Geoinformation und Landmanagement
Géoinformation et gestion du territoire
Geoinformazione e gestione del territorio

Masterfeier 2025 an der ETH Zürich

Studiengänge Geomatik sowie Raumentwicklung und Infrastruktursysteme
Absolventinnen und Absolventen 2025 des Masterstudiengangs Raumentwicklung und Infrastruktursysteme.

Am 6. Dezember 2025 fand die Masterfeier der beiden Studiengänge Geomatik sowie Raumentwicklung und Infrastruktursysteme am Departement Bau, Umwelt und Geomatik an der ETH Zürich statt. Der stellvertretende Departementsvorsteher, Prof. Bryan Adey, begrüsste die rund 120 Angehörigen und Absolventinnen und Absolventen im grossen Physikhörsaal auf dem Hönggerberg. Umrahmt wurde der Anlass wiederum von jazzigen Stücken des Sextetts der ETH Big Band.

Dr. Jürg Lüthy, der Direktor von Geomatik + Vermessung der Stadt Zürich (GeoZ), stellte seinen Festvortrag unter den etwas mysteriösen Titel «Von Heinzelmännchen». Ausgehend von dem an der internationalen Konferenz «Digital Underground 2025» in Singapur als vorbildlich bezeichneten 3D-Leitungskataster der Stadt Zürich ging der Referent zunächst auf die historischen Wurzeln der heutigen Geodaten-Infrastruktur ein. Bereits im 18. Jahrhundert wurde mit dem Müller-Plan eine Übersichtskarte im Massstab 1:916 geschaffen, welche nebst einer anschaulichen Darstellung der Situation auch Angaben über Parzellen, Eigentümer und versicherungstechnischen Wert der Bauten enthielt. Ein weiterer Meilenstein war ab 1862 der Zürcher Altstadtkataster1:200, der hinsichtlich geometrischer Genauigkeit durchaus schon mit heutigen Planwerken vergleichbar war und als historische Grundlage für den aktuellen Mehrzweckkataster angesehen werden kann. Auch lassen sich heute mit Hilfe von GIS-Funktionen aus den digital aufbereiteten historischen Geo- und Statistikdaten Analysen durchführen, die interessante Erkenntnisse liefern können: So lag 1910 die Bevölkerungsdichte im Langstrassenquartier bei 576 Personen/ha und 2023 nur noch bei 204/Personen/ha. «Dichtestress» kann also durchaus unterschiedlich interpretiert werden. Jürg Lüthy ging danach auf aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung ein, die sich in verschiedenen Strategien wie z. B. zu den Themen Lärm, zirkulare Kreislaufwirtschaft, Photovoltaikanlagen, Klimaanpassung oder Mobilität niederschlagen. Allen Projekten gemeinsam sind zuverlässige Geodaten, welche die raumbezogenen Grundlagen zur Erarbeitung der Strategien liefern. Da derartige Geobasisdaten von den Anwendenden oft als selbstverständlich hingenommen werden, verglich der Referent uns Geomatikerinnen und Geomatiker mit still im Hinter- oder Untergrund arbeitenden Heinzelmännchen. Dr. Lüthy stellte danach weitere Anwendungsfelder der Geodaten in der Stadt Zürich vor: So ermöglicht ein digitaler Zwilling in 3D nicht nur die Visualisierung von Vorgaben des kommunalen Richtplans, sondern erlaubt die komplett digitale Durchführung von Architekturwettbewerben, sowie die digitale Auflage von Strassenbauprojektplänen. Anhand dieser Beispiele lässt sich auch die Entwicklung der digitalen Transformation verfolgen, die von der Digitalisierung analoger Plan- und Kartenwerke über die Standardisierung und die Interoperabilität von Datenbeständen bis hin zur vollständig digitalen Prozessabwicklung unter Einbezug von KI führt. Damit ist die Daten- und Prozess-Infrastruktur auch für neue Aufgaben vorbereitet, wie multimodale Verkehrsplanung oder eine hindernisfreie Routenplanung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Nach wie vor besteht aber Forschungsbedarf: So wurde beispielsweise in einem Studierendenprojekt zur hochaufgelösten Datenerfassung ein E-Scooter mit RTK- und LiDAR-Technologie ausgerüstet. Umgekehrt können derartige HD-Daten beispielsweise wiederum dazu verwendet werden, gewisse Zonen wie Schulareale für Leih-E-Trottinetts zu sperren. (Geo-)Daten, Informationen und Prozesse gehen damit einher mit benutzergerechter Unterstützung und massgeschneiderten Angeboten, um optimal und flexibel auf die Nachfrage und die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden vorbereitet zu sein.

