterte Nutzung von LIS Daten

Eine erweiterte Nutzung von LIS-Daten ist uns ein zentrales Anliegen. Eine Bedürfnisabklärung bei Gemeinden, kantonalen Stellen und Privaten soll uns darüber Auskunft geben, welche Daten in welcher Form und wie häufig zur Verfügung gestellt werden sollen. Es ist unser Ziel, dass vorallem Alltagsaufgaben mittels einer effizienten Nutzung der LIS-Daten einfacher gelöst werden können. Wenn möglich sollen "pfannenfertige" Anwendungen angeboten werden. Eine User-Plattform als Erfahrungsaustausch ist ebenfalls initialisiert worden.

Mit der raschen Ausweitung der modernen Kommunikationsmittel prüft die LIS Nidwalden AG, via Internet folgende Angebote zu realisieren:

  • Überblick und Informationen via Homepage (bereits realisiert)
  • Visualisieren und Abfragen der LIS-Daten via Internet (teilweise realisiert)
  • Datenbestellung inkl. Rechnungswesen via Internet.

8. Ausblick

Mit dem Abschluss der Arbeiten "Fertigstellung aller AV-Ebenen" ist Nidwalden der erste Kanton in der Schweiz mit einem flächendeckenden AV 93-konformen Vermessungswerk. Die beiden kleinen Vorbehalte, nämlich unbereinigte Abschnitte in der Kantonsgrenze primär zu Obwalden und der noch nicht fertig gebildete Perimeter der Rutschgebiete sind zu relativieren, da diese beiden Fragestellungen nur indirekt mit AV 93 zu tun haben.

Auf der Basis der AV 93 konnte das Landinformationssystem Nidwalden aufgebaut werden. Bereits heute steht ein grosses Nutzungspotential zur Verfügung, welches durch laufende Erweiterung des Geodatenbestandes in den nächsten Jahren noch gesteigert wird.

Dies führt uns zu "Kataster 2014", eine international erarbeitete Studie/Vision, wie graphische und verbale Informationen über alle raumbezogenen Gegebenheiten beliebig abrufbar gemacht werden können. Für den Bericht "CADASTRE 2014 – a vision for a future cadastre system" zeichnen Jürg Kaufmann, unser ehemaliger RAV-Subito-Projektleiter, sowie Daniel Steudler, Kantonsgeometer von Obwalden bei der V+D, verantwortlich. Man kann unschwer erkennen, dass Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt NW in diese globale Studie eingeflossen sind, was für unsere damalige Arbeit spricht!

 

Eidgenössische Vermessungsdirektion
J.-Ph. Amstein
Seftigenstrasse 364
CH-3084 Wabern
e-mail: infovd@lt.admin.ch
http://www.swisstopo.ch

Ing. und Vermessungsbüro
Paul Odermatt
Aemättlistrasse 2
CH-6370 Stans
e-mail: pod@okg.ch
http://www.okg.ch

LIS Nidwalden AG
Fredy Studer
Aemättlistrasse 2
CH-6370 Stans
e-mail: lis@lis-nw.ch
http://www.lis-nw.ch

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La mensuration officielle au service des systèmes d'information du territoire
Sa réalisation dans le canton de Neuchâtel

Si le cadastre du 19ème siècle avait une vocation fiscale, si celui du 20ème siècle est essentiellement à but juridique, le cadastre du 21ème siècle ne justifiera son existence que par son aptitude à s'intégrer dans les systèmes modernes de gestion du territoire, pour en constituer l'un des fondements. Depuis environ 10 ans, le canton de Neuchâtel effectue de gros efforts dans le renouvellement de son cadastre établi à la fin du 19ème siècle, particulièrement dans les zones bâties et à bâtir. Grâce à un environnement favorable, à des mesures de simplification et à une bonne coordination avec les principaux partenaires, la mensuration officielle démontre sa capacité à répondre aux besoins des utilisateurs dans des délais et des coûts raisonnables. Outre la mise à disposition d'un référentiel de très haute qualité pour les systèmes d'information du territoire, elle engendre des retours sur investissements significatifs dans le cadre de la diffusion des données, l'établissement des plans de mutation et la mise à jour du plan d'ensemble.

Pierre-Alain Trachsel, Yves Deillon, Service des mensurations cadastrales Neuchâtel, (1999)

Introduction

Si le cadastre du 19ème siècle avait une vocation fiscale, si celui du 20ème siècle est essentiellement à but juridique, le cadastre du 21ème siècle ne justifiera son existence que par son aptitude à s'intégrer dans les systèmes modernes de gestion du territoire, pour en constituer l'un des fondements. C'est pourquoi, dès le départ, la modernisation du cadastre neuchâtelois a été conduite en vue de constituer le référentiel de base du système d'information du territoire neuchâtelois (SITN). Le présent article est consacré à la réalisation de la mensuration officielle (MO93) dans le canton de Neuchâtel et il sera suivi d'un article qui traitera de la mise en œuvre progressive du SITN.

Contexte

Les plans cadastraux de tout le canton d'une surface de 71'689 ha ont été établis entre 1865 et 1880; ils ont été provisoirement approuvés en 1912, lors de l'introduction du CCS. Si ces plans ont rendu de bons services, la qualité de ces documents n'était pratiquement plus en mesure de répondre aux besoins des utilisateurs ni de permettre de garantir la propriété foncière de manière efficace le siècle prochain. L'entrée en vigueur de l'ordonnance fédérale sur la mensuration officielle le 1er janvier 1993 (OMO) a constitué un véritable catalyseur dans la modernisation de l'œuvre cadastrale neuchâteloise. Cette modernisation, basée sur un concept cantonal de réalisation établi dès 1990 et qui prévoit la réalisation de la MO93 sur 12 ans dans toutes les zones bâties et à bâtir a été acceptée le 5 septembre 1995 par le Grand Conseil neuchâtelois avec la nouvelle loi sur la mensuration officielle (LCMO).

Il est à relever qu'à ce jour un environnement favorable a permis la réalisation de cette œuvre, à savoir :

  • le soutien des autorités politiques fédérale, cantonale et communales;
  • les grands travaux liés à la construction de la route nationale A5 et des routes cantonales;
  • les besoins manifestes en matière d'aménagement du territoire (p. ex. par l'obligation des communes à refaire leur plan d'aménagement) et de protection de l'environnement (p. ex. par la réalisation des plans généraux d'évacuation des eaux (PGEE) ou la définition des zones de protection des captages);
  • l'intérêt des utilisateurs d'avoir des données de base géoréférencées de qualité, fiables et actualisées, concrétisées par l'établissement de nombreux contrats d'utilisateurs permanents;
  • le coût raisonnable des travaux notamment pour les propriétaires fonciers;
  • la mise en place d'un instrument financier qui permette la gestion efficace et souple des projets;
  • l'opportunité pour les bureaux d'ingénieurs géomètres de réaliser ces travaux.

Ainsi, les objectifs fixés par les ordonnances fédérales sont à notre avis pleinement réalisés pour notre canton.

TRAVAUX LANCES CES DIX DERNIERES ANNEES

Le concept de réalisation de la MO93, qui est en pleine phase de réalisation, prévoit les objectifs suivants :

  • couvrir toutes les zones bâties et à bâtir du canton jusqu'en 2004;
  • mettre à jour le descriptif des parcelles du registre foncier informatisé de manière entièrement automatique;
  • créer la couche "servitudes" pour les principaux droits réels ayant une assiette géométrique;
  • établir le nouveau plan d'ensemble (PE93) et mettre à jour le plan d'ensemble actuel de manière entièrement automatique à partir des données de la MO93;
  • diffuser les données numériques de la MO93 aux principaux utilisateurs et alimenter le serveur de consultation INTRANET/INTERNET ainsi que les serveurs "métiers".

Afin de limiter au maximum les frais de renouvellement du cadastre pour les collectivités publiques et les propriétaires fonciers, le canton de Neuchâtel a introduit des mesures de simplification et d'économie dans la réalisation de ces travaux. Il s'agit principalement des aspects suivants :

  • abornement simplifié des limites en renonçant à une matérialisation systématique des points limites (économie de 14 millions de francs pour les propriétaires fonciers);
  • récupération optimale de l'existant par digitalisation de certaines informations du plan d'origine, en utilisant de manière systématique les mesures et croquis effectués dans le cadre de la mise à jour et en récupérant les données altimétriques de l'office fédéral de topographie;
  • coordination avec d'autres travaux géométriques afin de chercher les meilleures synergies possibles pour un secteur donné.

A partir du début des années 1990, des travaux pour 3 à 4 millions ont été lancés chaque année en collaboration avec la Direction fédérale des mensurations cadastrales et les communes concernées. Le graphique en figure 1 présente les investissements effectués ces 25 dernières années dans le domaine du renouvellement du cadastre.

Ces travaux sont effectués par les bureaux privés d'ingénieurs géomètres sur divers systèmes informatiques entièrement compatibles avec le serveur cadastral officiel. De manière générale, les travaux livrés au service des mensurations cadastrales (SMC) sont de très bonne qualité.

On peut estimer que le nombre de personnes des bureaux privés d'ingénieurs géomètres travaillant dans le renouvellement du cadastre neuchâtelois est de l'ordre de 40 à 45 personnes à plein temps.

Le graphique en figure 2 représente les honoraires versés aux bureaux privés d'ingénieurs géomètres ces dernières années.

Avec l'introduction des mises en soumission publique dès 1995, les prix proposés sont en général de l'ordre de 20 à 40% inférieurs par rapport aux tarifs professionnels en vigueur jusqu'en 1994. Cette évolution s'explique principalement par le volume important de travaux adjugés ces dernières années, l'évolution technique des moyens d'acquisition et la concurrence qui existe dans ce domaine d'activités. Les offres présentées par les bureaux d'ingénieurs géomètres neuchâtelois sont compétitives par rapport à celles provenant des cantons voisins.

A la fin 1998, le SMC assure le suivi de 58 entreprises de mensuration officielle en cours de travail sur 40 communes. Ces entreprises représentent un volume de travail de l'ordre de 23.9 millions de francs dont 12.5 millions de travaux ont déjà été réalisés.

La figure 3 représente le nouveau plan du registre foncier en couleur avec la représentation des servitudes ayant une assiette géométrique.

COORDINATION AVEC LES DIFFERENTS PARTENAIRES

Coordination au début des travaux

Dans toute la mesure du possible, le renouvellement du cadastre est coordonné avec d'autres travaux géométriques. On peut citer à titre d'exemples des mensurations officielles combinées avec les opérations suivantes :

  • plans topographiques pour une route d'évitement d'un village;
  • plans de base pour la gestion des ressources en eau du canton;
  • mutations liées à la construction de la route nationale, à l'élargissement d'une route cantonale ou à la réalisation d'un trottoir;
  • plans de base pour l'étude d'un remaniement parcellaire;
  • abornement d'un remaniement parcellaire;
  • relevés pour le cadastre souterrain.

Généralement un dossier de soumission commun est établi et les différents maîtres de l'ouvrage se mettent d'accord préalablement sur la répartition des coûts des travaux.

Coordination en cours de travaux

Durant la réalisation des travaux, le renouvellement du cadastre touche de nombreux partenaires afin de définir des limites de propriété et de natures selon la situation réelle et/ou juridique. Ci-après, nous énumérons quelques exemples de coordination :

  • définition et numérotation univoque des bâtiments en collaboration avec le service de l'aménagement du territoire et les communes;
  • délimitation des limites forestières en collaboration avec le service des forêts et le service de l'économie agricole;
  • délimitation des zones viticoles en collaboration avec le service de la viticulture;
  • définition de certains biotopes comme par exemples les marais, les tourbières, etc. en collaboration avec l'office de la conservation de la nature;
  • domanialité des domaines publics et définition des noms de rues en collaboration avec le service des ponts et chaussées ainsi que les communes;
  • épuration des droits réels et réunions de parcelles en collaboration avec le service du registre foncier.

Ces coordinations sont indispensables afin que la nouvelle œuvre cadastrale soit la couche de référence des différents systèmes d'information du territoire cantonaux et communaux qui se mettent en place.

SITUATION ACTUELLE

A la fin 1998, on peut admettre qu'environ 60 % des travaux de renouvellement du cadastre dans les zones bâties et à bâtir ont été adjugés. Un projet pilote dans le secteur des Gorges de l'Areuse a été lancé afin de définir la méthodologie de renouvellement du cadastre dans les zones agricoles et forestières, généralement en zone de montagne.

La carte synoptique en figure 4 représente les différents types de mensuration officielle à disposition sur l'ensemble du territoire neuchâtelois.

CONCEPT DE REALISATION, MANDAT ET ACCORDS DE PRESTATION

Conformément aux recommandations stipulées par la commission d'experts "Efficacité de la mensuration officielle" (Commission Bieri) dans son rapport final sur le réexamen de la mensuration officielle de juillet 1996, la Confédération a conclu avec la plupart des cantons des mandats et accords de prestations à partir du 1er janvier 1998.

Le 8 décembre 1997, notre canton remettait à la D+M le concept de réalisation de la MO93 pour l'ensemble du territoire cantonal, prérequis indispensable à la signature des accords.

Les aspects pris en compte dans les catégories d'objectifs de la D+M, soit la partition du territoire, la couverture du territoire, le standard de mensuration, les couches d'information et les coûts, ont été rigoureusement appliqués dans le concept de réalisation du canton.

  • pour ce qui concerne la partition du territoire, la mise à disposition des données dans toutes les zones bâties et à bâtir d'ici 5 ans au plus tard va satisfaire un bon nombre d'utilisateurs;
  • pour ce qui concerne la couverture du territoire, la réalisation de la MO dans des secteurs similaires au projet novateur de l'Areuse permettra de couvrir des zones vastes, d'un seul tenant et qui comblera "les lacunes". Ces entreprises visant à terminer l'entier d'un district apporteront avec le registre foncier informatisé de grands avantages aux utilisateurs;
  • pour ce qui concerne le standard de mensuration, le SMC a veillé à réaliser la mensuration officielle avec un standard qui corresponde à la valeur des terrains, le standard pouvant s'améliorer lorsque des besoins particuliers et sectoriels seraient démontrés;
  • pour ce qui concerne les couches d'information et les coûts, le concept favorise les mesures recommandées par la D+M, soit mise en soumission, travaux de grande envergure, procédures adéquates (liberté du choix des méthodes et nouveaux procédés techniques).

Ces mesures conduisent à réaliser les travaux à un prix aussi avantageux que possible; les expériences des soumissions depuis 3 ans et le projet des Gorges de l'Areuse en sont une illustration.

Le concept démontre qu'il faudra encore environ 15 ans pour finaliser la MO93 dans le canton. Ce délai qui peut paraître important provient des élément suivants :

  • en 1990, seules 3,5% du territoire possédaient une mensuration parcellaire définitivement approuvée par la Confédération;
  • les crédits engagés par les différents partenaires (Confédération, canton, communes) pour les années à venir, devront être sensiblement les mêmes que pour ces 9 dernières années.

Le mandat de prestations 1998-2001 et l'accord de prestation 1998 ont été signés par la D+M et le chef du département de la gestion du territoire en octobre 1998.

Les prestations de la D+M et du SMC ont été intégralement respectées en 1998, ainsi, l'accord de prestation pour 1999 a pu être signé début mars de cette année.

