Seit mehreren Jahren laufen im Oberhalbstein archäologische Forschungen zu einem römischen Gefechtsfeld.
Im Herbst 2023 entdeckte ein ehrenamtlicher Detektorgänger eine auffällige Geländestruktur in der Flur Colm la Runga, etwa 900 Meter über einem antiken Gefechtsfeld. Er nutzte dafür die Reliefschattierung des digitalen Geländemodells swissALTI3D. Diese wiederum basiert auf den hochauflösenden LiDAR-Daten von swissSURFACE3D, welche selbst kleinste Höhenunterschied im Gelände erfassen.
Da Archäologische Funde und Fundstellen (und dazu gehören auch solche Entdeckungen im LiDAR) der Allgemeinheit gehören, meldete der ehrenamtliche Mitarbeiter verschiedener Kantonsarchäologien die Entdeckung dem Archäologischen Dienst Graubünden. Die auffällige Geländestruktur entpuppte sich als künstliche Befestigung einer Kuppe mit mehreren Gräben und Wällen. Erste Funde und Untersuchungen zeigen, dass es sich dabei tatsächlich um ein 2000 Jahre altes, römisches Lager handelt. Die sensationelle Auffindung eines römischen Militärlagers in Graubünden verdeutlicht einmal mehr, dass die archäologische Erforschung der «römischen Schweiz» weiterhin grossartige Überraschungen bereithält. International herausragend ist die Entdeckung auf dem Colm la Runga auch deshalb, weil sich der Vormarsch der römischen Streitkräfte vor 2000 Jahren nun über mehrere Dutzend Kilometer präzise verfolgen lässt: vom Bergell über den Septimerpass bis in die Gegend von Tiefencastel – und von dort weiter in Richtung Chur und das Alpenrheintal.
Mehr dazu: https://www.gr.ch/DE/Medien/Mitteilungen/MMStaka/2024/Seiten/2024082903.aspx