Als Erstes wurden daraufhin 7 Absolventinnen und Absolventen von Studiendirektor Prof. Lorenz Hurni als neue Master of Science ETH in Geomatik verabschiedet. Dominik Mühlematter wurde mit einem Diplom mit Auszeichnung (Notenschnitt >5.75) und mit seinem Notenschnitt von 5.83 als bester Absolvent seines Jahrgangs mit dem Willi-Studer-Preis bedacht. Zudem erhielt er eine ETH-Medaille für seine hervorragende Masterarbeit «UrbanFusion: Stochastic Multimodal Fusion for Contrastive Learning of Robust Spatial Representations» bei Prof. Martin Raubal. Die weiteren Absolventinnen und Absolventen sind: Merlin Alfredsson, Mischa Bauckhage, Marguerite Larriere, Ziyi Liu, Luca Rizzi und Elina Scheiring.

Danach wurden 25 neue Master of Science ETH in Raumentwicklung und Infrastruktursysteme durch die Studiendirektorin Prof. Adrienne Grêt-Regamey zu ihrem Abschluss beglückwünscht. Silvano Fuchs wurde mit einem Notenschnitt von 5.65 als bester Absolvent des Jahrgangs mit dem Willi-Studer-Preis ausgezeichnet und erhielt für seine hervorragende Masterarbeit «Algorithmusbasierte Entscheidungsunterstützung für den Ausbau des SBB-Bahnnetzes bis 2100: Szenariobasierte Generierung und Bewertung von Ausbauvarianten» bei Prof. Bryan Adey den Culmann-Preis. Weiter erhielt auch Anton Yang mit seiner hervorragenden Masterarbeit «The effects of battery-PV systems on flood disaster response – A case study of Kuma Village in Kumamoto Prefecture, Japan» bei Dr. Anastasios Kouvelas den Culmann-Preis. Die weiteren Absolventinnen und Absolventen sind: David Ballestrazzi, Michaël Bayunga, Jonas Buchmann, Sarah Bühler, Iva Luana Caluori, Yue Chen, Christian Egger, Alex Hoz, Andreas Huser, Muyang Jiang, Daniel Knoblauch, Yosef König, Nicolas Redmann, Linda Rieder, Max Rieder, Tobias Rieder, Philipp Röthlisberger, Marco Rotschi, Lucia Stroetzel, Alina Suter, Jacopo Vescovo, Joel Wunderle und Simon Züst.

Schliesslich wurden alle Diplomierten durch die beiden ETH-Alumni-Vereinigungen Geomatik Alumni (www.geomatik-alumni.ch) und REIS Alumni (reis.alumni@gmail.com) dazu ermutigt, den Kontakt zur ETH, unter sich und zu anderen ETH-Abgängerinnen und Abgängern aufrechtzuerhalten und somit bereits am Netzwerk für das kommende Berufsleben zu arbeiten.

Wir gratulieren allen diplomierten Masterabsolventinnen und -absolventen der Studiengänge Geomatik sowie Raumentwicklung und Infrastruktursysteme an der ETH Zürich herzlich zu ihrem Abschluss und wünschen ihnen für ihre berufliche Karriere, wie auch privat, alles Gute!

Lorenz Hurni, ETH Zürich

Fotos: Monika Estermann

Dr. Jürg Lüthy, Direktor Geomatik + Vermessung der Stadt Zürich (GeoZ), hält den Festvortrag.
Absolventinnen und Absolventen 2025 des Masterstudiengangs Geomatik.
MSc ETH Geomatik-Ing. Dominik Mühlematter, Willi-Studer-Preisträger für den besten Abschluss (mit Auszeichnung) und ETH-Medaillenträger für seine hervorragende Masterarbeit, mit dem Studiendirektor, Prof. Lorenz Hurni.
MSc ETH RE&IS Silvano Fuchs nimmt den Willi-Studer-Preis für den besten Abschluss und den Culmann-Preis für seine hervorragende Masterarbeit aus den Händen der Studiendirektorin, Prof. Adrienne Grêt-Regamey, entgegen.
MSc ETH RE&IS Anton Yang wird von Studiendirektorin Prof. Adrienne Grêt-Regamey mit dem Culmann-Preis für seine hervorragende Masterarbeit ausgezeichnet.

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