Le premier bilan à retirer de cette nouvelle expérience est le suivant :

  • c'est une véritable culture d'entreprise qui se met en place au niveau du SMC allant dans le sens de la nouvelle gestion publique;
  • le nouvel instrument permet une meilleure maîtrise des flux financiers;
  • une meilleure transparence pour le politique quant aux travaux lancés et à ceux qui sont finalisés;
  • une motivation nouvelle dans la poursuite du renouvellement du cadastre neuchâtelois.

DIFFUSION DES DONNEES NUMERIQUES

Avec la mise à disposition progressive de données numériques dans les zones bâties et à bâtir, les demandes y relatives ont augmenté progressivement aussi bien pour des utilisations ponctuelles (projets de construction, plans de quartier, plans d'aménagement, plan directeur d'évacuation des eaux, etc.) que pour des utilisations permanentes (gestion de cadastres souterrains, systèmes de navigation pour les automobiles, gestion d'installations industrielles, systèmes d'informations communaux, etc.).

A la fin 1998, 85 contrats pour la fourniture et l'utilisation permanente de données numériques de la mensuration officielle ont été signés entre les partenaires de la mensuration officielle et le Département de la gestion du territoire.

Les données sont livrées dans une structure et un format standardisé. Sont actuellement considérés comme standards :

  • le format d'échange de données AutoCad DXF conformément au modèle de référence GEOBAT (SN 612020);
  • Le format d'échange de données AutoCad DXF conformément au modèle de référence GEOBAT simplifié (directive cantonale 7041):
  • le format d'échange de données INTERLIS/IMO (ITF) conformément au modèle de données de la MO;
  • le format d'échange de données GINA, propriétaires du système ARGIS, conformément au modèle des données de la MO (directive cantonale 7010).

Le graphique en figure 5 présente le produit de la diffusion des données numériques ces dernières années.

Les communes ne paient pas d'émoluments de diffusion car elles ont subventionné les travaux de renouvellement du cadastre. Les recettes de la diffusion des données numériques alimentent le Fonds des mensurations officielles qui permettra de couvrir partiellement les frais de la mise à jour périodique du serveur cadastral officiel.

Les données de la mensuration officielle ainsi que d'autres jeux de données de "référence" (cartes nationales, plan d'ensemble, modèle numérique de terrain) et de "droit public" (zone d'affectation, zones de protection, alignements, inventaires et équipements divers, etc.) seront diffusés à partir du printemps 1999 à l'ensemble de l'administration cantonale et des communes au travers du noeud cantonal à haute vitesse par un serveur de consultation INTRANET.

Ce nouvel outil permettra de visualiser ces différentes informations, indépendamment de problèmes d'échelle et de contenu tout en disposant de fonctionnalités de recherche, d'analyse et d'affichage simple d'emploi. Ce serveur de consultation va modifier progressivement la manière de travailler des professionnels liés au territoire. L'ouverture à INTERNET devrait avoir lieu dans une deuxième étape.

CONCLUSION

Le défi au début des années 90 pouvait paraître difficile à relever pour la mensuration officielle pour les raisons suivantes : les utilisateurs étaient pressés de disposer de données numériques géoréférencées, plus de 3000 plans cadastraux graphiques établis au siècle passé devaient être remplacés, les coûts de renouvellement étaient importants, les bases légales étaient à refondre complètement, de nouvelles directives devaient être établies, une planification financière devait être présentée.

Grâce à l'excellente collaboration entre les différents partenaires, Confédération, canton, communes, bureaux d'ingénieurs-géomètres et fournisseurs informatiques, la mise en place progressive des pièces du puzzle du SITN est devenue une réalité.

De plus, le modèle financier et les mesures de simplification retenus ont permis de répartir la charge financière de manière tout à fait supportable pour les différents partenaires.

La mensuration officielle a ainsi démontré sa capacité à répondre aux besoins des utilisateurs dans des délais et des coûts raisonnables. Une fois les travaux de renouvellement du cadastre terminé, le canton de Neuchâtel disposera pour le 21ème siècle d'un cadastre moderne et fiable.

Pierre-Alain Trachsel, géomètre cantonal
Yves Deillon, adjoint du géomètre cantonal
Service des mensurations cadastrales
Rue de Tivoli 22
Case postale 39
CH-2003 Neuchâtel 3
e-mail :
Service.MensurationsCadastrales@ne.ch

Texte intégral: MPG 5/99
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Rauminformationssystem RIS Graubünden

Die Ausgangslage

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben erfassen, bearbeiten und nutzen die Gemeinden, die kantonale Verwaltung, die Eidgenossenschaft, Ingenieurbüros sowie öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Betriebe mit verschiedenen Methoden und Mitteln raumbezogene Informationen über Graubünden. Seit neuerer Zeit erfolgt die Bearbeitung dieser räumlichen Daten in digitaler Form, also mittels elektronischer Datenverarbeitung. Solche Einrichtungen werden als Geographische, Land- oder Rauminformationssysteme bezeichnet (GIS, LIS, RIS).

Aufgrund immer enger werdender räumlicher Ressourcen, hoher Kosten für Infrastrukturanlagen und Dienstleistungen und dadurch verstärkter Konkurrenz ist für viele Projekte und Daueraufgaben eine grosse Menge räumlicher Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Planungsarbeiten, Koordinationbestrebungen und Genehmigungsprozesse gestalten sich wesentlich reibungsloser und rascher, wenn alle Beteiligten von identischen Grundlagen ausgehen können.

Die Erhebung und Pflege zuverlässiger räumlicher Informationen ist nach wie vor kostenintensiv. Obwohl bei verschiedenen Institutionen bereits eine beträchtliche Menge räumlicher Informationen vorliegen, besteht keine genügende Übersicht über Aktualität und Bewirtschaftung der Datenbestände. Für viele dieser Daten werden öffentliche Mittel eingesetzt. Im Sinne der Gesamtwirtschaft ist eine Mehrfachnutzung anzustreben. Die Praxis zeigt, dass administrative, technische, finanzielle und politische Faktoren diese Mehrfachnutzung stark behindern.

Ein Lösungsansatz

Die Regierung des Kantons Graubünden hat diese Problematik erkannt. Im Januar 1997 wurde unter der Federführung des Departements des Innern und der Volkswirtschaft eine Informationsveranstaltung durchgeführt und eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche einen Vorschlag für einen Lösungsweg auszuarbeiten hatte. In der Folge hat die Regierung nun eine Kommission gewählt, welche sich fortan mit dieser Problematik auseinandersetzen wird.

Die Kommission RIS-GR

Die Kommission RIS-GR besteht aus Maria von Ballmoos (LIS-Davos), Dieter Heller (Stadt Chur), Heinz Gloor (Freierwerbende Geometer des Kt. GR), Alfred Janka (Swisscom AG), Joseph Sauter (Planerkreis GR, Chur) und wird präsidiert vom Chef des kantonalen Meliorations- und Vermessungsamtes, Herrn Simon Wehrli. Die GIS-Zentrale der kantonalen Verwaltung unter der Leitung von Pius Hauenstein dient der Kommission als Geschäftsstelle.

Die Kommission wird folgende Aktivitäten entwickeln:

Information

Um eine engere Koordination zu erreichen, ist die gegenseitige Information und die Erhöhung der Transparenz eine zentrale Aufgabe. Ein öffentlich zugänglicher Datenkatalog (auf dem Internet) soll die verfügbaren digitalen Daten aus dem Kanton Graubünden aufzeigen sowie eine Beschreibung des Inhaltes, möglicher Verwendungszwecke, die zuständigen Stellen und die Bedingungen für deren Bezug enthalten. Als Anlauf-, Informations- und Auskunftsstelle und zur Unterstützung der Bemühungen der Nutzer bei der Suche oder der Beschaffung steht die GIS-Zentrale der kantonalen Verwaltung zur Verfügung.

Koordination

Die Koordination von Bedarf, Angebot und Erhebung von Daten ist von grosser Bedeutung. Damit sollen Mehrfacherhebungen vermieden, Mehrfachnutzungen ermöglicht und die termingerechte Verfügbarkeit erreicht werden.

Standardisierung

Die Mehrfachnutzung von Daten kann nur dann realisiert werden, wenn die administrativen Wege kurz sind und keine technischen Hindernisse bestehen. Die Kommission möchte daher, im Einvernehmen mit den Beteiligten, die für die Mehrfachnutzung und den Datenaustausch notwendige Administration (Bestellwesen, Verträge über Benutzung, Tarife, Gebühren) vereinheitlichen und verkürzen. Für den Datenaustausch und den Zugriff auf andere Datenbanken sind möglichst eine gemeinsame Sprache sowie gleiche Datenmodelle zu wählen.

Ein konkretes Projekt

Informationen und Daten von und über Gebäude werden von vielen verschiedenen Stellen (Bau- und Einwohneramt der Gemeinden, Gebäudeversicherung, Öltankkataster, amtliche Vermessung, Denkmalpflege, Swisscom AG, etc.) erhoben, geführt, dauernd oder gelegentlich benötigt. Die Bewirtschaftung von Gebäudedaten (Adressen, Gebäudeinformationen, Eigentümer, Benutzer etc.) ist aufwendig und fehleranfällig. Die Volkszählung 2000, bei der Wohngebäude und Wohnungen erfasst werden, steht vor der Tür. Die Post beabsichtigt für die Optimierung des Zustelldienstes 1,6 Mio. Gebäude in der Schweiz digital zu erfassen. Auf dem Internet werden "Points of Interest", Ferienwohnungen, Bankomaten etc. in zunehmendem Masse präsentiert.

Die Kommission RIS-GR strebt eine Koordination der Erhebung und Bewirtschaftung von Gebäudedaten an. Damit soll eine Reduktion des Aufwandes sowie die Verbesserung der Aktualität und Zuverlässigkeit erreicht werden. Die ersten Vorabklärungen und Gespräche mit den zukünftigen Partnern erfolgt in den nächsten Wochen.

Erste Partner

Zur Vereinfachung des gegenseitigen Austausches und der Benutzung räumlicher Daten wird vom Kanton der Abschluss von Rahmenverträgen angestrebt, in welchen sich die beiden Vertragsparteien verpflichten, die eigenen Geo-Daten einander ohne die Verrechnung von Benutzungsgebühren zur Verfügung zu stellen. Die Verrechnung des Transfers erfolgt zu einem einheitlichen Ansatz nach Aufwand. Der Vertrag sieht zudem vor, dass für einzelne Datenebenen ergänzende Regelungen getroffen werden können.

Mit der Gemeinde Davos konnte 1997 ein solcher Rahmenvertrag abgeschlossen werden. Mit weiteren Gemeinden sind bereits erste Gespräche geführt worden. Weitere Partner sind willkommen.

Das Amt für Raumplanung hat bereits mit über 30 Gemeinden Detailverträge zum Austausch von Daten der Nutzungsplanung (Zonenplan) abgeschlossen. Darin werden die Übernahme der Kosten für die erstmalige Digitalisierung, sowie der genaue Inhalt des Datenaustausches geregelt. Weitere Auskünfte können direkt beim Amt für Raumplanung eingeholt werden.

 

Kontaktadresse:
Geschäftsstelle RIS-GR
c/o Meliorations- und Vermessungsamt Graubünden
GIS-Zentrale
Grabenstrasse 8
CH-7001 Chur
Tel. 081/257’24’66, 081/257’24’32
Fax 081/257’21’43
e-mail: giszentrale@mva.gr.ch

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GIS Kanton Basel-Landschaft

Das wachsende GIS Basel-Landschaft verlangt nach neuen organisatorischen Massnahmen. Die GIS Kommission hat ihre Arbeit anfangs 1997 aufgenommen und die Strukturen geschaffen, um ein zukünftiges GIS zu stützen. Beteiligt sind daran die kantonalen Dienststellen, die Gemeinden sowie private Stellen. Das Vermessungs- und Meliorationsamt nimmt dabei eine leitende Rolle ein.

Ulrich Höhn, Informatik-Zentrum LIS des Vermessungs- und Meliorationsamtes Basel-Landschaft (1998)

1. Entstehung

Die ersten für den Einsatz in der Vermessung geeigneten Informatiksysteme waren anfangs der achtziger Jahre auf dem Schweizer Markt erhältlich. Nachdem die Vermessungsämter Basel-Stadt und Aargau schon entsprechende Systeme im Einsatz hatten, wagte man sich im Kanton Basel-Landschaft ebenfalls an eine Beschaffung. Nach einer seinerzeit noch einfacheren Evaluation wählte und bestellte der Kanton 1984 ein Intergraphsystem, basierend auf einer VAX 730. Angeschlossen daran war eine graphischen Arbeitsstation mit zwei Bildschirmen. Die Software bestand aus einem damals schon recht leistungsfähigen CAD - Module und einer relationalen Datenbank, die mit der Graphik verknüpft werden konnte.

Auf diesem System wurden zunächst aus vorhandenen numerischen Daten Pläne geplottet. Dazu legte man die Ebenen des Grundbuchplanes in einer strukturierten Graphik ab, was zur Zeit der Ausstellung "Gemeinde 87" zu einer ersten graphischen Version von "Grivis" führte. Schon damals waren gewisse Auswertungen der Ebene Bodenbedeckung mittels Datenbankabfragen möglich.

Das Vermessungsamt hat seine Arbeiten auf diesem Gebiet immer auch anderen Dienststellen zugänglich gemacht und diese für die neue Technologie motiviert. So begannen 1986 das Amt für Orts- und Regionalplanung und das Forstamt mit der Realisierung eigener Applikationen. Vorläufig nutzten sie das System für die Planspeicherung- und Ausgabe mit hoher Qualität und deutlich verbesserten Nachführungsmöglichkeiten. Es wurde versucht, das Projekt STRADA (Strassen - Datenbank des Tiefbauamtes) mit Intergraph zu realisieren. Später begnügte man sich dort mit dem Einsatz relationaler Datenbanken.

Schon früh erkannte man die Komplexität eines künftigen GIS, damals als LIS bezeichnet. 1987 wurde deshalb vom Vermessungsamt ein umfassendes Konzept "Grund und Boden" erstellt. Dieses Konzept verlangte einen für die Realisierung notwendigen Aufwand, der die Möglichkeiten der kantonalen Verwaltung bei Weitem überstieg. Man entschloss sich zur Fertigstellung der bereits begonnenen Projekte mit einem Bruchteil des Aufwandes. Der Baselbieter Landrat bewilligte im Herbst 1989 den benötigten Kredit von 4.8 Mio. Franken und zusätzlich 1 ½ neue Stellen. Im Folgejahr konnte neue Hard und Software Auf der Basis von Unix und Intergraph GIS Software beschafft werden.

Das "Informatik-Zentrum Landinformationssystem" (IZL) wurde 1990 als Hauptabteilung des Vermessungsamtes ins Leben gerufen mit der Aufgabe, ein Kantonales GIS - System aufzubauen und zu unterhalten.

Nach dem Start weiterer Projekte waren 1995 sechs Dienststellen an der GIS - Organisation beteiligt: Das Amt für Kultur, das Amt für Orts- und Regionalplanung, das Forstamt beider Basel, das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain, das Tiefbauamt und das Vermessungs- und Meliorationsamt. Letzteres hat mit der Amtlichen Vermessung das umfangreichste Projekt zu betreuen.

Das kontinuierlich wachsende GIS System rief nach weiteren organisatorischen Massnahmen. So wurde anfangs 1997 die GIS Kommission gegründet, welche die kantonsweite Koordination sicherstellen soll.

2. GIS Organisation Basel-Landschaft

Abbildung 1 zeigt die aktuelle Struktur der GIS Organisation Basel-Landschaft, die gestützt wird durch vorhandene und bewährte Stellen wie das Vermessungs- und Meliorationsamt mit seiner Hauptabteilung Informatik-Zentrum Landinformationssystem.

