Die Schweizer Alpwirtschaft erfüllt wichtige gesellschaftliche Funktionen: Nahrungsmittelproduktion, Ökosystemleistungen der Alpweiden und Bewahrung des kulturellen Erbes. Dies wird durch die Anerkennung der Alpsaison als immaterielles Kulturerbe der UNESCO gewürdigt. Doch trotz ihrer Wichtigkeit erschweren vielfältige Herausforderungen je nach Region die Bewirtschaftung der Alpbetriebe: Verbuschung, Mangel an qualifiziertem Personal, Trockenheit durch Klimawandel und Grossraubtiere. Bei der Beweidung zeigt sich eine zweigeteilte Entwicklung: Während flache, hüttennahe Bereiche durch moderne, grössere Milchkühe intensiver genutzt werden, bleiben marginale Flächen unterbestossen. Durch den Agrarstrukturwandel hat sich die Anzahl der Betriebe seit 2003 um 11% reduziert. Da die Gesamtbestossung stabil bleibt, wachsen die verbleibenden Betriebe – ein Trend ähnlich jenem der europäischen Landwirtschaft. Der Mangel an qualifiziertem Alppersonal erschwert die Bewirtschaftung der grösseren Betriebe und in einigen Regionen stellen sich Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter die Frage: Weitermachen? Und wenn ja: wie?
Die Landmanagement-Tagung 2026 gab dazu Antworten. Etwa die „Fünf Stellschrauben für die Zukunft“: Anpassung der Bestossung und Weideführung, qualifiziertes Alppersonal halten, Flexibilisierung der Sömmerungsbeiträge, Investitionen in Infrastruktur und technische Innovation, Mensch-Wolf-Koexistenz. Die fünf Stellschrauben bieten Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige Alpwirtschaft. Entscheidend wird sein, diese Massnahmen koordiniert umzusetzen und dabei die Vielfalt der Alpbetriebe zu berücksichtigen. Die Forschung im Rahmen der Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft von Agroscope, den Kantonen Graubünden, Uri, Wallis, Bern und Tessin, Agridea, der Berner Fachhochschule sowie dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband verfolgt einen kokreativen Ansatz, der die verschiedenen Interessensgruppen einbindet und praxisorientierte Lösungen entwickelt – eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Schweizer Alpwirtschaft.
Mehr dazu in „Geomatik Schweiz“ 7-8/2026.