Die Frühlingsreise der GEOSUISSE Gruppe Senior*innen führte am 29. und 30. April bei strahlendem Frühsommerwetter an den Genfersee. Knapp 40 Reiselustige besuchten das Musée Olympique in Lausanne und die Belle-Époque-Stadt Evian-les-Bains. Eine kleine Gruppe nutze die Option am 1. Mai für den Besuch von Thonon-les-Bains und des mittelalterlichen Städtchens Yvoire.
Das Musée Olympique in Lausanne wurde am 23. Juni 1993 eröffnet und ist ein zentrales Element der Olympischen Spiele. Das Museum ist bekannt für seine interaktiven Ausstellungen, die audiovisuelle Medien und Originalutensilien bekannter Olympioniken aus aller Welt präsentieren. Es ist das grösste Informationszentrum zum Thema Olympische Spiele weltweit und bietet eine Vielzahl von kulturellen und pädagogischen Aktivitäten.
Évian-les-Bains ist nicht nur für sein berühmtes Mineralwasser bekannt, sondern auch für seine beeindruckende Architektur mit eleganten Gebäuden und der charmant nostalgischen Standseilbahn aus der Belle Époque. Auf dem historischen Rundgang mit zwei deutschsprachigen Guides von Evian Tourisme wurden der Quai Baron de Blonay am See entlang, der Place Charles de Gaulle, die Source und Buvette Cachat, das Hôtel de Ville in der Villa Lumière, einst eine Villa der Brüder Lumière, das Palais Lumière, ursprünglich ein Thermalbad, das Casino, das 1912 anstelle des im Jahr zuvor zerstörten Schlosses der Barone von Blonay errichtet wurde, und weitere Meisterwerke der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts besucht. Das Casino wurde bei einem spektakulären Grossbrand in der Nacht auf den 1. April 2026 stark beschädigt. Auch das Restaurant La Terrasse du Baron du Casino, in dem wir unser Mittagessen planten, wurde zerstört, so dass wir kurzfristig eine Alternative für unser Mittagessen am zweiten Tag suchen mussten. Sowohl das Hotel als auch die Restaurants waren zu unserer vollen Zufriedenheit.
1789 entdeckte der Marquis de Lessert, ein französischer Adliger aus der Gegend, auf dem Grundstück Cachat eine Mineralquelle, deren Wasser heute in aller Welt bekannt ist. 1806 eröffnete das erste Thermalbad. 1826 eröffnete Cachat die erste Abfüllanlage am Ort der Quelle. 1864 erhielt die Stadt amtlich den Namen Évian-les-Bains. Weltweit berühmt wurde das Wasser von Évian, als es 1878 auf der Pariser Weltausstellung ausgezeichnet wurde. Mit diesem Ritterschlag avancierte Évian zum Treffpunkt der Reichen und Schönen, die im luxuriösen Hôtel Royal logierten und sich in den eleganten Villen der Stadt vergnügten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Évian seinen Glanz. Das Bäderwesen in Frankreich erlebte enorme Schwierigkeiten, Évian verlor seine mondäne und reiche Klientel. Doch als Kulisse für Weltpolitik ist Evian bis heute gefragt. 1962 wurde in Évian-les-Bains das Abkommen unterzeichnet, das den Algerienkrieg beendete. 2003 war Évian-les-Bains Gastgeber des G8-Gipfels, im Juni 2026 wird der G7-Gipfel hier stattfinden. Seit der Jahrtausendwende hat Évian-les-Bains rund 34 Millionen Euro in die Erneuerung des Stadtbildes investiert, hat die städtischen Grünanlagen verschönt, den Hafen ausgebaut, den Palais Lumière, ein ehemaliges Thermalbad, in ein Kultur- und Kongresszentrum verwandelt, den Marktplatz Place Charles-de-Gaulle und die Altstadt mit ihrem Quartier de la Touvière saniert. Einer der wichtigsten Geldgeber für den Haushalt der Stadt und Motor für die lokale Wirtschaft ist die Danone-Gruppe. Sie ist die Eigentümerin der Société des Eaux Minérales d’Évian (SEAT) und betreibt mit dem Thermalbad, Golfplatz, Casino und dem Hôtel Evian Royal einige der wichtigsten touristischen Einrichtungen in der Stadt.
Als Zusatzprogramm besuchte eine kleine Gruppe am dritten Tag Thonon‑les‑Bains, wo eine historische Standseilbahn den Hafen mit der Oberstadt verbindet, sowie Yvoire, ein als plus beaux villages de France klassifiziertes Städtchen mit einem gut erhaltenen mittelalterlichen Dorfkern und überbordendem Blumenschmuck.