Daneben sind weitere Stellen für das kantonale GIS von Bedeutung, wie das Amt für Informatik (Bereiche Personen und Finanzen, Betrieb des Kommunikationsnetzes) oder die Informatik Planungs- und Koordinationsstelle. Die Direktionsinformatiker stellen die Office - Systeme zur Verfügung, die entsprechend stark aufgerüstet ebenfalls als Basis für GIS Systeme verwendet werden können.

2.1 GIS Kommission

17 Mitglieder bilden die GIS Kommission. Drei davon sind gleichzeitig Mitglieder der Informatik Planungs- und Koordinationsstelle, elf stammen aus verschiedenen kantonalen Dienststellen und drei Mitglieder vertreten die Baselbieter Gemeinden. Geplant ist auch, weitere private Stellen einzubeziehen, um die Kommission möglichst breit abzustützen.

Vier Mitglieder der GIS Kommission formen den Ausschuss, dessen Aufgabe die Vorbereitung der Sitzungen und die Koordination der verschiedenen Stellen der GIS Struktur ist.

Weitere sechs kantonale Mitarbeiter bilden die "GIS-Technik Projektgruppe", deren Aufgabe die Bearbeitung technischer Themen ist.

Ein GIS ist nicht länger das Privileg der Amtlichen Vermessung. Der Auftrag der GIS Kommission ist der Aufbau und die Koordination eines umfassenden GIS Basel-Landschaft unter Einbezug aller Stellen mit lagebezogenen Applikationen. Darunter fallen Aufgabenbereiche wie:

  • Strategische Informatikplanung im GIS Bereich
  • Koordination des kantonalen GIS unter Berücksichtigung aller Kontaktstellen, z.B. "Personen" und "Finanzen";
  • Integration weiterer Stellen;
  • Vertretung und Unterstützung gegen aussen (auch Public Relations);
  • Delegation von Aufträgen und Kompetenzen;
  • Setzen des finanziellen Rahmens;
  • Setzen von GIS Standards, nach Konsultation zuständiger Fachstellen (Datenformate, Gebäude - Identifikator);

2.2 GIS Standards und Vorgaben

In ihren ersten Sitzungen hat die GIS Kommission Stellung zu bestehenden Standards genommen oder die Einführung neuer Standards realisiert. Diese Standards dienen als Leitplanken für die Realisierung des GIS und sollen einen Wildwuchs verhindern. Es sind dies im einzelnen:

  • Der Einsatz von Windows NT und MS Office, eine Vorgabe der Informatik Planungs- und Koordinationsstelle;
  • Regierungsratsbeschluss über die GIS Organisation selbst;
  • RRB über die Gemeindenumerierung;
  • RRB über die Definition und Identifikation von Gebäuden (Gebäudenumerierung);
  • RRB über die Strassennumerierung;
  • Der Einsatz von Interlis als Datenbeschreibungssprache für alle Dienststellen, über die Amtliche Vermessung hinaus.

2.3 GIS - Technik Projektgruppe

Die GIS - Technik Projektgruppe setzt sich zusammen aus sechs Mitarbeitern aus verschiedenen kantonalen Dienststellen (Vermessung, Planung, Forstwesen, Lufthygiene), die GIS an ihrem Arbeitsplatz einsetzen oder kurz vor der Einführung stehen und die fachlichen Probleme aus eigener Erfahrung kennen.

Es muss davon ausgegangen werden, das im GIS Bereich heute noch zahlreiche Probleme z.T. grundlegender Art nicht gelöst sind. Aufgabe dieser Gruppe ist es, diese Probleme zu analysieren und - soweit wie möglich - zu lösen. Ebenso wichtig ist der Fluss des GIS Know How in Richtung der künftigen Nutzniesser.

Die Aufgaben der GIS - Technik Projektgruppe ist vielfältiger technischer Natur:

  • Analysieren grundlegender GIS Probleme wie GIS Datenverwaltung (internes und externes Schema), Meta - Datenbank, Schnittstellen, Interaktion zwischen Projekten und Daten;
  • Empfehlen von GIS Standards z.Hd. der GIS Kommission;
  • Beschaffung (eventuell Entwicklung) von Grundlage - Werkzeugen;
  • Entwicklung eines Pilotprojektes mittels dieser Grundlage - Werkzeuge: Informationssystem Natur- und Landschaftsschutz und Emissionskataster des Lufthygieneamtes beider Basel;

Die GIS - Technik Projektgruppe informiert die Anwender über erweiterte GIS Funktionalitäten. Die Abbildung 2 versucht dies darzustellen. GIS bedeutet nicht nur die Herstellung von gefälligen Planprodukten durch einige wenige Spezialisten. GIS bedeutet auch die Möglichkeit für verschiedene Benutzerkategorien, Daten zu verarbeiten und auszuwerten, verschiedenste Fragen zu beantworten auf Grund der eigenen Daten oder in Kombination mit Daten anderer Stellen aus Verwaltung und privaten Kreisen. Die Anwendung weitet sich aus von der Datenerfassung zur breiten Nutzung. Die Benutzerkategorie reicht dabei vom GIS Spezialisten bis hin zum gelegentlichen Anwender, der sich in seinem Sachbereich gut auskennt, mit einem GIS System jedoch noch nicht sehr vertraut ist. Die Erreichung dieses Ziels soll mit neuen Techniken möglich werden.

2.4 Informatik-Zentrum Landinformationssystem (IZL)

Das IZL ist eine Hauptabteilung des Vermessungs- und Meliorationsamtes Basel-Landschaft. Sieben Mitarbeiter betreuen die auf Intergraph Software basierenden Applikationen verschiedener Dienststellen. Das IZL ist für die Kantonale Verwaltung das GIS Kompetenzzentrum. Die Aufgaben sind im Besonderen:

  • Die Beschaffung von Hard- und Software für die laufenden Projekte;
  • Das System Management;
  • Die Datenverwaltung;
  • Die Entwicklung von Anwender - Software (Oberflächen und Prozeduren) mit den vorhandenen Programmierer - Tools. Dazu gehört die Wartung und Weiterentwicklung von Grivis und der AVS;
  • Die Herstellung von Spezialprodukten im Auftrag der Anwender. Darunter fallen die Herstellung von nicht standardisierten Planprodukten, Datenauswertungen und Analysen sowie Anwendungen im 3D Bereich;
  • Koordination von Auswertungen, die auf Daten verschiedener Stellen zurückgreifen: Das Verschneiden von Ebenen wie Bauzonen mit Parzellen, die Bodenkarte Landwirtschaft mit dem Nutzungsplan, die Bestandeskarte Wald mit dem Inventar Natur- und Landschaftsschutz;
  • Support der Benutzer in der Anwendung des GIS Systems, beispielsweise für die Abgabe von Daten.

Einer der wichtigen Aufgaben des IZL ist die Organisation der Ausbildung für gegen 40 Benutzer, die weiterhin ständig mit neuen Anwendungen konfrontiert werden. Um ihren Auftrag mit einem GIS System effizient zu lösen, müssen sie in einem "lebenslangen Lernprozess" eingespannt bleiben, was mit einem grossen persönlichen Aufwand verbunden ist. Für die Ausbildung sind alle Methoden auszuschöpfen wie Kurse, individuelle Betreuung (face to face) oder auch das Selbststudium.

3. AV93 im GIS Basel-Landschaft

Die Amtliche Vermessung ist wahrscheinlich in jedem Kanton eines der technisch komplexesten GIS - Projekte. Zusätzlich ist die Datenerfassung ausserordentlich aufwendig, langdauernd und teuer.

3.1 Technische Rahmenbedingungen AV93

Seit der Herausgabe des Detailkonzeptes 1987 (technischer Bericht) hat sich das Vermessungsamt vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung von Grivis immer sehr nahe an die verfügbaren technischen Vorgaben der Projektleitung RAV gehalten. Schon vor dem Erscheinen der TVAV im Jahr 1994 konnte das Vermessungsamt damit beginnen, die Massnahmen zur Realisierung der AV93 im Kanton anzugehen:

  • Im Sommer 1993 wurde für alle Mitarbeiter des Vermessungsamtes eine umfassende Ausbildung in den Bereichen AV93 und Informatik durchgeführt;
  • Die Kantonalen Mehranforderungen lagen im März 1996 als "Datenbeschreibung in Interlis" vor;
  • Das Führungshandbuch "Polygon" wurde angepasst und ergänzt an die neuen Vorgaben;
  • Mit dem Programmsystem Grivis steht nun eine leistungsfähige Software für die Realisierung der AV93 zur Verfügung.

In Grivis integriert sind die Anforderungen und das Know How der Amtlichen Vermessung Basel - Landschaft.

3.2 Realisierungsstand der AV 93

Auch im Kanton Basel-Landschaft liefert das Vermessungsamt die Basisdaten für praktisch alle GIS Anwendungen. Die Amtliche Vermessung gerät unter Zugzwang mit steigender Nachfrage nach diesen Daten, die nun möglichst rasch flächendeckend zur Verfügung gestellt werden müssen. Viele Dienststellen sind mit ihrer Datenerfassung bezüglich Flächendeckung über den Kanton weiter fortgeschritten.

Abbildung 3 zeigt den gegenwärtigen Stand der Amtlichen Vermessung im Kanton Basel-Landschaft. Der Numerisierungsstand der Grundbuchpläne beträgt ca. 70% der Kantonsfläche. Die noch wenig numerisch erfassten Gebiete befinden sich im ländlichen Kantonsteil, vor allem im neuen Bezirk Laufen. Eine Ausweichmöglichkeit für die Datenbezüger ist der Einsatz von Rasterdaten, zunächst in Form des gescannten Übersichtsplanes entsprechend dem Massstab 1:5’000. Für bezirksübergreifende Plandarstellungen werden die von der Landestopographie gelieferten Pixelkarten in den Massstäben 1:25'000, 1:50'000 und 1:100'000 verwendet.

3.3 Das Projekt "Provisorische Numerisierung" (PN)

Der Kanton Basel-Landschaft plant die Realisierung der vollständigen AV93 in ähnlichen längerfristigen Zeiträumen wie anderswo der Schweiz. Das Projekt der provisorischen Numerisierung wird jedoch den Anwendern die Daten zu einem früheren Zeitpunkt kantonsweit in einer für sie brauchbaren Form zur Verfügung stellen.

Geplant ist, bis zum Jahr 2000 den folgenden Stand zu erreichen:

  • In allen 86 Gemeinden sind die Daten in den Baugebieten vorhanden, minimal in PN - Qualität, teilweise in AV93 - Qualität;
  • In den Feldgebieten von 73 Gemeinden (alter Kantonsteil) werden folgende Ebenen zur Verfügung stehen: Fixpunkte, Bodenbedeckung, Einzelobjekte, Höhen und Liegenschaften, minimal in PN - Qualität;
  • In den Feldgebieten von 13 Gemeinden (Laufental) werden mindestens die gescannten und in die Ebene Fixpunkte (LFP 2, 3) eingepassten Grundbuchpläne zur Verfügung stehen.

4. Hard- und Software

Das Informatik-Zentrum Landinformationssystem betreut die GIS Arbeitsstationen und Projekte jener Dienststellen, die schon seit einiger Zeit lagebezogene Applikationen bearbeiten und sich im Interesse eines Daten- und Erfahrungsaustausches zusammengeschlossen haben. Daneben existieren noch einige isolierte Anwendungen, deren Integration in ein kantonales GIS nicht vordringlich erscheinen und hier deshalb nicht weiter erwähnt werden.

4.1 Hardware und Vernetzung

Abbildung 4 zeigt eine zusammenfassende Darstellung der Hardware, wie sie für die Projekte der beteiligten Dienststellen benötigt wird: Für das Vermessungs- und Meliorationsamt (inkl. 4 staatliche Kreisgeometerbüros und das IZL), das Amt für Orts- und Regionalplanung (Planungsamt), das Tiefbauamt, das Forstamt und das Amt für Kultur. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain benutzt die Arbeitsstationen des IZL.

Für die Produktion werden 37 GIS Arbeitsplätze eingesetzt. 25 Davon sind Arbeitsstationen mit 32 bis 64 Megabytes Arbeitsspeicher, 1 bis 2 Gigabytes Plattenspeicher und einem oder auch zwei Bildschirmen mit über 20 Zoll Bilddiagonale. Die GIS Software läuft autonom auf diesen Stationen. Weitere 12 Arbeitsplätze sind sogenannte WinFrame Clients, Die Datenverarbeitung erfolgt für diese Clients auf einem WinFrame Server, dessen GIS Software umfassend genutzt werden kann. Die Anforderungen an die Hardware ist bei den WinFrame Clients nicht hoch, theoretisch würde ein 486 Prozessor ausreichen. Für die graphische Verarbeitung ist aber auch hier mindestens ein 20 Zoll Bildschirm notwendig.

Auf den meisten GIS Arbeitsstationen wird Windows NT eingesetzt. Die verbleibenden sechs Unix Arbeitsstationen werden bis Mitte 1998 ebenfalls durch NT Rechner ersetzt werden.

4.2 Applikations - Software

GIS Software (Intergraph)

Für die Projekte der beteiligten Dienststellen wird MGE eingesetzt (Modular GIS Environment). Diese Software basiert auf der CAD Software MicroStation und zusätzlich auf einer frei wählbaren Datenbanksoftware. In der Verwaltung Basel-Landschaft wird dazu Oracle eingesetzt. MGE verfügt über zahlreiche Module für die Datenerfassung, Verwaltung und Auswertung. Für die Planausgabe wird IPlot eingesetzt, das über vielfältige Möglichkeiten der Plandarstellung verfügt. IRasb erweitert das MGE Vektorsystem zum hybriden System, mit dem gleichzeitig Rasterdaten im Landeskoordinatensystem verarbeitet werden können.

GRIVIS

Die Grivis Entwicklung begann 1989 mit der Parametrisierung des CAD Systems MicroStation, entsprechend dem damaligen Grundbuchplaninhalt. 1993 erfolgte die Integration in MGE und 1995 die Portierung auf das Betriebssystem Windows NT. Grivis wird auf dem Schweizer Markt angeboten und ist dort heute mit 62 installierten Lizenzen vertreten.

GRIVIS wurde für die AV93 - konforme Verwaltung und Bearbeitung des Grunddatensatzes der amtlichen Vermessung auf MGE, der GIS Plattform von Intergraph konzipiert. MGE enthält zahlreiche Funktionen für GIS Anwendungen in den verschiedensten Bereichen. Damit garantiert GRIVIS die direkte Nutzung der AV Daten als Teilsystem eines übergeordneten GIS. Als Windows basierende Applikation verfügt GRIVIS über die Möglichkeit, Ergebnisse aus Datenauswertungen, unabhängig ob sie in numerischer oder grafischer Form vorliegen, direkt in die Office - Umgebung von Microsoft zu integrieren (GIS Office).

In Zusammenarbeit mit der Firma InfoGrips wurde im Jahr 1997 als Modul zu Grivis die AVS fertiggestellt. AVS/Grivis enthält als zusätzliche Funktionalität eine Prüfung der zu transferierenden Daten nach den strengen Regeln des in Interlis beschriebenen Datenmodells. Damit erhält die Qualitätsprüfung der AV93 Daten eine neue Dimension. Der Verifikation wurde ein neues wirksames Werkzeug in die Hände gegeben.

Für die Datenabgabe an private Benutzer hat sich die Schnittstelle Geobau weiterhin bewährt. Auch dazu sind ebenfalls wirksame Prüfprogramme erhältlich.

GIS Abfrage - Software

Bei einigen Stellen in der Verwaltung sind schon GeoMedia und ArcView im Einsatz, Programme für universelle GIS Abfragen. Man setzt grosse Erwartungen in solche Produkte, die es einer grossen Anzahl (gelegentlicher) Anwender erlauben wird, auf einfache Art Abfragen auf verschiedenartigen GIS Datenbeständen vorzunehmen.

5. GIS Projekte Basel-Landschaft

Die heute vorhandenen GIS Ansätze im Kanton Basel-Landschaft zeichnen sich aus durch eine durchwegs heterogene Struktur, die durch den Einbezug ausserkantonaler Stellen noch komplexer wird:

  • Verschiedene GIS Partner:
  • 6 kantonale Dienststellen heute, 14 weitere demnächst;
  • 86 Gemeindeverwaltungen, an GIS Daten interessiert;
  • 5 private Geometerbüros;
  • Architekten, Planer;
  • L+T, Vermessungsdirektion, SBB, Swisscom, BFS.
  • Verschiedene GIS Systeme:
  • Intergraph;
  • Arc Info;
  • C-PLAN;
  • . . .
  • Verschiedene GIS Datenformate

Diese Heterogenität führt zu organisatorischen und technischen Problemen. Natürlich kann man noch nicht von einem vollständigen "GIS BL" sprechen, dennoch sind konkrete Anforderungen an ein solches System vorhanden und vordringlich.

5.1 Laufende Projekte in der kantonalen Verwaltung

Nachfolgend sind die in Zusammenarbeit mit dem IZL laufenden GIS Projekte in der kantonalen Verwaltung Basel-Landschaft aufgeführt, wie sie auch im SIK-GIS Inventar stehen. Es sind dies:

  • Vermessungs- und Meliorationsamt: Amtliche Vermessung mit Übersichtsplan; Fixpunkte; Melioration; Verifikation; Mitarbeit GIS.
  • Amt für Orts- und Regionalplanung: Regionalplan Siedlung; Nutzungsplan Siedlung; Richtplan; Inventar Natur und Landschaft; Lärmkataster; Schulhäuser.
  • Forstamt beider Basel: Waldsoziologie; Waldschadenkarte; Bestandeskarte; Gefahrenflächen.
  • Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain: Bodenkarte; Risikokarte; Eignungskarte.
  • Amt für Kultur: Fundstellenkataster der Kantonsarchäologie; Vermessung Römerstadt Auguste Raurica.
  • Statistisches Amt: Gebäudedaten.
  • Tiefbauamt: Strassendatenbank; Pläne der ausgeführten Werke.

5.2 Anwendungsbeispiele

Die Abbildungen 5 und 6 zeigen je einen Ausschnitt aus zwei Beispielen für die Planausgabe aus den Daten der AV93 mittels Grivis: Ein farbiger Plan für das Grundbuch als Pilotversuch für ein besser lesbares und informativeres Produkt, und der im Kanton Basel-Landschaft zum Standard gewordene ebenfalls farbige Übersichtsplan.

Die Zonenpläne beispielsweise stellen sich ähnlich dar wie diese des Kantons Zug, der sich an dieser Stelle auch schon vorgestellt hat

Neben den Planprodukten interessieren vermehrt Auswertungen und Analysen wie z.B. Schnitte verschiedener Ebenen (Bauzonen mit Parzellen oder Landwirtschaftsflächen mit Planungszonen).

6. Ausblick

Um ein abgerundetes und funktionierendes GIS System ins Leben zu rufen, müssen noch einige Probleme gelöst werden. Sie erstrecken sich über den technischen, organisatorischen und politischen Bereich. Während sich bei der Anwendersoftware Lösungen am Horizont abzuzeichnen beginnen, bestehen noch Schwierigkeiten im Datenbereich, sei es in der Erfassung oder in der Verwaltung. Ebenso verdienen die (künftigen) Anwender unsere Aufmerksamkeit. Es muss gelingen, sie für die GIS Anwendung in Ihrem Bereich zu motivieren. Dies gelingt nur, wenn der Arbeitsalltag mit GIS auch einfacher und effizienter gemacht werden kann.

Der Einsatz neuer Techniken ist für die Einführung eines GIS unumgänglich. Dazu gehören neben der Objekttechnologie auch Internet und Intranet. Letztere nicht nur für die für die Vermittlung von Daten, sondern auch für die Vermittlung von Wissen und für die Ausbildung der Anwender.

 

Ulrich Höhn
Informatik-Zentrum
LIS des Vermessungs- und Meliorationsamtes Basel-Landschaft
CH-4410 Liestal

Vollständige Version siehe VPK 2/98
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


L’ASIT-VD: Une nouvelle approche de la gestion du territoire

L’ASIT-VD met actuellement en service un serveur Internet qui a pour mission d’être une plate-forme d’échange de données sur le territoire vaudois. Ce serveur offre diverses prestations dont l’accès au Dictionnaire qui est un annuaire intelligent pour repérer les données disponibles, leurs sources, leur présentation, leur prix, ainsi que l’accès au Requêteur qui constitue la clé d’accès aux données. Les premières bases de données accessibles sont celles de l’Administration cantonale (cadastre, plans d’aménagement, etc.). De nouvelles données seront fournies par d’autres partenaires au gré de leur disponibilité.

R. Prélaz-Droux, Dr. Ing. Génie rural & Géomètre, Coordinateur et secrétaire de l’ASIT-VD (1997) 

1. Contexte organisationnel de l’ASIT-VD : un partenariat public - privé

L'ASIT-VD a vu le jour le 2 décembre 1994 et compte aujourd'hui plus de 140 membres, dont l'Administration cantonale, des communes, des entreprises de distribution, des bureaux techniques, des sociétés professionnelles, l’EPFL et des particuliers. Elle a pour mission de réaliser, dans un contexte de partenariat, un Système d'Information du Territoire Vaudois (SIT-VD) offrant un large ensemble d'informations, d'outils d'analyse, d'instruments de gestion et d'aide à la décision, afin de faciliter la maîtrise du développement du territoire cantonal dans toutes ses dimensions. Le SIT-VD est conçu comme une plate-forme d'échange entre les partenaires et un outil devant faciliter la tâche des métiers oeuvrant dans le cadre de l'aménagement et de la gestion du territoire cantonal. Cela nécessite la création et la coordination d'environnements d'aide à la saisie, la mise à jour, la consultation, la gestion, le traitement et l'échange des données à référence spatiale pour des approches locales et régionales. Dans ce contexte, l'ASIT-VD vise principalement à:

·         susciter des synergies par l'utilisation optimale des compétences, par le partage d'expérience et de savoir-faire, ainsi que par la diffusion de l'information relative aux actions réalisées et aux résultats obtenus;

·         rechercher des économies d'échelle par la coordination et l'optimisation des investissements dans les projets SIT, par la planification de ces mêmes projets, par l'élaboration de stratégies de saisie de données ainsi que par la mise à disposition de données géoréférencées;

·         permettre la diffusion et l'application des normes et méthodes définies sur le plan national ou international propres à assurer la cohérence et l'échange des données.

Un comité, formé de représentants des différentes catégories de membres, gère et dirige les affaires de l’association. Une cellule de coordination, employant un ingénieur, est chargée de la direction des projets, de la supervision des activités de l’ASIT-VD et des relations avec les membres et les partenaires de l’association. Le financement de l’ASIT-VD est assuré par les cotisations des membres, calculées sur une base proportionnelle.

L’ASIT-VD s’est dotée d’une Charte composée des statuts de l’association et d’une documentation technique détaillant les aspects liés à :

·         l’organisation : organes de l’association, procédures de coordination et de qualification des données et des serveurs, mode de financement, principes de diffusion et de tarification des données;

·         l’information : méthodologie de développement d’applications géomatiques, organisation et composition du dictionnaire du SIT-VD, modes opératoires de saisie et de mise à jour des données;

·         la technique : caractéristiques d’un environnement SIT et de son exploitation, architecture informatique de l’ASIT-VD et moyens techniques d’échange de données; principes généraux des interfaces et de l’interopérabilité.

2. Le serveur de l’ASIT-VD

Depuis le début de l’année 1996, l’ASIT-VD a concentré ses efforts sur la mise en service de la première plate-forme d’échange de données sur le territoire vaudois, sous la forme d’un serveur WWW qui fournit les services suivants:

·         Présentation de l’ASIT-VD : pour tout savoir sur l’ASIT-VD, ses organes et ses projets.

·         Documentation technique : consultation aisée des directives et recommandations.

·         Dictionnaire : l’annuaire intelligent pour repérer les données disponibles, leurs sources, leurs caractéristiques, leur prix.

·         Requêteur : la clé d’accès aux données.

·         Serveurs : la possibilité de branchement direct sur une source de données.

·         Forum : rubrique d’actualité dans le domaine.

Les services Présentation de l’ASIT-VD et Documentation technique sont déjà en service. Le dictionnaire et le requêteur sont en cours de développement, leur mise en opération est prévue pour début 1997. Les données disponibles au sein de l’Administration cantonale vaudoise seront alors accessibles pour tous les membres au travers du serveur ASIT-VD. D’autres gestionnaires assureront ensuite la montée en charge des données du SIT-VD.

3. Le dictionnaire du SIT-VD

Le fonctionnement du SIT-VD est basé sur l’utilisation des applications Dictionnaire et Requêteur et sur la définition de procédures de communication entre le serveur ASIT-VD et les serveurs diffuseur de données (fig. 1). Les gestionnaires de données sont des acteurs essentiel dans le contexte du SIT-VD. Ils doivent insérer dans le dictionnaire toutes les informations nécessaires pour que le client puisse prendre connaissance des données disponibles, de leur caractéristiques et de leur prix. Le dictionnaire consiste en une base de données, développée sous Oracle, qui se compose de quatre éléments principaux à savoir : les partenaires, les données, les projets et les serveurs du SIT-VD. Il est conçu de manière à ce que le client y trouve toutes les informations nécessaires à l’acquisition et à la bonne utilisation des données qu’il désire rapatrier chez lui.

Le dictionnaire est basé sur une identification interdisciplinaire et une organisation originale des données. Il a été élaboré par un groupe de travail de l’ASIT-VD, en collaboration avec le Département de génie rural de l’EPFL. Ce projet intègre ainsi les résultats de travaux de recherche ayant porté sur le domaine, dont certains éléments sont présentés ci-dessous (De Sède, Prélaz-Droux, Claramunt, Vidale 1995; Prélaz-Droux 1995).

L’élaboration d’un SIRS multi-partenaires nécessite la mise en commun d’informations qui sont le plus souvent regroupées par structure de gestion (un service ou un office spécifique dans une administration publique par exemple). Il est alors nécessaire de s’affranchir des clivages administratifs actuels qui tiennent plus de considérations politiques ou économiques que d’une logique territoriale. C’est pourquoi le dictionnaire du SIT-VD vise la représentation du territoire et non celle des organisations qui participent à sa gestion ou son aménagement. L’organisation des données qui en résulte repose sur analyse systémique et vise à identifier les composantes du territoire à différents niveaux d’abstraction. C’est à ces composantes que sont ensuite rattachées les données gérées par les différents partenaires.

La figure 2 illustre ce mode de représentation. Il existe généralement plusieurs observateurs qui récoltent et gèrent des données sur un même phénomène du territoire. Sans identification interdisciplinaire de ce phénomène, chaque observateur définit sa propre entité informatique, en se basant sur les seules données qui sont en sa possession. Il peut exister ainsi de multiples versions d’un même phénomène (un bâtiment par exemple) qui n’ont pas de correspondance entre elles que ce soit aux niveaux de leur définition, de leur mise à jour ou de leur référence géométrique par exemple.

L’ambition du dictionnaire du SIT-VD est de rationaliser cette situation en proposant une démarche en deux phases :

·         le choix des phénomènes du territoire qui doivent être représentés (biotope riverain, cours d’eau, bâtiment, entreprise, etc.);

·         l’élaboration d’un canevas d’identification des classes d’entités correspondantes (fig. 3).

La première phase nécessite la réunion des observateurs au sein de groupes thématiques (exemples de groupes thématiques : groupe eau, groupe organisation foncière, groupe végétation). Ces groupes ont pour mission de définir les classes d’entités auxquelles sont rattachées les données en leur possession. Les classes d’entités ainsi définies sont ensuite intégrées au sein de l’organisation hiérarchique du dictionnaire du SIT-VD. Cette dernière, illustrée dans la partie gauche de la figure 2, vise à promouvoir une vision globale du territoire et des données disponibles. Elle constitue également une aide à l’utilisateur pour la consultation et la recherche des données. De ce fait, elle doit être aussi proche que possible de notre façon de percevoir le territoire. Or, la perception d'un territoire (celui d'une commune ou d'une région par exemple) porte tout d'abord sur des phénomènes génériques tels que les transports, l'eau, les activités économiques ou l'organisation foncière avant de se concentrer sur des phénomènes plus concrets tels que les tronçons de route ou de cours d'eau, les entreprises ou les parcelles. Il est possible d'identifier ainsi plusieurs niveaux de perception du territoire, du général où le territoire est vu comme un tout, au particulier où il est décomposé en classes d’entités élémentaires. La cohérence de cette organisation thématique nécessite que chacun de ces niveaux corresponde à un même niveau de perception du territoire.

Les classes d’entités retenues dans la première phase doivent ensuite être décrites afin que chaque partenaire puisse connaître leurs caractéristiques. Il faut donc leur donner une définition, indiquer le gestionnaire qui en est responsable, préciser le serveur sur lequel elles sont localisées, etc. Ce mode d’identification doit être commun à l’ensemble des classes d’entités et il doit être conçu de manière à ce que chaque partenaire puisse disposer de l’ensemble des informations qui lui sont nécessaires pour acquérir les données qu’il désire et en faire un usage pertinent (fig. 3). Il est composé de trois parties principales, à savoir :

·         les attributs de définition de la classe d’entités qui portent sur les aspects généraux (définition, gestionnaire, serveur, conditions de diffusion, éléments de tarification, etc.) et sur les aspects spatiaux (échelle de référence, mode de mise à jour, précision, mode d’acquisition, etc.);

·         les attributs métiers qui donnent la liste des données disponibles sur la classe d’entité;

·         les caractéristiques d’un attribut métier (définition, gestionnaire, précision, caractéristiques informatiques, etc.).

Cette identification des données sous forme de classes d’entités est complétée par la possibilité de définir des « produits ». Le dictionnaire du SIT-VD reconnaît deux sortes de produits : les produits raster (cartes nationales, orthophotos, etc.) et les produits vectoriels. Ces derniers correspondent à un ensemble structuré de données diffusables sous la forme d’un tout. C’est le cas notamment du plan d’ensemble (qui est entièrement vectorisé dans la canton de Vaud), du plan cadastral ou des plans directeurs. La description des produits se fait également par un canevas d’identification qui a été élaboré en parrallèle à celui des classes d’entité. Celui-ci est toutefois plus général et succint que celui des classes d’entités.

Un gestionnaire de données peut ainsi déterminer librement la stratégie de diffusion de ses données : par classes d’entités ou par produit, ou par les deux simultanément. Il peut ainsi par exemple décider de ne mettre ses données à disposition qu’au travers de « produit » (le plan cadastral par exemple). Dans ce cas, il indiquera dans la fiche d’identification du produit si ce dernier est composé de classes d’entité (bâtiment ou parcelle par exemple). Si c’est le cas, il pourra décrire ces classes d’entités dans le dictionnaire, même si elles ne sont pas accessibles par un tiers indépendemment du produit. Le dictionnaire du SIT-VD joue alors pleinement son rôle d’annuaire de méta-données destiné à donner toutes les informations utiles aux clients pour une utilisation judicieuse des données disponibles.

4. Le requêteur du SIT-VD

Le requêteur constitue la clé d’accès aux données. En effet, sur la base des informations fournies par le dictionnaire du SIT-VD, il permet au client d’effectuer ses commandes et de rapatrier les données correspondantes (« produit » ou « classes d’entité ») sur son poste de travail, via les réseaux informatiques. Concrètement, le client se branche sur le serveur ASIT-VD par le biais des réseaux de télécommunication (Réseau cantonal vaudois pour les collectivités publiques, SWISSNET ou Internet). Il peut alors consulter le dictionnaire et obtenir, par exemple, la réponse aux questions suivantes : quelle est ou quelles sont les compagnies responsables de la distribution d’énergie électrique sur la commune de XXX, quelles données puis-je obtenir de leur part, comment ces données ont-elles été acquises et comment sont-elles mises à jour, quelles sont leurs conditions de diffusion et leur prix ? Sur cette base, le client pourra décider des données qu’il désire rapatrier chez lui. Il peut alors actionner le requêteur.

Le requêteur permet au client d’élaborer sa commande. Celui-ci indique les données qu’il souhaite obtenir, le périmètre au sein duquel il désire ces données (une zone rectangulaire, une commune, un district, une planche du plan d’ensemble, une planche de la carte nationale ou l’entier du canton), ainsi que le format et le modèle. Le requêteur est intimement couplé au dictionnaire. De ce fait, lors de l’élaboration de sa commande, le client choisit les données désirées directement dans le dictionnaire et, une fois les données retenues, le requêteur lui propose une série de choix multiple en fonction des options disponibles. Ainsi par exemple, suite à une interrogation du dictionnaire, le requêteur ne propose que les formats et modèles disponibles pour une donnée spécifique ou que les médias physiques supportés par le serveur diffuseur (si tant est que le client ne désire pas rapatrier les données par le réseau). Notons encore que, pour toute commande, le client a la possibilité de demander un devis.

Le serveur ASIT-VD transforme ensuite la commande du client en autant de fichiers qu’il y a de serveurs concernés par les données insérées dans la commande. Ces fichiers, appelés Fichiers de demande de traitement, sont ensuite envoyés aux serveurs diffuseur de données. Si ceux-ci sont dotés des modules adéquats, ils peuvent effectuer l’extraction, la diffusion et la facturation automatiquement. Pour assurer un suivi de la commande au client, un Tableau de bord est tenu à jour sur le serveur ASIT-VD. Il renseigne le client sur l’état de sa commande (reçue par le serveur, en cours de traitement, traitée, devis prêt, données disponibles). Une fois les données disponibles, le client provoque leur rapatriement directement à partir du serveur ASIT-VD. Une session de transfert de données (FTP) est ouverte par le serveur ASIT-VD entre le serveur diffuseur et le client. Ce dernier peut alors prendre possession des données commandées et les placer dans le directoire de son choix sur son poste de travail.

L’Administration cantonale vaudoise (ACV) met actuellement en service le premier serveur diffuseur de données de l’ASIT-VD. Pour ce faire, elle développe des modules qui permettent d’interpréter le fichier de demande de traitement envoyé par le serveur de l’ASIT-VD, d’effectuer les traitements correspondants dans la base de données ACV, d’élaborer les informations nécessaires à la facturation et de les transmettre à l’application administrative qui gère la comptabilité de l’Etat de Vaud, de renseigner le tableau de bord du serveur de l’ASIT-VD et finalement de transmettre les données au client (cf. figure 4).

5. Principes de diffusion et de tarification des données au sein de l’ASIT-VD

N.B.: L’accès facilité des données par le biais du serveur de l’ASIT-VD doit s’accompagner de la détermination de recommandations en matière de diffusion et de tarification des données. Ces recommandations sont encore en discussion au sein de l’ASIT-VD. Ce chapitre présente les propositions principales émises par un groupe de travail formé de représentants de l’ASIT-VD et de l’EPFL.

Les problématiques de l’accès aux données et de leur extraction par le biais des réseaux informatiques ne sont abordées que sommairement aujourd’hui dans la législation. Or, la mise en oeuvre de moyens facilitant la diffusion des données (dictionnaire et requêteur) nécessite un cadre contractuel clair permettant de définir les droits et les devoirs des parties en présence.

Pour éviter qu’une donnée soit diffusée sans que les droits et devoirs des parties aient été définis, l’ASIT-VD propose des conditions générales s’appliquant par défaut lors de tout échange de données à partir du serveur de l’ASIT-VD. Ces conditions générales sont acceptées tacitement par la commande des données. Elles définissent les clauses garantissant le respect des droits et devoirs principaux des parties en ce qui concerne :

· La nature et l’étendue des droits concédés et la responsabilité :

·         droit de propriété intellectuelle;

·         responsabilité du propriétaire de la donnée;

·         obligations générales du client;

·         responsabilité de l’ASIT-VD.

· Les principes de tarification.

· Les clauses de modification de contrat.

· Les clauses de conciliation et de règlement de litige.

Pour les cas où ces conditions générales sont jugées insuffisantes par les parties, l’ASIT-VD met à disposition un canevas permettant d’élaborer des conventions particulières.

De manière générale, chaque partenaire du SIT-VD, propriétaire de données géoréférencées, peut librement définir les principes de tarification de ses données. Toutefois, ayant pour objectif de faciliter les échanges de données, l’ASIT-VD encourage ses membres à adopter des principes de tarification non dissuasifs. Elle émet les recommandations suivantes :

· Appliquer un mode de tarification à la surface. Ce mode s’applique en effet à tous les types de données. Il permet une utilisation la plus efficace des potentialités du requêteur et il autorise l’élaboration d’un devis sans devoir recourir au prétraitement de la commande.

· Déterminer précisément les coûts réels des données. Ceux-ci se répartissent entre :

·         les coûts d’acquisition;

·         les coûts de production de la donnée diffusable;

·         les coûts de mise à jour;

·         les coûts de mise à disposition.

· Déterminer une stratégie de tarification en privilégiant la facturation des coûts de mise à disposition, plutôt que la recherche d’un retour sur investissement ou d’un profit.

· Prévoir la possibilité d’ajustement du prix de base par des coefficients modérateurs. Le requêteur permet de prendre en compte les coefficients suivants :

·         la zone tarifaire : permet une différentiation spatiale du prix de la donnée sur la base de critères tels que la densité, le coût d’acquisition, des choix politiques, etc;

·         l’usage de la donnée : l’ASIT-VD distingue les usages commerciaux & publicitaire (utilisation de la donnée à but lucratif ou dans le cadre de la promotion d’une société, d’un service ou d’un produit), des usages « métier » qui se font dans le cadre des activités d’un métier lié au territoire (projet, étude, etc.), et des usages privés à des fins personnelles uniquement.

·         le statut du client : conformément aux statuts de l’ASIT-VD, les membres de l’association sont au bénéfice d’un rabais sur les données.

6. Conclusion

L’ASIT-VD se caractérise par un partenariat entre les secteurs publics et privés, ainsi que par la mise en oeuvre d’une plate-forme d’échange des données basée sur l’utilisation des technologies de la téléinformatique. Un accent tout particulier a été mis sur l’information. Information des membres par le biais du serveur tout d’abord, lequel permet à chacun d’avoir accès, en tout temps et de façon aisée, aux statuts, recommandations et directives de l’association. Information entre les membres au travers du dictionnaire du SIT-VD qui renseigne sur les activités de chacun, les projets et les données disponibles. Le dictionnaire du SIT-VD représente ainsi une réalisation novatrice dans le domaine des méta-données.

La plate-forme d’échange actuellement mise en place permet aux membres, par le biais du requêteur, de rapatrier des données d’autres membres sur leurs postes de travail. Cette réalisation couvre la majeure partie des besoins exprimés à ce jour par les partenaires de l’ASIT-VD. Toutefois, des institutions comme les banques ou des professions comme les notaires par exemple aimeraient pouvoir consulter à distance les données dont ils ont besoin pour prendre leurs décision, ce qui nécessitera de compléter les services offerts par le serveur ASIT-VD par une plate-forme de consultation. Les réalisations actuelles, aussi ambitieuses soient-elles, ne sont donc qu’un premier pas dans la construction d’un SIT-VD qui réponde toujours plus efficacement aux besoins et aux attentes de ses membres.

 

R. Prélaz-Droux
Dr. Ing. Génie rural & Géomètre
Coordinateur et secrétaire de l’ASIT-VD
5, rue de l'Université
CH-1014 Lausanne

Texte intégral: MPG 5/98
Commendez la revue MPG: verlag@geomatik.ch


GIS Kanton Solothurn

Seit 1990 wird im Kanton Solothurn am Aufbau eines Geo-Informationssystems gearbeitet. Ausgehend von klaren Leitlinien werden alle GIS-Aktivitäten koordiniert. Mit einem pragmatischen Vorgehen liegt das Hauptgewicht auf der Beschaffung von Daten, welche bezüglich Geo-Referenzierung und Geo-Kodierung einheitliche Kriterien erfüllen müssen. In vielen Bereichen staatlicher Tätigkeit steht heute umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung. Eine schlagkräftige GIS-Organisation ist auf die Beine gestellt worden. In Zukunft werden die vermehrte Ausrichtung aller Aktivitäten auf die Benützerbedürfnisse und die breite Nutzung des Datenmaterials im Vordergrund stehen.

Rolf Kocher u.a., Amt für Informatik und Organisation (1997)

Geschichte

Der koordinierte Aufbau eines Geo-Informationssystems (Geo-IS) im Kanton Solothurn basiert auf einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Informatik und Organisation (AIO) und dem Vermessungsamt (KVA). Die beiden wichtigsten Projekte, der Aufbau eines Geo-IS und die Realisierung der Amtlichen Vermessung als Grundlage dazu liefen parallel nebeneinander. Nachstehend sind einige Meilensteine stichwortartig aufgelistet.

Juni 1990: Regierungsratsbeschluss, RAV (Reform der Amtlichen Vermessung) Informatik-Voranalyse im Vermessungsamt. Neben technischen und finanziellen Grundlagen sollen dabei Organisationsstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten für den Aufbau und den Betrieb eines Geo-IS Solothurn untersucht und Lösungsvorschläge unterbreitet werden.

Mai 1991: Bericht Voranalyse mit folgendem Inhalt: Erhebung IST-Zustand, umfassende Bedürfniserhebung bei den Benützern. Ziele: Realisierung der RAV in 10 Jahren, Erhebung zusätzlicher Daten, Aufteilung in Teilprojekte.

August/September 1991: Schaffung einer Fachstelle für Geographische Informationssysteme im AIO. Regierungsratsbeschluss, Konzeptphase RAV-GIS eingeleitet. Vermessungsamt wird als Projektleitung und als Koordinationsstelle RAV-GIS eingesetzt.

ab Frühjahr 1992: Der Aufbau eines Geo-IS für die kantonale Verwaltung ist in erster Linie eine Koordinations- und Informationsaufgabe. Alle interessierten Amtsstellen treffen sich in einer Interessengruppe "Geo-IS Verwaltung" regelmässig zur gegenseitigen Information über geplante, laufende und realisierte Projekte.

Juni 1992: Regierungsratsbeschluss Nr. 1879 vom 2. Juni 1992:
Koordination der Arbeiten mit raumbezogenen Daten

1. Bei allen Projekten zur Beschaffung, Übernahme, Verwaltung und Auswertung von raumbezogenen Daten (Boden, Luft, Gewässer, Gebäude, Strassen etc.), die mit Informatikmitteln bearbeitet werden, ist vorgängig das Amt für Informatik und Organisation zu kontaktieren.

2. Zur Sicherstellung der Koordination von raumbezogenen Informationen müssen die Amtsstellen vorgängig vom Amt für Informatik und Organisation und vom Vermessungsamt das Einverständnis für folgende Projekte einholen:

·         Beschaffung von Informatikmitteln (Hard- und Software),

·         Beschaffung, Erhebung oder Übernahme von raumbezogenen Daten,

·         Verwaltung und Auswertung solcher Daten.

3. Die Departemente und Amtsstellen werden mit dem Vollzug beauftragt.

August 1992: Regierungsratsbeschluss, Pilotprojekt Orthophoto Thal (ca. 100 km²).

Damit zahlreiche, bereits laufende Projekte in der Verwaltung auf einheitlichen Grundlagedaten basieren, wurde ein Pilotversuch mit digitalen Orthophotodaten durchgeführt. Gleichzeitig wurde die Beschaffung der notwendigen Informatikmittel beschlossen.

Im Vermessungsamt wird ein Informationszentrum eingerichtet. Dort steht den andern Ämtern die Infrastruktur für die Erfassung von raumbezogenen Daten zur Verfügung.

August 1992: Konzeptbericht RAV. Eine zweite Umfrage zeigt enorm grosse Bedürfnisse nach den Daten der Amtlichen Vermessung in kurzer Zeit. Ziel: Bedürfnisse rasch befriedigen und die wichtigsten Daten der Amtlichen Vermessung innerhalb von 10 Jahren über das ganze Kantonsgebiet zur Verfügung stellen (Projekt RADAV = Rasche Aufnahme der Daten der Amtlichen Vermessung). Beträchtliche Einsparungen sind möglich, indem die von allen Benützern benötigten Grundlagen von der Vermessung rasch zur Verfügung gestellt und laufend nachgeführt werden. Benützer können sich auf ihre eigenen Aufgaben konzentrieren und müssen sich nicht mehr um die Beschaffung von Grundlagedaten kümmern. Die auf der gleichen Grundlage erstellten Benützerdaten werden vergleichbar und austauschbar. Kosten: Die geschätzten Kosten für RADAV betragen 68 Mio Fr. oder 30% weniger als die Kostenschätzung der Arbeitsgruppe Buschor.

Februar 1993: Regierungsratsbeschluss, Projekt RADAV genehmigt: Realisierungszeitraum 15-20 Jahre. Für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel des Kantons ist eine Vorlage an den Kantonsrat auszuarbeiten.

März 1993: Regierungsratsbeschluss: Beschaffung digitaler Orthophotos über den ganzen Kanton Solothurn.

Dezember 1993: Regierungsratsbeschluss: Finanzvorlage RADAV an den Kantonsrat.

November 1994: Kantonsratsbeschluss Nr. 275/93 vom 30.11.1994:

Konzept RADAV genehmigt. Verpflichtungskredit 60 Mio Franken bewilligt. Vollzug: Regierungsrat.

Ab 1995: Realisierung des Projektes RADAV

Juni 1996: Regierungsratsbeschluss: Schaffung einer GIS Organisation in der Kantonalen Verwaltung, Strategisches GIS-Gremium (SGG) und GIS-Kompetenzzentrum (GKZ).

Leitlinien für die Realisierung des Geo-Informationssystems

Alle Aktivitäten zur Realisierung eines Geo-IS im Kanton Solothurn hatten und haben sich von Beginn weg nach folgenden Leitlinien zu richten. Diese wurden im September 1993 an der Tagung "Realisieren und Betreiben von Geo-Informationssystemen" an der ETH Zürich vorgestellt.

Aufgabe des Geo-Informationssystems

Das Geo-IS des Kantons Solothurn gibt Auskunft über alle Daten, die in irgend einer Form einen Raumbezug haben. Grundlagedaten sind die Daten der Amtlichen Vermessung, welche auf den Landeskoordinaten basieren.

Redundanz vermeiden

Für alle Projekte und Amtsstellen gilt: Jedes Datum wird nur einmal erhoben und verwaltet, und zwar durch die hiefür zuständige Stelle. Jedes Datum soll allen Interessenten uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Einzige Ausnahme bildet der Schutz von Persönlichkeitsdaten und von Daten, welche nicht ohne weiteres interpretierbar sind.

Projekte

Die Beschaffung jedes Datums muss in Rahmen eines Projektes nach "Hermes95" (= Projektorganisation, früher "Posat") geplant und realisiert werden. Die Projekte sind mit kurzen effizienten Phasen zügig durchzuziehen. Im Rahmen eines Grobkonzeptes soll rasch und flexibel gehandelt werden können.

Koordination

Hiefür ist der Koordinationsbeschluss des Regierungsrates vom Juni 1992 massgebend (siehe Kapitel Geschichte).

Keine Papierkorblösungen

Es dürfen nur Daten beschafft werden, die auch tatsächlich gebraucht werden. Jede Datenbeschaffung muss von Beginn weg in der benötigten Qualität durchgeführt werden. Es darf keine provisorischen Sofortlösungen geben.

Bestehendes nutzen

Alle bekannten Techniken und Hilfsmittel sollen eingesetzt werden können, das Rad darf und muss nicht neu erfunden werden.

Kein Perfektionismus

Es soll kein übertriebener Perfektionismus getrieben werden, zum Beispiel dürfen die Toleranzen der Amtlichen Vermessung ausgenützt werden.

Innovative Lösungsansätze

Für die Beschaffung von Daten sollen neue unkonventionelle Lösungen angewendet werden können. Beispiele sind die digitalen Orthophotodaten (1992 gab es in der Schweiz noch kein System, das solche direkt erstellen konnte); die Prioritätenplanung nach Benützerbedürfnissen und nicht nach denjenigen der Amtlichen Vermessung; die Verwendung der vorhandenen Höheninformationen oder das Vorgehen in zusammenlegungsbedürftigen Gebieten bei der Realisierung der Amtlichen Vermessung ohne die Ebene Liegenschaften.

Schnittstelle

Der Austausch der Daten der Amtlichen Vermessung mit dem Geo-IS muss über die Amtliche Vermessungsschnittstelle AVS beziehungsweise über Interlis geschehen.

Datenmodell

Die geographischen Daten werden in Ebenen gespeichert und verwaltet. Die attributiven Daten werden in einer relationalen Datenbank verwaltet.

Organisation

Die Koordinationsaufgaben und das Management der Geo-IS im Kanton Solothurn werden durch zwei Gremien geregelt: Das Strategische GIS-Gremium (SGG) hat die Aufgabe, die vielen laufenden und alle neuen GIS-Projekte insbesondere bezüglich Finanzen und Kapazitäten zu priorisieren und in einen strategischen Gesamtrahmen zu stellen. In diesem Gremium unter dem Vorsitz des Kantonsgeometers sollen Amtsvorsteher Einsitz nehmen, in deren Ämtern raumbezogene Informationen bearbeitet werden.

Auf operativer Ebene wurde die Koordination der vielen GIS-Projekte durch eine informelle Gruppe mit Personen aus verschiedensten Amtsstellen und externen Beraterfirmen sichergestellt. Diese spontan gegründete Gruppe ist in ein formelles GIS-Kompetenzzentrum (GKZ) überführt worden. Dabei sollen insbesondere das vorhandene Wissen geschützt und die gemachten Investitionen weiterhin genutzt werden. Die Aufgabe des GKZ hat sich einerseits auf die operative Koordination der rund 50 GIS-Projekte und Projektteams, auf die Überwachung der Einhaltung des GIS-Konzeptes, auf die Koordination mit den externen Firmen, auf das Projekt-Controlling und die Qualitätssicherung etc. zu konzentrieren. Die applikatorischen Aufgaben werden wie bisher primär an externe Firmen übertragen. Das GKZ prüft schliesslich auch alle Projekte und stellt Antrag an das 'Strategische GIS-Gremium'.

Informatik-Infrastruktur

Um ein GIS aufzubauen, braucht es eine geeignete Informatik-Infrastruktur. In der Arbeitsgruppe Informatikmittel wurde 1992 eine Evaluation für eine geeignete Infrastruktur durchgeführt. Bei der Hardware war der Entscheid zu Gunsten der Firma DEC (Digital Equipment Corporation) ausgefallen. Als Folge der rasanten Entwicklung im Informatikbereich wurden 1995 die vorhandenen DECstations durch einen leistungsfähigeren DEC AlphaServer 2100 4/275 abgelöst. Ebenfalls wurde der Wechsel des Betriebsystemes DEC ULTRIX zu Digital UNIX vorgenommen. Als Peripheriegeräte sind grösstenteils DEC AlphaStations 166 und 255 im Einsatz.

Im Bereich der GIS-Applikationen wurde schnell klar, dass eine einzige Software nicht das ganze Spektrum des Geo-IS abdecken kann. Für den Bereich der Amtlichen Vermessung fiel die Wahl auf das Programm ADALIN der Firma ADASYS. Für weitergehende Analysen und Auswertungen, wie auch für Projekte aus anderen Fachbereichen der kantonalen Verwaltung, wurde als gemeinsames Werkzeug die Software ARC/INFO und ArcView der amerikanischen Firma ESRI (Environmental Systems Research Institute) gewählt. Als grundlegende Datenbank dient das Produkt ORACLE.

Die stark dezentralisierten Amtsstellen der kantonalen Verwaltung, welche GIS-Arbeitsstationen für ihre täglichen Arbeiten einsetzen, sind über das kantonale Netzwerk (2 MBit Glasfaserleitungen) untereinander verbunden, so dass von jedem GIS-Arbeitsplatz auf die zentral gespeicherten Daten zugegriffen werden kann.

Daten

Es war rasch klar, dass die wichtigste Komponente beim Aufbau eines Geo-IS die Daten sind. So wurde von Anfang an grosses Gewicht auf eine rasche Datenerhebung gelegt. Durch den Koordinationsbeschluss wurde sichergestellt, dass die Datenstrukturierung einheitlich erfolgt und die Daten und Informationen nur einmal gespeichert werden, aber von allen Stellen benützbar sind.

Als grundlegendes Element wird zu jedem Datum seine Herkunft gespeichert, so dass seine Entstehung nachvollziehbar bleibt.

Damit die Daten über das Netzwerk für alle Benützer verfügbar sind, werden sie vom Datenherr in eine allgemein verständliche Form gebracht und im Geo-IS freigegeben.

Für die Bekanntmachung und die Benutzung der GIS-Daten wurde ein entsprechendes Benützungshandbuch verfasst.

Ausblick

Das Projekt RADAV zur Realisierung der Amtlichen Vermessung läuft planmässig. Die durch die prekäre Finanzlage des Kantons bedingte Reduktion des Kredites für das laufende Jahr kann durch die ausserordentlich tiefen Marktpreise aufgefangen werden. Grosse Überzeugungsarbeit bei den Gemeinden ist nötig, damit eine grossflächige Datenerhebung möglich ist, wie zum Beispiel im Projekt "Gäu" wo über 8 Gemeinden die Bodenbedeckung und die Einzelobjekte/Linienelemente erhoben werden sollen (Ersterhebung 1321 ha sowie Erneuerung 4023 ha). Das Projekt wurde 1996 ausgeschrieben und vergeben.

Für die Daten der Amtlichen Vermessung wird an einem Betriebskonzept gearbeitet, mit dem Ziel, die Daten über den ganzen Kanton zentral zu pflegen und bei den Nachführungsgeometern dezentral zu bewirtschaften (Nachführung, Ausgabe). Das Konzept wird in mehreren Etappen realisiert.

Für die Benützung der Daten der Amtlichen Vermessung wurde ein Gebührenmodell erarbeitet, das sich an den Ideen von Kaufmann/Amstein (siehe VPK 4/96 Seite 166) orientiert. Sobald der Tarif vom Parlament genehmigt ist, soll auf der gleichen Basis ein Modell für Investitionsbeiträge von GIS-Daten eingeführt werden.

Im Strategischen GIS-Gremium, das seit Herbst 1996 seine Tätigkeit aufgenommen hat, wird mit folgenden Schwerpunkten gearbeitet:

·         Strategische Führung und Koordination bei der Beschaffung von Daten und Informatikmitteln.

·         Genehmigen, institutionalisieren und weiterführen des GIS-Konzeptes als Führungshandbuch.

·         Einführen und Zurverfügungstellen des Benutzerhandbuches (Metadaten).

·         Breite Schulung der Benützer des Geo-IS.

·         Informatik-Infrastruktur auf den neusten Stand bringen.

Mit dem Geo-IS des Kantons Solothurn steht sowohl der Verwaltung als auch der Regierung und dem Parlament ein leistungsfähiges Führungsinstrument zur Verfügung. Die umfangreichen vorhandenen Informationen können breit genutzt werden und führen zu besseren Entscheiden auf allen Stufen.

 

Rolf Kocher
Amt für Informatik und Organisation
Rötipark
CH-4509 Solothurn

Vollständige Version siehe VPK 5/97
Bestellung VPK: verlag@geomatik.ch


GIS Kanton Zug

In kurzer Zeit konnten mit dem im Kanton Zug seit Herbst 1994 aufgebauten GIS beachtliche Resultate in den Bereichen Raumplanung, Umweltschutz und Basisdatenbeschaffung realisiert werden. Ein offenes System, gepaart mit einer pragmatischen Vorgehensweise erlaubte uns von Anfang an produktiv zu sein. Etappenweise erfolgt nun die Realisierung weiterer Projekte und die Überführung der CAD-Projekte in eine Datenbankanwendung, damit alle Stellen die GIS-Daten nutzen können.

Rudolf Leuenberger, GIS-Fachstelle des Kantons Zug (1997)

Einleitung

Über den Einstieg des Kantons Zug in die GIS-Welt und über die Systemevaluation wurde an verschiedenen Stellen schon öfters berichtet. Leserinnen und Leser, welche über dieses Kapitel im Detail informiert werden möchten, brauchen sich nicht zu scheuen, direkt bei den entsprechenden Stellen des Kantons Zug nachzufragen. Die nachfolgenden Artikel aus den Fachbereichen Vermessung, Raumplanung und Umweltschutz sollen Ihnen darüber Aufschluss geben, wie wir den GIS-Einstieg auf pragmatische Art und Weise bewerkstelligt haben.

Dank der Grosszügigkeit und der Weitsicht der Zuger Kantonsbehörden konnten wir uns ein leistungsfähiges GIS-System beschaffen. Die Regierung hat eingesehen, dass ein solches System langfristig einen Nutzen bringen wird, weil analoge Daten zunehmend durch digitale abgelöst werden. Mit einem GIS wird es nun möglich, teure Mehrfacherfassungen zu vermeiden und bei der Nachführung auf der Vorversion aufzubauen. Ausserdem ist die Genauigkeit der Daten besser als früher- wird doch bei der digitalen Datenbearbeitung im Massstab 1:1 gearbeitet. Durch analytische Schnitte von Themen aus unterschiedlichen Fachbereichen lassen sich die vielfältigsten Aussagen in tabellarischer oder grafischer Form generieren. Generell wurde festgelegt, dass die Datenherrschaft der einzelnen Stellen unangetastet bleibt. Bis auf wenige Spezialfälle haben grundsätzlich alle Stellen der kantonalen Verwaltung Leserecht an den GIS-Daten.

Bei der Systemauswahl wurde grosser Wert auf folgende Punkte gelegt: Benutzerfreundlichkeit, hohe Produktivität von Anfang an und Basierung auf Industriestandards. Wir wollten ein transparentes System, welches uns erlaubt, alle Tätigkeiten im GIS und Vermessungsbereich auf derselben Anlage zu betreiben. Ausserdem wollten wir unsere Verträge nur mit einem Ansprechpartner abschliessen und zwar für Hardware, Software und Support. In der Firma Intergraph fanden wir den für uns am besten geeignete Partner. Bis heute sind wir der festen Überzeugung, dass wir für uns die richtige Wahl getroffen haben. Mit unseren Werkzeugen ist es uns gelungen, in den zwei Jahren GIS-Tätigkeit sehr viele Bedürfnisse verschiedenster Stellen abzudecken. Die Kleinheit des Kantons Zug ist in diesem Falle sicher als Vorteil zu werten. In der 1. Phase wurden Teilprojekte CAD-mässig, jedoch fein strukturiert gelöst. Damit konnten wir uns eine Datenbasis schaffen, welche einen ansehnlichen Teil der Anforderungen erfüllt. Damit aber alle den grösstmöglichen Nutzen aus den geschaffenen Daten ziehen können, werden diese in der 2. Phase in einer Datenbank abgebildet. Der Übergang von der 1. zur 2. Phase ist fliessend und wird je nach Priorität vollzogen.

GIS-Fachstelle und Vermessungsamt

GIS-Fachstelle

Im gleichen Zeitraum wurde auch die GIS-Fachstelle, angegliedert beim Vermessungsamt des Kantons Zug, ins Leben gerufen. Das dafür notwendige Personal konnte aus bestehenden Mitarbeitern gewonnen werden. Zur Zeit ist die GIS-Fachstelle mit einer Person besetzt. Bei Bedarf können aber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vermessungsamtes beigezogen werden.

Die Aufgaben dieser neugeschaffenen Stelle sind wie folgt umschrieben:

  • Koordination aller Belange mit raumbezogenen Daten.
  • Systembetrieb und Unterhalt
  • interner Support und Ausbildung
  • Dienstleistungen für interne Stellen und Private
  • Beschaffung und Verwaltung und Verteilung der Basisdaten
  • Garantierung der Datensicherheit

Die GIS-Fachstelle steht in ständigem Kontakt mit gleichen Stellen in anderen Kantonen, und der Privatwirtschaft. Ebenso gehören internationale Kontakte zum Pflichtenheft eines GIS-Beauftragten, denn die Schnellebigkeit von Software und Systemen bedingt permanente Weiterbildung.

Vermessungsamt

Seit kurzem arbeitet auch das kantonale Vermessungsamt auf der gleichen Basis wie die GIS-Fachstelle. Es stellte sich uns die Frage, ob das bewährte 10-jährige C-Plan Vermessungssystem durch eine neuere Version ersetzt werden sollte, oder ob wir auf dieselbe Hard- und Softwareplattform wie das GIS wechseln sollen. Wir entschieden uns, auf derselben Schiene zu fahren wie im GIS-Bereich. Mit Grivis und Grical können wir unsere Vermessungsdaten nahtlos auch für GIS-Zwecke einsetzen. Das bringt uns den Vorteil, dass wir Inhouse keine Schnittstellen einsetzen müssen.Für die periodische Datenübernahme der Vermessungsdaten des im Kanton Zug praktizierenden Privatgeometers setzen wir zur Zeit den C-Plan Translator von Geocom ein. Bei der Datenübernahme von C-Plan nach Grivis haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich der Zeitaufwand lohnt, die Daten im alten System minutiös zu kontrollieren und die sich im Laufe der Zeit eingeschlichenen Unsauberkeiten vor der Übernahme zu bereinigen.In Zukunft wird dieser Austausch über AVS/Interlis erfolgen. Zur Zeit sind wir gerade an der Beschreibung unseres AV-Datenkataloges in Interlis. Wir sehen in der AVS ein geeignetes Werkzeug, Daten systemneutral zu sichern und zu archivieren.

Dank der Einsicht der Gemeindebehörden ist es uns im Kanton Zug gelungen, die amtliche Vermessung bereits vor der Betriebsaufnahme des GIS-Systems mindestens in den Hauptebenen Liegenschaften und Gebäude in digitale Daten umzuarbeiten. Für den GIS-Bereich genügen die Daten dieser beiden Ebenen für die meisten Fälle. Der Beizug von georeferenzierten Rasterdaten oder Orthofotos als Hintergrund genügt für GIS-Anwendungen in der Regel vollauf. Im Laufe der letzten Jahre wurden alle analogen Vermessungsoperate im Kanton Zug numerisiert. Die Aufarbeitung erfolgte durch Berechnung aus den Origalfeldaufnahmen. Ebenenmässig sind die Vermessungsdaten sauber strukturiert, entsprechen aber noch nicht der AV93-Norm.

Neue Softwarewerkzeuge wie z.B. das von Intergraph angekündigte Geomedia werden uns in Zukunft erlauben, Daten aus den verschiedensten Systemen ohne Schnittstellen abzufragen, zu visualisieren und nativ miteinander zu verschneiden. Ein Versuch in dieser Hinsicht wird uns im Laufe dieses Jahres weitere Erkentnisse liefern.

 

Rudolf Leuenberger
GIS-Fachstelle des Kantons Zug
Aabachstrasse 5
CH-6300 Zug

Vollständige Version siehe VPK 5/97
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GIS Kanton Aargau

Am 19. März 1990 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Aargau das Konzept für ein Aargauisches Geographisches Informationssystem (AGIS). Unsere zeitlichen Vorstellungen gehen von zehn Jahren aus bis zur Verwirklichung von etwa 90-95 Prozent des Vorhabens. Also müssen wir nun etwa die Hälfte des AGIS-Weges zurückgelegt haben. Wo stehen wir heute? Was haben wir zu beachten? Wohin geht die Reise noch? Diesen Fragen soll in diesem Artikel nachgegangen werden.

Andris Hans-Rudolf, Staatskanzlei Aargau, Abt. Informatik, Chef Sektion Technische Informatik (1996)

Konzept AGIS

Das AGIS ist eine Institution, nicht nur ein Computer- oder Softwaresystem, mit den folgenden Komponenten:

  • Organisation und Ausbildung
  • Hard- und Software, Kommunikation
  • Daten und Auswertungen,
  • und mit der Zielsetzung:
  • rasch über den Kanton flächendeckende Daten der verschiedensten Fachbereiche vielen Organisationseinheiten zur Verfügung stellen
  • eine Aufwärtskompatibilität zu gewährleisten,

dies alles zu vernünftigen Kosten und innert nützlicher Zeit, mit dezentralem Aufbau bei den Fachstellen, denn diese müssen die fachliche, sachliche und finanzielle Rechtfertigung erbringen und bleiben für das Erfassen, Verwalten, Nachführen, sowie für das Auswerten und Interpretieren verantwortlich, aber mit zentraler Unterstützung durch die Sektion Technische Informatik der Abteilung Informatik in der Staatskanzlei durch:

  • koordinieren von Daten, Programmen und Geräten
  • verteilen nachgeführter Datenbestände
  • bereitstellen von Programmprodukten
  • beraten und schulen
  • digitalisieren von Karten und Plänen, wo sinnvoll und zweckmässig
  • zur Verfügung stellen von Spezialgeräten, wie z.B. grossformatige Farbplotter
  • weitergeben von Daten an Dritte im Auftrag der Fachstellen

und mit der Abgrenzung zur amtlichen Vermessung in dem

  • das AGIS und die amtliche Vermessung voneinander getrennte, unabhängige Bereiche darstellen, wobei
  • die Numerisierung des Übersichtsplanes 1:5000 Sache des AGIS ist und
  • die exakten Informationen über die einzelnen Parzellen nur in der amtlichen Vermessung, nicht aber auch im AGIS enthalten sein werden.

 

Wo stehen wir heute? Wohin wollen wir? Was haben wir zu beachten?

Im Vordergrund stand bis heute eine schnelle Datenbeschaffung, wie sie auch anfangs 1992 im Grossen Rat mit einem Postulat betreffend raschem Aufbau einer Landschaftsdatenbank gefordert wurde. Dieses Ziel haben wir, wie den folgenden Ausführungen entnommen werden kann, mit vereinten Kräften erreicht.

Organisation und Ausbildung

Viele Fachstellen in allen Departementen setzen nun das AGIS ein. Mit eigenen vollausgebildeten Leuten arbeiten die Abteilungen (in anderen Kantonen als Ämter bezeichnet), wie z.B. Landschaft und Gewässer, Raumplanung, Wald und das Statistische Amt. Für die zentrale Unterstützung sind bei der Sektion Technische Informatik 320 Stellenprozente ausgeschieden. GIS-Anwendungen sind in weiteren Fachbereichen wie Kantonales Labor, Landwirtschaft, Polizei, Tiefbau, Verkehr und Umweltschutz im Einsatz oder werden nächstens folgen.

Im Rahmen des Ausbildungsprogrammes für das kantonale Personal werden durch die Sektion Technische Informatik ein- und mehrtägige Kurse für alle Stufen angeboten. Davon haben bis heute gegen hundert Personen Gebrauch gemacht, vom Amtschef bis zum Mitarbeiter. Folgende Kurse werden angeboten, die Durchführung erfolgt nach Bedarf:

  • GIS als Entscheidungshilfe (alle) ein Tag
  • GIS ArcView (Anwender) ein Tag
  • Erstellung thematischer Karten (Anwender ARC/INFO) vier Tage
  • GIS Einführung (potentielle Anwender) drei halbe Tage
  • GIS PC ARC/INFO (Systemverantwortliche) fünf Tage
  • GIS-Workshop (Anwender ARC/INFO) drei halbe Tage

In der Arbeitsgruppe AGIS sind alle Abteilungen und das Vermessungsamt, die aktiv am Aufbau des AGIS beteiligt sind, vertreten. Dieses Gremium hilft mit bei der Planung, der Koordination von Geräten, Finanzen und Personal sowie beim Erfahrungs- und Datenaustausch. Sitzungen finden alle ein bis zwei Monate statt. Der Kanton Aargau ist in der Arbeitsgruppe GIS der Schweizerischen Informatikkonferenz (SIK-GIS) vertreten und arbeitet eng auch mit anderen Kantonen zusammen. Der Kontakt zu den Gemeinden und Schulen wird in naher Zukunft noch intensiviert werden.

Der Austausch, Erwerb und die Abgabe von Daten erfolgt in der Regel zentral durch die Sektion Technische Informatik. Für die Weitergabe von Daten an Dritte werden Verträge, basierend auf jenen der Landestopographie, abgeschlossen. Die Fachstellen geben ihr Einverständis dazu mit den Spezifikationen im Anhang zum Vertrag. Wir stellen zur Zeit ein markantes Ansteigen der Anfragen betreffend Datenabgabe an private Büros und öffentliche Institutionen fest.

Wenn in den folgenden Ausführungen von "Benutzern" die Rede ist, dann handelt es sich um Sachbearbeiter bei kantonalen Amtsstellen.

Hard- und Software, Kommunikation

Die Auswahl der Sachmittel erfolgt nach folgenden Gesichtspunkten, in Klammer beeinflussende Faktoren:

  • gute Verbreitung (Personal, Datenübernahme, und Datenaustausch)
  • kurze Ausbildungszeit: Tage und nicht Wochen (Wirtschaftlichkeit)
  • wenn immer möglich keine spezielle, sondern gängige Hardware im Kanton (Unterstützung, Kosten, Verbreitungsmöglichkeit, Doppelnutzung)
  • Softwareprodukte, die möglichst auf PC, Workstation und Abteilungsrechnern eingesetzt werden können (Migrationsmöglichkeit, Investitionsschutz, Kosten/ Nutzen)

Zur Zeit werden folgende Sachmittel eingesetzt:

  • Hardware: Workstation (fünf DEC 3000/600 AlphaStation und eine Sun SPARC), PCs (486/Pentium), AlphaServer 2100, Farbelektrostatplotter CalComp 68444
  • Kommunikation: PC-NFS (TCP/IP) auf dem KIKA-Netz mit 10 Mbit/s (Bereich Stadt Aarau) und KOMKA mit bis zu 2 Mbits/s (kantonsweit)
  • Betriebssysteme: Microsoft, UNIX
  • Datenbanken: dBASE, Access, Oracle und INFO
  • GIS-Software: ARC/INFO und ArcView der Firma ESRI, beide auf Workstations und PCs

Hardware

Die Zunahme der Bedürfnisse im Bereich Datenmenge und Geschwindigkeit erfordert einen Wechsel in der Hardware vor Ablauf der Lebenserwartung der einzelnen Komponenten. Dies ist im PC-Bereich nicht so problematisch, können doch die noch guten Modelle an andere Arbeitsplätze verschoben werden und jenen Benutzern somit ebenfalls Verbesserungen zugestanden werden. Bei den Workstations ist dies nicht sehr einfach und vor allem auch kostenintensiver. Die Planausgabe erfolgt für Kontrollplots auf Stiftplottern und sonst auf dem Farbelektrostatplotter mit einer Breite von 44 Zoll (ca. 112 cm, dh. grösser als A0), weil der Kanton Aargau im Masstab 1:50’000 beim Format A0 um wenige Zentimeter zu wenig Platz hat. Diese Möglichkeit der Darstellung hat trotz der hohen Kosten sehr zur Akzeptanz auch im politischen Umfeld beigetragen. Die Daten mögen noch so gut sein, auf die grossflächige Präsentation auf Papier kommt es noch alleweil an.

Software

Bei der Software ist allgemein festzustellen, dass die neuen Versionen eher vermehrt ungereift und mit grösseren Verzögerungen auf den Markt kommen. Bereits kurz nach der Einführung eines Produktes werden durch die Marktstrategen der Firmen mit grossen Werbekampagnen beim Benutzer immer wieder neue Hoffnungen und Illusionen geweckt. Dies bringt grosse Probleme mit sich, weil der Neueinsteiger eher das Neueste vom Neuen, der angestammte Benutzer, als "gebranntes Kind" eher beim Bisherigen bleiben möchte. Die GIS-Software ARC/INFO und ArcView hat im grossen Ganzen unsere Erwartungen erfüllt. ARC/INFO dient vor allem der Datenerfassung und Datenauswertung/-analyse, das neuere Produkt ArcView der Präsentation der Daten beim Endbenutzer. Die Datenkonversion von einem ARC/INFO-Produkt und/oder einer Version auf die andere verlief jeweils ohne markante Probleme. Unsere Zielsetzung ist es, dass jeder Sachbearbeiter, nicht nur die GIS-Spezialisten, die Daten an seinem Arbeitsplatz zur Verfügung haben kann. Dies wird nun mit ArcView ermöglicht. Zusätzlich sind die Benutzer in der Lage die AGIS-Daten mit ihren lokalen und fachspezifischen Daten (Tabellen, Access- und weiteren Datenbanken) zu verknüpfen.

Kommunikation

Die Geschwindigkeit auf dem KIKA-Netz (Kommunikationsinfrastruktur Kanton Aargau) schränkt den Datentransfer mit grossen Datenmengen, wie sie bei den gescannten Plänen und Karten, sowie bei der Aufbereitung von Zeichnungen im Rasterformat entstehen, ein. Da das Netz in der Stadt Aarau auf Glasfasern basiert, kann die Transferrate bei der nächsten Auswechslung der Endgeräte auf 100 Mbit/s heraufgesetzt werden. Ab diesem Jahr werden verschiedene Bezirks-, Aussenstellen und Gemeinden mittels des KOMKA-Netzes (Kommunikation Kanton Aargau) angeschlossen, dessen Leistungsfähigkeit etwa zwischen 64 Kbits/s bis 2 Mbits/s liegen wird. Zwischenzeitlich werden vor allem die Übersichtspläne und Landeskarten im Rasterformat an verschiedenen Stellen vor Ort redundant gehalten. Dies lässt sich umso mehr rechtfertigen, als der Änderungszyklus für diese Daten lrelativ ang ist, bei den Landeskarten zirka sechs Jahre bei den ÜP etwa drei Jahre.

Daten und Auswertungen

Unsere Losung im Bereich Daten lautet: "Tausche und erwerbe was Du kannst, bevor Du selbst die Daten erschaffst". Die Themengliederung (2-16) erfolgt nach der Untergliederung im Naturatlas Aargau, welche sich auf die SIK-GIS-Empfehlungen 1992 (Gliederung A-X) abstützt.

Daten der amtlichen Vermessung (2 / A)

Die Übersichtspläne (ÜP) 1:5'000 des Vermessungsamtes, d.h. die von den 132 Blättern verfügbaren, wurden in Zusammenhang mit der Unfalldatenbank für die Verkehrspolizei des Kantons Aargau durch ein privates Büro mit einer Auflösung von 400 dpi (dots per inch) gescannt und in Streifen aufgegliedert. Dies hat sich im Nachhinein für die Bedürfnisse des AGIS als nicht sehr zweckmässig erwiesen, da das Zusammensetzen mit sehr viel Aufwand verbunden war und die Qualität nicht zu befriedigen vermochte. So haben wir 1994 begonnen die vom Vermessungsamt frisch nachgeführten Pläne nochmals aber mit 1016 dpi aufzunehmen. Wir sehen vor, dass jedes Jahr zirka ein Drittel neu gescannt werden soll, dies so lange bis auf die digitale Nachführung des ÜP umgestellt ist. Die Pläne der Parzellarvermessung stehen uns zur Zeit noch nicht zur Verfügung. Der Bedarf liegt hier vor allem im Bereich Parzellen und Gebäude. Hingegen haben wir die in numerischer Form vorliegenden Hoheitsgrenzen in voller Genauigkeit ins AGIS übernommen Die restlichen wurden ab ÜP digitalisiert und anhand der Akten des Vermessungsamtes auf Grenzänderungen vor allem in Zusammenhang mit den im Aargau umfangreichen Güterzusammenlegungen überprüft und mit dem Vermessungsamt bereinigt. Die Nachführung erfolgt zur Zeit jeweils im ersten Quartal des Jahres. Die in den Landeskarten verzeichneten Hoheitsgrenzen weichen zur Zeit noch häufig und manchmal recht stark vom AGIS-Datensatz ab. Auswertungen für die Vermessung erfolgten in Zusammenhang mit der Planung der Realisierungsphase für die AV 93 (Amtliche Vermessung 1993)

Topographie (3 / B)

Der Kanton Aargau hat von der Landestopographie alle Daten, die den Kanton betreffen und ein gutes Stück darüber hinaus, erworben, wo möglich im Raster- wie auch im Vektorformat. Es sind dies das digitale Höhenmodell im 25 Meter Raster (DHM25), die Landeskarten LK25, LK100, und LK200. Erarbeitet wurde die naturräumliche Gliederung des Aargaus. Alle diese Daten werden hauptsächlich als Hintergrundinformation bei der Darstellung einzelner Themen am Bildschirm und auf Plänen verwendet, s. Abb. 4.

            Geologie, Geomorphologie (4 / C)

Den Benutzern zur Verfügung stehen der Vektordatensatz der Geologischen Karte der Schweiz, Ausgabe 1980, sowie Basisinformationen über die rund 5000 ausgeführten, bewilligten oder in Auftrag gegeben Bohrungen der Abteilungen Umweltschutz und Tiefbau. Zu erwähnen ist auch das Geomorphologische Inventar 1982, das schützenswerte Geländeformationen festhält, wie z.B. Moränen.

            Boden, Bodenkarte (5 / D)

Die Landwirtschaftliche Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz hat für den Kanton Aargau bis heute sieben Bodenkarten 1:25'000 ausgearbeitet und dem Kanton auch zwei in Vektorform zur Verfügung gestellt. Ebenso wurden nitratbelastete Böden kartiert. Im Rahmen des Bodenschutzes werden die Resultate der Bodenuntersuchungen mit der Anwendersoftware BODAT verwaltet, ausgewertet und mit ArcView dargestellt

            Wasser (6 / E)

Im Bereich Oberflächengewässer wurde 1982 der Bachkataster über die naturnahen Strecken ausserhalb der Baugebiete aufgenommen und im AGIS verfügbar gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft wurde das konzeptuelle Datenschema des GEWISS-Kern für das Gewässerinformationssystem Schweiz (GEWISS) in Auftrag gegeben und 1994 abgeschlossen. Auf kantonaler Ebene sind wir an der Konzepterarbeitung für ein Gewässerinformationssystem Kanton Aargau (GEWIKA). Erste Erfahrungen aus einem Pilotprojekt haben gezeigt, dass der Datenerhebung die grösste Bedeutung zukommt und, dass aus finanziellen Gründen der Umfang erheblich eingeschränkt werden muss. Zur Zeit sind die beteiligten Stellen dabei die Anforderungen zu überprüfen und die Realisierung zu etappieren. Als erstes soll nun das Gewässernetz basierend auf dem ÜP 1:5'000 vektorisiert und nach dem GEWISS-Konzept strukturiert werden. Zur Zeit steht das Gewässernetz 1:200'000 des Bundesamtes für Wasserwirtschaft und das vektorisierte Bachkataster 1:25'000 (1982) zur Verfügung.

Im Fachgebiet Grundwasser läuft einiges. Die vektorisierten Grundwasserkarten 1:25'000 aus dem Jahr 1983, werden zur Zeit von einem Geologischen Büro überarbeitet und etappenweise auf den Stand 1994/95 gebracht. Bereits digitalisiert sind die Grund- und Quellwasserschutzzonen (Zonen S I, II und III), sowie die Lage der Grund- und Quellwasserfassungen welche der öffentlichen Trinkwasserversorgung dienen

Wasserwirtschaftliche Objekte sind bis heute nur im Rahmen des Projektes GEWIKA innerhalb des Pilotegebietes Suhrental erfasst worden.

            Klima (7 / F)

Die Wärmegliederungskarte 1:200'000 der Schweiz 1977 steht in Vektorform zur Verfügung und wird für Untersuchungen eingesetzt.

            Flora und Fauna (8 / G)

Im Naturatlas des Kantons Aargau 1) ausführlich dargestellt sind die Tier- und Pflanzeninventare. Mit z.T. privaten Organisationen und vielen freiwilligen Mitarbeitern wurden zahlreiche Inventare in festgelegten zeitlichen Intervallen im Bereich Tier- und Pflanzenwelt aufgenommen und ermöglichen nun mit deren geographischer Darstellung bereits heute die z.T. grossen Veränderungen in den letzten zehn bis zwanzig Jahren zu dokumentieren. Einige wichtige Inventare der Abteilungen Landschaft und Gewässer, sowie Wald sind: Waldnaturschutzinventar, s. Abb. 4, (Pflanzenarten), Amphibieninventare 1978/79 und 1991/92, Trockenstandorte, Bachinventar 1982, Ornithologisches Inventar (Brutvogelstandorte) 1987/89, Reptilieninventar 1987/89 und Fledermausinventar (1988-1993). s. Abb.1. Für das Kontrollprogramm Naturschutz Phase I (1987-1993) waren das AGIS unabdingbar. Mit dem vom Grossen Rat genehmigten Programm Natur 2001 und dem Kontrollprogramm II (1994-1997) werden die AGIS-Daten für die verlangte Erfolgskontrolle verwendet. Diese Inventare sollen aber nicht nur dem Schutz dienen, sondern auch helfen Prioritäten zu setzen um sinnvolles und schnelleres Planen und Bauen zu ermöglichen.

            Lebensräume (9)

Erfasst wurden Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung, Magerwiesen und Trockenstandorte, im Bereich Wald die Waldausscheidungen 1:5000, und teilweise die Waldfunktionen, Waldwege, Bestandeskarten und pflanzensoziologische Kartierungen, weiter die Auen nationaler und kantonaler Bedeutung und die Hecken aus den Plänen der Waldauscheidungen und der Nutzungspläne Kulturland (Dekret über den Schutz von Hecken).

            Landnutzung, Bodennutzung (10 / H)

Die Fruchtfolgeflächen zirka 40'000 ha wurden ab 1983 auf die auf 1:10'000 vergrösserten LK25 kartiert, anschliessend vektorisiert und laufend durch die Abteilung Raumplanung nachgeführt.

            Bevölkerung (11 / I)

Mit der Volkszählung 90 wurden im Kanton Aargau die Adressen und Koordinaten sämtlicher bewohnter Gebäude durch das Statistische Amt ermittelt (Geocodierung). Mit der anstehenden Betriebszählung sollen nun auch noch die übrigen Gebäude erfasst werden. Im Rahmen der Auswertungen der Volkszählungsdaten 90 erstellt das kantonale Statistische Amt zu verschiedensten Themen gebietsweise Darstellungen.

            Verkehr (12 / K)

In Zusammenhang mit der Unfalldatenbank der kantonalen Verkehrspolizei und dem Projekt STRADA-DB (Strassendatenbank) des Bundesamtes für Strassenbau und der Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau wurde das National- und Kantonsstrassennetz, ergänzt mit wichtigen Gemeindestrassen nach VSS-Norm (SN 640 910) erfasst und durch die Abteilung Wald mit den Waldstrassen aus dem ÜP 1:5000 ergänzt. Die Bahnlinien sind aus der LK25 digitalisiert, wie auch die Wanderwege, versehen mit dem Attribut (Zusatzinformation) Festbelag/Naturbelag und teilweise ergänzt mit den Wegweiserstandorten. In naher Zukunft werden die Betriebs- und Verkehrsnetze der Strassen und Bahnen mit dem ARC/INFO Programmmodul "Dynamische Segmentierung" modelliert. Dieses Verfahren ermöglicht es, dass die Geometrie nur einmal erfasst werden muss und ihr die einzelnen Themenbereiche wie z.B. Schneeräumungs-, Busnetz usw. dynamisch überlagert werden können. Dies ermöglicht Routenänderungen bei Strassensperrungen unter Berücksichtigung vielfältigster Aspekte , wie z.B. Gewichtslimiten, Strassenbreiten, Gefährdungen von Personen und der Umwelt aktuell zu bearbeiten. Sobald ein Datenbestand mit Adressen verknüpft werden kann, können Auswertungen auch auf geographischer Ebene vorgenommen werden. Zur Zeit bestehen noch Probleme mit der Zuordnung der Postleitzahlen und der unterschiedlichen Schreibweise der Strassennamen, inbesondere bei solchen die von Personen abgeleitet sind, wie z.B. Hans Hässig-Strasse. Wo sollen Bindestriche gesetzt werden, wo keine? Wir sind überzeugt, dass wir auch dieses Problem und das der Nachführung in kürzerer Zeit lösen können, wenn der Kanton in den AGIS-Daten einen offiziellen und von den Gemeinden genehmigten Datensatz von Strassennamen und Hausnummern zur Verfügung stellen kann.

            Betriebe und Anlagen (L)

Das Kantonale Industrie- Gewerbe- und Arbeitsamt führt eine aktuelle Betriebsdatenbank, mit der die Betriebe über die Adressen mit den Koordinaten verknüpft werden können. Zur Zeit sind wir daran Anlagedatenbanken wie z.B. Wärmepumpen, Luftemmissionsanlagen, Risikobetriebe gemäss Störfallverordnung mittels ArcView zu erschliessen (s. Abb. 3).

            Geschichte und Kultur (13 / M)

Auf der Basis LK25 werden die historischen Verkehrswege erhoben und sollen später vektorisiert werden. Die Archäologie hat begonnen die Fundstellenverwaltung ins AGIS zu übertragen um so u.a. Verwaltungsabläufe im Baubewilligungsverfahren vereinfachen zu können.

            Umwelt (14 / O)

Die Gewässerschutzkarte 1:25'000 des Kantons Aargau wird zur Zeit mit Hilfe von ARC/INFO und in Zusammenarbeit der Abteilung Informatik und einem beauftragten Geologischen Büro überarbeitet. Die Daten fallen so direkt GIS-konform an. Für die Umwelterziehung in den Schulen sollen AGIS-Daten auf der Basis ArcView zur Verfügung gestellt werden. Anlässlich der Ausstellung in diesem Herbst über die einheimischen Fischarten im Naturmuseum in Aarau konnten die Besucher, darunter sehr viele Schüler, das AGIS am Beispiel Fische selbst am Personalcomputer erforschen, s. Abb. 5.

            Raumplanung, Zonenpläne (15 / P)

Die Abteilung Raumplanung hat seit 1983 über das ganze Kantonsgebiet digitale Daten erfasst und nachgeführt, insbesondere die Nutzungspläne Siedlung (Zonenpläne) mit Stand der Erschliessung (1990-1992) und die Nutzungspläne Kulturland von rund 100 der 232 Gemeinden des Aargau. Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, dass die einzelnen genehmigten Pläne nicht kohärent zu anderen Themenplänen oder zu denjenigen der Nachbargemeinde sind. Diese Anpassungen werden noch einige Arbeit erfordern. Der Abgleich mit den Plänen der amtlichen Vermessung wird noch auf sich warten lassen, weil auf den rechtsverbindlichen Gemeindeplänen die Zonenabgrenzungen oft nicht den Parzellengrenzen folgen, wenn auch nur um Milimeter auf den Plänen. Zur Zeit werden vielfältige Auswertungen für das Kantonale Raumordnungskonzept und die zu revidierenden kantonalen Richtpläne erstellt, dies z.T. unter Zuhilfenahme von manuellen Zwischenschritten, insbesondere für den Abgleich auf die Kartengrundlagen. Im Rahmen der Konzeptbearbeitung konnte nachgewiesen werden, dass 1993 die rund 12'000 ha grossen überbauten Bauzonen (exkl. Flächen für öffentliche Bauten und Anlagen) 729'500 Einwohner und Arbeitsplätze (E+A) enthielten. Ausserhalb der Bauzonen befanden sich weitere 28'100 E+A, was immerhin vier Prozent der Gesamtsumme entspricht. Die unüberbauten Bauzonenreserven beliefen sich auf rund 5000 ha, betrugen also nicht ganz 30 % der gesamten rechtskräftigen Bauzonen 2)

            Natur- und Landschaftsschutz (16) / (Inventare, Schutzgebiete Q)

Zu erwähnen sind das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN-Gebiete), auf kantonaler Ebene die KLN-Gebiete mit Schutzdekret und die KIN-Gebiete (Kantonale Interessengebiete für Naturschutz). Im Rahmen der Vektorisierung der Nutzungsplanung Kulturland werden auch die kommunalen Schutzgebiete erfasst.

            Satellitendaten als Rasterbilder (S)

Eine Landsat-Szene Aargau aus dem Jahr 1983 wurde vom Statistischen Amt und der Aargauer Kantonalbank in Zusammenarbeit mit Uni Zürich angeschafft. Zur Zeit wird abgeklärt, ob neuere gute Landsat- oder Spot-Szenen zur Verfügung gestellt werden können.

            Luftbilder gescannt als Rasterbilder (T)

Als Ergänzung zu den verschiedenen Inventaren sollen periodisch Luftaufnahmen, vornehmlich Orthophotos, erstellt werden können. Ob dies dann aus finanziellen Gründen auch realisiert werden kann, ist noch ungewiss.

            Verfügbarkeit und Speicherbedarf

Alle AGIS-Daten sind mit ArcView auf einem PC (486/Pentium ab 16/32 MB RAM) abruf- und darstellbar. Die Sektion Technische Informatik in Zusammenarbeit mit den Fachstellen ist zur Zeit dabei Software und Datenzugriff in einer weiteren Etappe für rund 30 Arbeitsplätzen neu zu installieren. In näherer Zukunft sollen die Daten auch auf CD-ROM verfügbar germacht werden.

Der Speicherplatzbedarf für die heute zur Verfügung stehenden Daten des Kantons Aargau mit einer Fläche von rund 1400 km2 und einer Einwohnerzahl von über einer halben Million kann wie folgt angegeben werden:

Rasterdaten (TIFF komprimiert): LK25, LK100 1.6 GB, ÜP 1:5'000 (400 dpi) 0.3 GB, ÜP 1: 5'000 (1016 dpi) 0.6 GB

Vektordaten (ARC/INFO Format) 0.9 GB

Rückblick, Zusammenfassung und Ausblick

Das AGIS hat natürlich eine Vorgeschichte in den Anfängen der Numerik in der amtlichen Vermessung, ohne diese wir im AGIS mit grosser Wahrscheinlichkeit noch nicht so weit gelangt wären. Sie begann vor über 30 Jahren, nämlich 1963, als vom Kanton Aargau beschlossen wurde eine Automationskommission ins Leben zu rufen, um die Katasterpläne automatisch zeichnen zu können, mit der primären Zielsetzung, manuelle Arbeiten zu automatisieren. Ab 1968 wurden Güterzusammenlegungspläne vektorisiert um Flächen- und Wertberechnungen ausführen zu können. Ab 1976 wurde mit der Numerisierung von Katasterplänen begonnen, um mit den Daten entzerrte Rasterpläne 1:500 erstellen zu können, wobei grössere Nachführungen miteinbezogen wurden. Überlegungen zum Bereich Landinformationssysteme im Kanton Aargau 4) sind in der VPK 11/81 erschienen. Ab 1983 wurden auch die Daten von Neuvermessungen u.a. der Städte Mellingen und Brugg voll digital aufbereitet, sowie Baugebiete und Fruchtfolgeflächen über den ganzen Kanton digitalisiert.

Mit dem AGIS-Konzept 1990 wurde eine parallele Entwicklung zur Einführung der Numerik in der amtlichen Vermessung eingeleitet, mit der neuen Zielsetzung, die Denkarbeit der einzelnen Sachbearbeiter zu unterstützen durch räumliche Analysen und Modellierungen. Der Erfolg des AGIS bei der Kantonalen Verwaltung und den Politikern gründet sich zur Hauptsache auf die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter bei den Fachstellen und bei der Informatik, wobei die gründliche Ausbildung und die Produktewahl ebenfalls stark mitgeholfen haben.

Die Herausforderungen der Zukunft betreffen die Qualität der Arbeiten und Daten (Aktualität und vernünftige Genauigkeit) im Umfeld sich immer schneller wandelnder Techniken und zunehmender Ansprüche von Anwendern und Benutzern. Immer stärker wird nun das AGIS auf das operationelle Tagesgeschäft Einfluss nehmen und in die Geschäftsabläufe integriert werden.

 

Andris Hans-Rudolf
Staatskanzlei Aargau
Abt. Informatik
Chef Sektion Technische Informatik
Obere Vorstadt 40
CH-5001 Aarau

Vollständige Version siehe VPK 5/97
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